10°

Donnerstag, 02.04.2020

|

zum Thema

Corona-Krise: Gostenhoferin will ihren Laden retten

Kleine Geschäfte in Nürnberg suchen in der Not den Zusammenhalt - 24.03.2020 10:20 Uhr

Inge Klier vor ihrem verschlossenen Laden in Gostenhof. © privat


Ich führe das kleine Modelabel bambiboom im Nürnberger Stadtteil Gostenhof. Für meine Kunden erstelle ich Unikate und bedrucke Stücke individuell. Mein Laden ist nun seit mehreren Tagen geschlossen und ich bekomme bis auf weiteres keinerlei Einnahmen mehr. Meine Ausgaben bleiben allerdings weiterhin bestehen. Da geht es schnell um die Existenz.

Stundung der Kaltmiete

Ich arbeite jeden Tag an Ideen und Einfällen, wie die aktuelle Situation weniger dramatisch für mich sein könnte. Für die Dinge, die mir eingefallen sind, habe ich auch schon die ersten Schritte gemacht: Der Vermieter meines Ladens gestattet mir beispielsweise die Stundung der Hälfte meiner Kaltmiete für drei Monate. Das geht nicht ewig, entlastet mich aber für den Moment. Ich versuche mir außerdem die Steuer zurückzuholen und habe mich auch für die "Sofortunterstützung" der Landesregierung beworben. In der Größe meines Unternehmens wären das maximal 3000 Euro – doch das wird vermutlich nicht genügen, mein Geschäft zu retten. Mal ganz abgesehen von der Frage, ob ich die Unterstützung wirklich erhalte.

Bilderstrecke zum Thema

Ausgangsbeschränkung wegen Corona: Leere Straßen in Nürnberg

Sicherlich trug auch das schlechte Wetter am Samstag seinen Teil dazu bei, aber möglicherweise haben die Leute nun auch den Ernst der Lage begriffen: Am ersten Tag der Ausgangsbeschränkungen, die in Bayern wegen der Corona-Krise angeordnet wurden, blieb Nürnberg leer.


Leider kann ich mir keinen professionellen Webshop leisten. Ich möchte meinen Kunden trotzdem die Möglichkeit geben, online zu bestellen. Da meine Arbeit durch die individuellen Stücke, die ich für jeden Kunden einzeln bedrucke, viel persönliche Beratung voraussetzt, suche ich gerade nach alternativen Wegen, meinen Kunden ihr Wunschkleidungsstück zukommen zu lassen, und nutze dafür vom Telefon über die Homepage auch die sozialen Medien als Kommunikationsplattform. Natürlich habe ich auch Kontakt zu anderen kleinen Unternehmen, denen es so geht wie mir. Wir tauschen uns aus, informieren uns gegenseitig und geben uns Tipps. Dennoch sieht es auch bei den anderen nicht gut aus.

Dauer noch nicht absehbar

Mein zweites Standbein ist das Grafikdesign. Nachdem meine Auftraggeber aber ihre Werbemaßnahmen zurückschrauben, fehlen mir auch hier Einnahmen. Das wird mir also auch nicht helfen, mich über Wasser zu halten.

Schwierig ist es vor allem deswegen, weil wir nicht wissen, wie lange diese Situation bleiben wird, wie sie aktuell ist. Wären es nur sechs Wochen, würden wir es schaffen. Wären es aber drei Monate, hätten wir kaum eine Chance.

Bilderstrecke zum Thema

So wirkt sich die Corona-Pandemie auf die Umwelt aus

Das Coronavirus hält seit Wochen die Welt in Atem. Viele Menschen bleiben aufgrund der aktuellen Lage momentan freiwillig oder verordnet zu Hause, es fliegen weniger Flugzeuge - all das hat auch Folgen für die Umwelt.


Es tut mir leid, dass ich nicht viele positive Worte finde – normalerweise bin ich ein optimistischer Mensch. Immerhin spüre ich

eine Welle gegenseitigen Interesses und aufkommender Solidarität und hoffe, dass der Zusammenhalt unter "den Kleinen" uns gemeinsam stärkt und diese schwierige Zeit durchhalten lässt.


Was soll ich tun, wenn ich selbst den Verdacht habe, an dem Virus erkrankt zu sein? Hier haben wir häufig gestellte Fragen zum Coronavirus zusammengestellt. Bayern hat wegen des Coronavirus den Katastrophenfall ausgerufen - das hat weitreichende Konsequenzen. Unter anderem fallen viele Großveranstaltungen in Franken aus oder werden verschoben.

Außerdem gelten bei . Sollte man beim Einkaufen überhaupt noch mit Scheinen und Münzen zahlen? Ein Experte klärt auf, ob Corona auch über Geld übertragen werden kann.

Ein bisschen Abwechslung gefällig? Wie viele Millionen andere Deutsche arbeitet auch unsere Redaktion nun von Zuhause. Im Live-Blog berichten die Kollegen live aus der Homeoffice-Hölle! Hier finden Sie derweil nützliche Tipps, die Sie gegen die Langeweile Ihrer Kinder unternehmen können.


Wir informieren Sie ab sofort mit unserem täglichen Corona-Newsletter über die aktuelle Lage in der Coronakrise, geben ihnen Hinweise zum richtigen Verhalten und Tipps zum alltäglichen Leben. Hier kostenlos bestellen. Immer um 17 Uhr frisch in Ihrem Mailpostfach.

Sie bevorzugen Nachrichten zur Krise im Zeitungsformat? Erhalten Sie mit unserem E-Paper-Aktionsangebot immer die wichtigsten Corona-News direkt nach Hause: Ein Monat lesen für nur 99 Cent! Hier gelangen Sie direkt zum Angebot.


Sie wollen in der Corona-Krise helfen: Dann sind Sie in unserer Facebookgruppe "Nordbayern hilft" genau richtig!

Seite drucken

Seite versenden


weitere Meldungen aus: Nürnberg