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Bio-Wurst und Öko-Strom: So nachhaltig ist der Christkindlesmarkt

Einwegprodukte sind tabu - Tassenpfand beträgt drei Euro - 27.11.2019 06:19 Uhr

Am Freitag wird der Nürnberger Christkindlesmarkt eröffnet. © Michael Matejka


Glühwein, Punsch und Co. aus einem schnöden Plastikbecher? Auf dem Christkindlesmarkt doch nicht. Dort wird seit 1990, also schon fast seit 30 Jahren, Alkoholisches und Alkoholfreies aus Pfandtassen getrunken. Das System ist kundenfreundlich unkompliziert organisiert: Wo Glühwein ausgeschenkt wird, können die Tassen auch wieder abgegeben werden. Die Pfandgebühr beträgt drei Euro.

Die Logistik ist aufwändig: Die Tassen werden an den Ständen abgeholt, in einem Container hinter der Frauenkirche gespült und anschließend wieder verteilt. Auch Einweggeschirr ist an den Imbiss- und Glühweinständen nicht erlaubt, Einwegflaschen sind ebenfalls tabu. "Das kontrollieren wir sehr intensiv", sagt Christine Beeck, die Leiterin des Marktamts. "Das Mehrweggebot setzen wir streng durch."


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Auch bei der Energieversorgung des Christkindlesmarkts setzt die Stadt auf Nachhaltigkeit: Im Jahr 2012 hat der bayerische Landesverband der Schausteller und Marktkaufleute dazu einen Vertrag mit der N-Ergie geschlossen. Der Strom stammt zu 100 Prozent aus regenerativen Energien – produziert von Wasserkraftwerken und Photovoltaik-Anlagen in der Region.

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Wer bei Lebensmitteln Wert auf Bio-Qualität legt, wird an rund 40 Ständen fündig: Es gibt Bratwürste, Glühwein, Schokolade, Lebkuchen, Bonbons oder Stollen aus ökologischer Produktion. Wo bio drin ist, steht auch bio drauf: Stände mit Bioangebot werden mit einem eigens für den Christkindlesmarkt geschaffenen Schild gekennzeichnet.


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Die wichtigsten Bestandteile des Marktes, die Buden selbst, werden gehegt und gepflegt und von Jahr zu Jahr wieder verwendet. Die Hüttchen bestehen aus heimischem Fichtenholz und sind größtenteils schon 120 Jahre alt. "Was kaputt geht, wird repariert", sagt Christine Beeck.

Holz, Pappe, Karton und Restmüll werden getrennt. Und was die Müllvermeidung angeht, sagt die Marktamtschefin: "Unser wichtigstes Produkt ist umweltfreundlich in einer Semmel verpackt – die Nürnberger Rostbratwurst."

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gs

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