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"Die öffentliche Toilette am Rathenauplatz ist ein Puff"

Mann fühlte sich von Männern belästigt - Sör verweist auf Satzung - 16.06.2016 14:41 Uhr

Blick in die verwahrloste Herrentoilette am U-Bahnhof Frankenstraße (Archivbild).

16.06.2016 © Roland Fengler


"Die öffentliche Toilette am Rathenauplatz ist ein Puff" - mit diesen Worten hat sich ein Leser gemeldet. Er berichtet von älteren Herren, die dort gezielt warten und andere Männer belästigen. "Ich bin schwul und finde es einfach abartig, was dort abgeht", so der Leser weiter. "Kein Wunder, dass wir Homos so ein schlechtes Bild abgeben, was kann ich tun?"

Die NZ hat daraufhin bei Sör angefragt – der Servicebetrieb Öffentlicher Raum ist schließlich für die öffentlichen Toiletten zuständig. "Es gibt eine Satzung für die Benutzung der öffentlichen Toiletten der Stadt Nürnberg", sagt André Winkel von Sör und zitiert Paragraf 4. Dort steht: "Alle Benutzer haben sich in den öffentlichen Toiletten so zu verhalten, dass andere Benutzer nicht belästigt werden." Und weiter: "Handlungen, die gegen Sitte und Anstand verstoßen, sind in den öffentlichen Toiletten untersagt."

Wenn man also in den Räumlichkeiten der öffentlichen Toiletten sexuell aktiv ist, verstößt man gegen die Hausordnung. "Wenn sich jemand belästigt fühlt, kann er sich bei der Polizei melden", so Winkel weiter. Die Beamten seien schließlich schon allein deshalb die richtigen Ansprechpartner, weil sie Personalien aufnehmen dürfen. Sör-Mitarbeiter seien dazu nicht berechtigt, sagt Winkel.

Festnahme an der Maximilianstraße

Die Polizei würde die Vorwürfe an Sör weiterleiten, der Servicebetrieb könne dann Hausverbote und Bußgeldbescheide erlassen. Dies sei in der Vergangenheit jedoch am Rathenauplatz nicht vorgekommen, so Winkel. Auch der Polizei sind dort keine Anzeigen bekannt.

Der Leser, der sich bei der Redaktion gemeldet hat, nennt auch die U-Bahnstationen an der Maximilianstraße und am Plärrer als beliebte Treffpunkte. Zumindest letztere Adresse ist auch auf einem Szeneportal im Internet genannt. Ebenso wird dort auf bestimmte Stellen am U-Bahnhof an der Gustav-Adolf-Straße und an der Frankenstraße verwiesen.

An der Maximilianstraße hatte die Polizei im April einen 50-Jährigen festgenommen, der sich auf der Toilette entblößt und einen Passanten dazu aufgefordert hatte, sexuelle Handlungen an ihm vorzunehmen.

jule, sh E-Mail

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