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Die «alten» Rams werden wieder auferstehen

Es tut sich in Nürnberg einiges in Sachen American Football - 29.09.2007

Peter Schuh


NZ: Um die Football-Szene, die früher in Nürnberg sehr facettenreich war, ist es in letzter Zeit sehr ruhig geworden. Ist die Sportart im Raum Mittelfranken etwa eingeschlafen?

Peter Schuh: Ich muss leider als Bezirksvorsitzender feststellen, dass es in den Medien sehr ruhig in der Football-Szene geworden ist. Zu Jahresbeginn versuchte ich, die mittelfränkischen Vereine an einen Tisch zu bringen, um gemeinsam am Footballsport wieder Interesse zu wecken. Leider antworteten die meisten Vereine nicht. In der Winterpause hoffe ich, dass die Vereine über ihren Teller hinausschauen und nicht jeder sein Süppchen kocht. Die Franken Knights aus Rothenburg spielen in Mittelfranken sehr erfolgreich. Die Ansbach Grizzlies haben noch kein spielfähiges Team. Die Erlangen Sharks spielen in der Verbandsliga erfolgreich um den Aufstieg. Erstaunlich ist der Gewinn der deutschen Vizemeisterschaft der Nürnberg Hurricanes, die sich aus Spielerinnen aus Nürnberg, München, Hanau, usw. zusammensetzen. In Nürnberg spielen die Nürnberg Buffalos mit der Jugend, und die Flag-Senioren der Nürnberg Rams erfolgreich

, die bayerischer Meister und Vierter bei der Deutschen Meistschaft wurden. Es wird schon erfolgreich Football gespielt, aber leider fehlen in den Vereinen Mitarbeiter. Glücklicherweise haben die Nürnberg Rams jetzt genügend versierte Leute für die Pressearbeit, damit gesichert ist, dass die Medien und die Football-Interessierten wieder ständig Informationen erhalten.

NZ: Woran hat es gelegen, dass - obwohl noch Mannschaften im Punktspielbetrieb waren - kaum noch etwas an die Öffentlichkeit gedrungen ist?

Schuh: Vereine, die nicht in der Bundesliga spielen, haben geringe Chancen, dass über sie berichtet wird. Wenn ein eingesandter Bericht nicht veröffentlicht wird, verlieren die Leute leider die Lust, erneut Berichte an die Medien zu senden. Bei den Franken Timberwolves, die in der Regionalliga spielen, war es schwierig, einen Abteilungsleiter zu finden. So ist es verständlich, dass leider «Wichtigeres» zu tun war als die Medien zu informieren. Bei den Franken Knights funktionieren der Vorstand und das Umfeld; deshalb sind sie auch in jeder Hinsicht sehr erfolgreich.

NZ: Wenn die Nürnberg Rams als «richtige» Football-Mannschaft wiederkommen, ist dann davon auszugehen, dass die Zuschauerzahlen auch wieder vorzeigbar werden?

Schuh: Da viele Spieler der früheren Nürnberg Rams über 40 Jahre sind, lässt der Beruf leider nicht soviel Freizeit. Deshalb haben wir den Vereinsnamen geändert und uns mit den Nürnberg Buffalos zusammengeschlossen. Diese spielen noch im Oktober mit ihrem bisherigen Namen. In Zukunft spielen alle Teams mit dem Namen Nürnberg Rams. Jetzt wird außer Seniors Flag (dabei handelt es sich um eine Football-Version ohne Berührung des Gegners, die Red.) neu Seniors Tackle, Jugend Tackle, Kinder Flag, und Cheerleading in Zusammenarbeit mit der ehemaligen Rams-Cheerleaderin Bianca Purzner (www.sweetdevils.de) angeboten. Groß geschrieben wird bei uns die Jugendarbeit, so dass das Jugendteam 2009 in der Bundesliga spielen kann. So könnten die Nürnberg Rams bald wieder ein schlagkräftiges Senioren-Team bekommen, damit die Zuschauer wie früher einen guten Football begeistert miterleben können. Es wurden auch Verhandlungen mit einem Verein geführt, um 2008 hochklassigen

Football bieten zu können. Vielleicht klappt es doch noch. Wir werden über den Verband alles versuchen, dass wir nicht in der Aufbauliga spielen müssen. Die Chance ist allerdings nicht groß. Ein Zusammenschluss zum Beispiel mit einem Regionalligisten wäre für die Region und für alle Seiten die optimale Lösung.

NZ: Was auch in den letzten Jahren etwas verschwunden war, ist die Nachwuchsarbeit. Gibt es da überhaupt noch Aktivitäten, die auf eine einigermaßen erfolgreiche Zukunft hoffen lassen?

Schuh: Im Großen und Ganzen ist die Nachwuchsarbeit leider ins Hintertreffen geraten. Doch liegt das zum größten Teil auch daran, dass qualifizierte und vor allem engagierte Trainer Mangelware sind. Dies gilt aber nur für Nordbayern, denn im Süden des Freistaates wird hervorragende Arbeit geleistet. Anhand folgender Beispiele kann man das Nord-Südgefälle gut ausmachen. Im Endspiel um die bayerische Jugendmeisterschaft traten aus Nordbayern das Team der Hof Jokers gegen die Kirchdorf Wildcats aus dem Süden an, das die Hofer mit 0:47 verloren. Auch in der bayerischen Jugendauswahl ist der Klassenunterschied eklatant. Von 45 Spielern der Auswahl sind 30 aus dem Süden und 15 aus dem Norden. Von denen kommt gut die Hälfte aus dem einzigen bayerischen Jugendbundesliga- Team, den Franken Knights. Diese haben aber in der laufenden Saison kein einziges Spiel gewonnen. Also könnte man schon denken, es mangelt an der Nachwuchsarbeit. Ein Paradebeispiel sind die Nürnberg

Buffalos. Im Jahr 2006, von der Öffentlichkeit vollkommen unbemerkt, waren sie das erfolgreichste bayrische Jugendteam. Sie gewannen die 2A-Jugendliga der 15- bis 19-Jährigen und wurden Vize-Meister bei der B-Jugend (13- bis 17-Jährige). Mit den jetzt neuen und überaus erfahrenen Trainern ist auch der Siegeswille und die Freude am Spiel der Jungs wieder erwacht. Die jetzt vor uns liegende B-Saison, die am 20. Oktober in Ansbach ihren Anfang hat, lässt uns auf einen versöhnlichen Abschluss für das Jahr 2007 hoffen.

NZ: Es tut sich also wieder etwas in Sachen Football in Nürnberg. Wie kann man sich die nahe Zukunft vorstellen, und welche sportlichen Erfolge wären mittelfristig denkbar?

Schuh: Mit der Umbenennung des Vereins Nürnberg Rams Flag Football Club in Nürnberg Rams American Sports haben wir die Weichen für eine gute sportliche Zukunft gestellt. Es wäre vermessen, die Ziele jetzt schon hoch anzusiedeln. Zum Jahreswechsel kann gesagt werden, welche Ziele wirklich realistisch sind. Wir haben im Vorstand ein gutes Team. Erfreulich war die Sitzung der Buffalos, die einstimmig für den Zusammenschluss stimmten und sich freuen, unter dem traditionellen Namen «Nürnberg Rams» spielen zu können.

Fragen: Thomas Siermann


www.nuernberg-rams.com 

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