Demo in Nürnberg: Treffen Russlanddeutsche auf die Antifa?

5.2.2016, 06:00 Uhr
Russlanddeutsche wollen, wie auf diesem Bild vor zwei Wochen, am Sonntag erneut demonstrieren.

Russlanddeutsche wollen, wie auf diesem Bild vor zwei Wochen, am Sonntag erneut demonstrieren. © Michael Matejka

Es werden mehr. Kamen zur ersten Demo etwa 240 Teilnehmer, sind es am vergangenen Sonntag bereits nahezu 500 gewesen. Die Anmelder und Veranstaltungsleiter sind den Mitarbeitern im städtischen Ordnungsamt nicht bekannt gewesen. Doch welche Ziele sie mit ihren Kundgebungen verfolgen, ist Katrin Kurr, Leiterin des Ordnungsamts, nicht klar. "Es wirkt diffus, nicht konkret. Ein allgemeines Unbehagen spielt dabei wohl eine Rolle", sagt sie.

Die Veranstalter gaben bei der Anmeldung an, dass sie dieses Mal mit 1500 Teilnehmern rechnen. Ob wirklich so viele kommen werden, wagt Kurr zu bezweifeln. Doch schon bei der jüngsten Demo der Russlanddeutschen kamen in etwa so viele, wie sie zuvor beim Amt angegeben hatten. Klar ist auch: "Die Leute sind kooperativ." Beispiel: Die Behörde wollte auf dem Hauptmarkt keine weitere Kundgebung mehr zulassen. Die Organisatoren sperrten sich dagegen nicht. Sie nahmen den Vorschlag der Stadt, die Veranstaltung auf dem Lorenzer Platz abzuhalten, an.

Fest steht jetzt, dass die dritte Demo der Russlanddeutschen am Sonntag, 14. Februar, von 14 bis 16 Uhr auf dem Lorenzer Platz stattfindet. Das Motto: "Sichere Heimat".

Gegendemo angekündigt

Unwohl ist einigen in der Stadtverwaltung, dass sich bei der vergangenen Demonstration auch stadtbekannte Rechtsextreme wie Rainer Biller und Dan Eising unter die Teilnehmer mischten. Amtsleiterin Kurr wundere sich, dass Gruppen aus dem linken Spektrum für den vergangenen Sonntag keine Gegendemo angemeldet hatten. Auch für den 14. Februar liegt ihr noch keine Anmeldung vor.

Doch auf der Webseite vom Nürnberger Bündnis Nazistopp ist eine Ankündigung zu lesen: "Proteste gegen rechtspopulistische Kundgebung nahe der Lorenzkirche. Weitere Infos folgen."

Am kommenden Montag finden Gespräche zwischen den Sicherheitsbehörden und den Veranstaltern statt. Stadt und Polizei wollen bei dem Treffen auch prüfen, ob sich die Organisatoren von rechten Gruppen vereinnahmen lassen. Schließlich haben am vergangenen Sonntag auch Leute wie Martin Sichert von der AfD und Gernot Tegetmeyer von Pegida am Rednerpult zum Mikro gegriffen.

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