Die Qual der Wahl: Die Nürberger Elisen im Test

3.12.2015, 07:58 Uhr
Schön gebräunt und appetitlich – schlecht sehen die Elisen der Konditorei Glückswinkel an der Zapfengasse wirklich nicht aus. Einige Kollegen finden die Optik der Lebkuchen (sechs Stück à 80 Gramm kosten 11,40 Euro) langweilig. Aber das täuscht! Beißt man nämlich in die duftenden Elisen rein und lässt man sich die saftig- weichen Bissen auf der Zunge zergehen, kommt man ins Schwärmen.
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Konditorei Glückswinkel: Note 1,9

Schön gebräunt und appetitlich – schlecht sehen die Elisen der Konditorei Glückswinkel an der Zapfengasse wirklich nicht aus. Einige Kollegen finden die Optik der Lebkuchen (sechs Stück à 80 Gramm kosten 11,40 Euro) langweilig. Aber das täuscht! Beißt man nämlich in die duftenden Elisen rein und lässt man sich die saftig- weichen Bissen auf der Zunge zergehen, kommt man ins Schwärmen. "Vielschichtig, angenehme Gewürzmischung", heißt es dann. "Lecker", "weihnachtlicher Geschmack", loben andere. Und: "erinnert an Backen mit Mama". Kein Wunder also, dass die Glückswinkel-Elisen das Testessen gewinnen. Die richtige Gewürzmischung für die Elisen – für Konditormeister Udo Pierenkemper ist es "das Diffizilste, was es gibt". Das Grundrezept hat Pierenkemper von seinem Papa bekommen. Der wiederum hat es von einem Nürnberger Kollegen erhalten, nachdem er nach seiner Wanderschaft 1952 in Nürnberg angekommen war. Das Grundrezept – da ist sich Pierenkemper sicher – ist mindestens schon hundert Jahre alt. Altbacken ist es jedoch garantiert nicht, schließlich wurde es immer wieder modernisiert. Neuerdings – so viel darf verraten werden – ist etwa auch Marzipan im Teig. Die genaue Gewürzmischung aber – da hält es Pierenkemper mit seinen Kollegen – die bleibt natürlich geheim. Unser Ergebnis dagegen nicht: Note 1,9. © Roland Fengler

In der Confiserie Neef an der Winklerstraße (im Bild eine Auswahl an köstlichen Plätzchen) muss man Glück haben oder zwei Tage vorher anrufen, wenn man Lebkuchen ohne Glasur haben möchte. Wie bei vielen anderen Bäckern auch, wird das weihnachtliche Gebäck sonst automatisch mit Zuckerguss oder Schokolade überzogen. Schade eigentlich, denn so ganz ohne Überzug sehen die Neef-Elisen sehr ansprechend aus. Die sehr gleichmäßige Form führt aber auch dazu, dass die Elisen nicht so handgemacht aussehen wie die der Konkurrenz.
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Confiserie Neef: Note 2,0

In der Confiserie Neef an der Winklerstraße (im Bild eine Auswahl an köstlichen Plätzchen) muss man Glück haben oder zwei Tage vorher anrufen, wenn man Lebkuchen ohne Glasur haben möchte. Wie bei vielen anderen Bäckern auch, wird das weihnachtliche Gebäck sonst automatisch mit Zuckerguss oder Schokolade überzogen. Schade eigentlich, denn so ganz ohne Überzug sehen die Neef-Elisen sehr ansprechend aus. Die sehr gleichmäßige Form führt aber auch dazu, dass die Elisen nicht so handgemacht aussehen wie die der Konkurrenz. "Sieht aus wie mit der Maschine gestanzt", meint ein Kollege. Geschmacklich kommen die Neef-Lebkuchen aber recht gut an. Die saftige Konsistenz wird mehrheitlich gelobt. Dank vieler Nüsse und Mandeln und weihnachtli­cher Würze punktet der Elisen. Dank viel Zitronat schmeckt der Lebkuchen fruchtig – allerdings mag nicht jeder Zitronat. Mit guten Bewertungen landet die Confiserie Neef weit vorne. Für den ersten Platz hat es jedoch nicht gereicht. Note 2,0. © Farzad Pourziaie

Schon lange kein Geheimtipp mehr sind die Elisen der Lebküchnerei Düll. Gebacken werden sie an der Mathildenstraße. Zu kaufen gibt es die Lebkuchen in mehreren Filialen im Stadtgebiet (fünf Stück à 90 Gramm für 10,20 Euro).
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Lebküchnerei Düll: Note 3,1

