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Besserer Radverkehr in Nürnberg: Stadt muss mehr zahlen

ADFC begrüßt den Vorstoß von SPD und Grünen für einen Ausbau der Infrastruktur - 01.06.2018 05:50 Uhr

SPD und Grüne fordern: Nürnberg muss für Radfahrer wieder attraktiver werden. © Daniel Karmann/dpa


"Dass der zunehmende Kfz-Verkehr im Stadtgebiet immer mehr Probleme verursacht, ist offensichtlich", sagt Jens Ott, Vorsitzender der ADFC-Kreisgruppe Nürnberg. "Die Bewohner Nürnbergs leiden dabei nicht nur unter den negativen gesundheitlichen Folgen, die durch Abgase und Lärm verursacht werden. Auch der öffentliche Raum wird immer mehr von parkenden Kfz in Anspruch genommen und es wird dabei nicht selten auf Geh- und Radwegen behindernd oder gar gefährdend geparkt."

Bei der Lösung dieser Verkehrsprobleme spielt für den Radfahrerverband neben einer Stärkung des öffentlichen Nahverkehrs die Förderung des Radverkehrs eine entscheidende Rolle. "Denn Fahrräder benötigen weniger Platz und verursachen auch weder Abgase noch Lärm. Nebenbei fördert das Radfahren die Gesundheit und schont den Geldbeutel. Doch damit mehr Menschen das Fahrrad anstelle des Autos nutzen, müssen sich die Rahmenbedingungen verbessern", betont Ott.

Große Unsicherheit

Daher begrüßt er den gemeinsamen Vorstoß von SPD und Grünen im Stadtrat. Die hatten gefordert, das Radnetz in Nürnberg attraktiver zu gestalten, auch, damit Radpendler auf den geplanten Schnellwegen nicht an der Stadtgrenze von Nürnberg ausgebremst würden (wie berichtet). Dazu zählen die Fraktionen Fahrradstraßen, die den Radlern in Wohngebieten Vorrang vor Autofahrern böten. Auch die Ampelanlagen müssten zugunsten der Radler geschaltet werden.

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Wie der letzte Fahrradklimatest des ADFC für Nürnberg ergeben habe, so der Kreisvorsitzende, fühlten sich viele Radfahrer nicht sicher und vermissten vor allem ein durchgängiges, klar erkennbares und intuitiv nutzbares Radwegenetz. Noch an zu vielen Stellen sei man als Radfahrer alleingelassen im dichten Kfz-Verkehr. Ott: "Der neidische Blick nach Dänemark oder in die Niederlande zeigt, wie eine fahrradfreundliche Infrastruktur viele Menschen zum Radfahren motiviert."

Um eine solche Infrastruktur zu schaffen, muss sicherlich Geld in die Hand genommen werden. Doch die Investition lohnt sich, ist der Verbandsvertreter überzeugt. Das dänische Verkehrsministerium habe zum Beispiel berechnet, dass die dänische Gesellschaft durch jeden Kilometer, der mit dem Rad statt mit dem Auto zurückgelegt wird, rund einen Euro spart; unter anderem durch geringere Gesundheitskosten.

Der ADFC fordert deshalb den Nürnberger Stadtrat auf, in die Zukunft zu investieren und die finanziellen Mittel für den Radverkehr deutlich zu erhöhen und der Verwaltung das erforderliche Personal bereitzustellen.

nn

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