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Der ADFC fragt: Wie fahrradfreundlich ist Nürnberg?

Der "Klimatest 2014" läuft bis 30. November — Zuletzt nur Platz im Mittelfeld - 16.10.2014 14:56 Uhr

Radfahrer in Nürnberg haben nicht immer solch freie Fahrt wie auf diesem Foto. Oft genug werden sie ausgebremst und müssen sich ihren Weg bahnen. © Foto: Roland Fengler


Anhand von 27 Fragen ermittelt der ADFC auf der Internetseite www.fahrradklima-test.de die Fahrradfreundlichkeit von Kommunen in ganz Deutschland. Gefragt wird unter anderem: Wie gut kommen Sie als Radfahrer in Ihrer Stadt voran? Finden Sie ausreichend Stellflächen fürs Fahrrad und generell eine Infrastruktur vor, bei der es Spaß macht, Rad zu fahren? Oder fühlen Sie sich verunsichert und als Radfahrer im Verkehr überhaupt nicht wahrgenommen?

Mit dem Fahrradklimatest will der Verband herausfinden, wo es in der Stadt noch Schwachstellen im Angebot für die Radler gibt. Es soll aber auch herausgestellt werden, welche Maßnahmen schon jetzt gut ankommen und wie sich die Fahrradfreundlichkeit in Nürnberg im Vergleich zu anderen Großstädten entwickelt, erläutert Jens Ott, Kreisvorsitzender des ADFC Nürnberg.

  „Machen Sie mit! Jede Stimme zählt!“, lautet sein Appell an die Nürnberger Radlerinnen und Radler. Dass das Fahrrad als Alltagsverkehrsmittel auch in Nürnberg immer mehr an Bedeutung gewinne, lasse sich tagtäglich feststellen, so der Verbandschef. Die überfüllten Fahrrad-Abstellanlagen – etwa am Hauptbahnhof oder anderen Stellen in der Stadt – seien ein Anzeichen dafür.

„Noch Luft nach oben“

Ott: „Doch bei etwa dreizehn Prozent Radverkehrsanteil am  Gesamtverkehrsaufkommen in Nürnberg ist noch viel Luft nach oben.“ Für eine Steigerung seien eine bessere Fahrrad-Infrastruktur und ein fahrradfreundlicheres Verkehrsklima erforderlich, betont er. Obwohl doch Nürnberg 2013 zur ersten „fahrradfreundlichen Kommune“ durch die landesweite „Arbeitsgemeinschaft fahrradfreundlicher Kommunen in Bayern“ ernannt worden war. Das führte zu viel Kritik an der Organisation. Der Fahrradklimatest werde aufzeigen, prognostiziert der ADFC-Vorsitzende, in welchen Bereichen die Radfahrer der Schuh drücke.

Erst jüngst hatte der Club die Bürger gebeten, die zehn größten Schwachstellen in der Rad-Infrastruktur auszuwählen. An erster Stelle landete der Radweg vor dem Hauptbahnhof. Bei einem im August veröffentlichten Test des Autofahrerclubs ADAC in zwölf Städten schnitt Nürnberg nur „durchschnittlich“ ab.

Der ADFC-Test ist nach eigenen Angaben die größte Befragung zum Radfahrklima weltweit und wird in diesem Jahr zum sechsten Mal durchgeführt. Beim letzten Test 2012 nahmen in ganz Deutschland über 80.000 Menschen teil. 332 Städte wurden bewertet. Bei den 38 Städten mit über 200.000 Einwohnern schaffte es Nürnberg ins Mittelfeld auf Platz 17. Nahmen 2005 in Nürnberg noch 160 Radfahrer teil, so waren es beim letzten Test 2012 schon über 1150.

Den Fragebogen auf der Seite www.fahrradklima-test.de kann man online ausfüllen oder ausdrucken. Der Zeitaufwand beträgt fünf bis zehn Minuten. Die Umfrage läuft noch bis zum 30. November.

Bilderstrecke zum Thema

Fahrradklima-Test 2012: So hat die Region abgeschnitten

Zum fünften Mal hat der ADFC den Fahrradklima-Test gemacht. Aus den drei vorgegebenen Stadtgrößen-Gruppen (mehr als 200.000, 100.000 bis 200.000 sowie weniger als 100.000 Einwohner) haben auch Radfahrer aus unserer Region die Fragebögen ausgefüllt.


Andreas Franke Nürnberger Nachrichten

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