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Corona und das Weiße Schloss

Kosten sind vorhanden, aber keine Gäste - 31.01.2021 12:30 Uhr

Wird verlängert: die Ausstellung mit Aquarellen von Fritz Griebel.

26.01.2021 © Manfred Leuthel


Für die „Kulturfreunde Heroldsberg“ und ihr umfangreiches Jahresprogramm ist die Corona-bedingte Einstellung des Kulturangebots ebenso einschneidend wie für viele andere Kulturschaffende. Allerdings betreiben die ehrenamtlichen Vereinsmitglieder auch noch das Weiße Schloss, das derzeit ebenfalls geschlossen ist. Wann das erfolgreiche ortsgeschichtliche Museum wieder geöffnet werden kann, steht noch in den Sternen.

Besonders schmerzlich sind für die Kulturfreunde die fehlenden Einnahmen durch das Museum, obwohl die laufenden Kosten nach wie vor anfallen. Zwar hat der Verein Corona-Hilfen beantragt, doch ob welche gewährt werden, und wenn ja, in welcher Höhe, ist ebenfalls noch unklar. Eine kleine Hoffnung liegt noch in einem Antrag an die Gemeinde, zumindest die monatliche Miete für das Schloss zu senken.

Historische Aufnahmen

Nach Auskunft des Vorsitzenden der Kulturfreunde, Eberhard Brunel-Geuder, ist der Verein trotz der Schließung nicht untätig und einige Mitarbeiter nutzten die Zeit für Arbeiten, die bislang öfter aufgeschoben wurden. Da das Weiße Schloss über eine stattliche Sammlung historischer Aufnahmen sowie über Post- und Ansichtskarten des Ortes verfügt, wurden diese jetzt inventarisiert.

Dazu wurden alle Bilddokumente in den letzten Wochen digitalisiert und soweit möglich datiert. Danach wurden die teils schon historischen Aufnahmen in das Inventar des Museums übernommen und in ein spezielles Computerprogramm für Museen eingegeben. Eine der ersten Fotografien der Sammlung Heroldsberger Bilder stammt aus dem Jahr 1897.

Die jetzige Bildersammlung des Museums stellt einen unschätzbaren ideellen Wert für das Museum, aber auch für die Gemeinde Heroldsberg dar. Die Luftbilder, Panorama- und Teilansichten aus über hundert Jahren dokumentieren die Entwicklung des Ortes vom rein landwirtschaftlich geprägten Dorf über die Zeit der Papierfabrik bis hin zur stetig gewachsenen Vorstadtgemeinde im Speckgürtel Nürnbergs.

Sonderschau über Schlossbad

Für die Zeit der Wiedereröffnung laufen die Vorbereitungen auf Hochtouren. Die noch kurz vor dem zweiten Lockdown Ende Oktober eröffnete Ausstellung "Fritz Griebel – Meisterhafte Aquarellmalerei" wird wohl um die Monate der Schließung verlängert werden und bis September dieses Jahres laufen. Daneben wird es 2021 anlässlich des 90-jährigen Jubiläums des Schlossbades eine kleine Sonderschau über die Geschichte des beliebten Freibades geben.

Auch das im Weißen Schloss vorhandene Trauzimmer soll attraktiver gemacht und mit einem Glaspokal aus der Barockzeit ausgestattet werden, der die Wappen von vier Nürnberger Ratsfamilien, darunter das der Geuder von Heroldsberg, zeigt. Der Pokal fügt sich inhaltlich gut ins Trauzimmer ein, denn mit großer Wahrscheinlichkeit wurde er anlässlich einer Doppelhochzeit um das Jahr 1740 in Auftrag gegeben.

MANFRED LEUTHEL

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