Schon lange kein Geheimtipp mehr sind die Elisen der Lebküchnerei Düll. Gebacken werden sie an der Mathildenstraße. Zu kaufen gibt es die Lebkuchen in mehreren Filialen im Stadtgebiet (fünf Stück à 90 Gramm für 10,20 Euro). "Sehr hübsch sehen sie aus", sagt einer über die leicht rissige Oberfläche, "fast wie im Märchen". Auch die Farbe – die Elisen sind recht dunkel – gefällt. Die Konsistenz kommt bei der Mehrheit der Kollegen gut an – wenngleich einer auch bemängelt, dass die Elisen etwas "matschig" geraten sind. Dass Lebkuchen für die Figur nicht gerade förderlich sind, liegt auf der Hand. Einem Kollegen kommen die Düll-Lebkuchen jedoch "extrem nahrhaft und schwer" vor. Geschmacklich treten Zimt und Orangeat besonders stark hervor. "Gewürzexplosion" oder "weihnachtlich" loben da manche. "Langweilig" meinen jedoch andere Kollegen. Insgesamt kommen die Lebkuchen auf eine mittelmäßige Note 3,1. © Eduard Weigert

Die NZ hat diesmal auch einen Fürther Elisen in das Rennen um das Lebkuchenkrönchen geschickt. Die Konditorei Barbante an der Jakobinenstraße verziert ihre Lebkuchen mit fünf Mandeln (fünf Stück à 75 Gramm kosten 8,75 Euro).
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Konditorei Barbante: Note 3,4

Die NZ hat diesmal auch einen Fürther Elisen in das Rennen um das Lebkuchenkrönchen geschickt. Die Konditorei Barbante an der Jakobinenstraße verziert ihre Lebkuchen mit fünf Mandeln (fünf Stück à 75 Gramm kosten 8,75 Euro). "So muss ein Lebkuchen ohne Guss aussehen", meint eine Kollegin, "wie bei Hänsel und Gretel." So appetitlich er auch nach Lebkuchenhaus aussieht, der Fürther Elisen hält leider nicht das, was er verspricht. Die Kollegen, die die Konsistenz loben, sind in der Minderheit. "Bröselig", "eher trocken" lautet die Kritik. Auch geschmacklich ist die Lokalredaktion in zwei Lager geteilt. "Ausgewogen", finden die einen, "langweilig", kritisieren andere. Für sie schmeckt der Lebkuchen außer nach Nuss und Süße nicht nach besonders viel. "Süßoberflächlicher Geschmack ohne Tiefe", meint einer. Insgesamt erhält die Konditorei für die Elisen deshalb eine mäßige Note 3,4 . © Roland Fengler

Feine Lebkuchen gibt es auch bei der Bäckerei Imhof an der Dürrenhofstraße. Dass es dort schmeckt, hat auch schon die Redaktion des Magazins
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Bäckerei Imhof: Note 2,9

Feine Lebkuchen gibt es auch bei der Bäckerei Imhof an der Dürrenhofstraße. Dass es dort schmeckt, hat auch schon die Redaktion des Magazins "Feinschmecker" gemerkt. 2013 zeichnete die Redaktion die Bäckerei als eine der besten Deutschlands aus. Die Lebkuchen (fünf Stück à 90 Gramm kosten 9,50 Euro) sehen hübsch aus. Sie sind schön gleichmäßig rund und glänzen. Bei der Konsistenz gibt es jedoch noch Luft nach oben. "Zu trocken", meinen die Kollegen. Nur wenigen gefällt das so. Die Würze hingegen kommt mehrheitlich gut an ("sehr ausgewogen") – jedoch ist für manche etwas zu viel Anis enthalten, anderen ähneln die Imhof-Elisen zu stark Pfefferkuchen. Insgesamt kommt die Bäckerei Imhof damit auf eine gute Note 2,9. © Stefan Hippel

Wie selbstgemacht sehen die Elisen der Bäckerei Pabst an der Neutorstraße aus (fünf Stück à 70 Gramm kosten 8,75 Euro). Etwas verlaufen, leicht wellig, runzelig – gerade das Unperfekte finden einige
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Bäckerei Pabst: Note 3,8

Wie selbstgemacht sehen die Elisen der Bäckerei Pabst an der Neutorstraße aus (fünf Stück à 70 Gramm kosten 8,75 Euro). Etwas verlaufen, leicht wellig, runzelig – gerade das Unperfekte finden einige "ansprechend". Die Konsistenz: sehr weich. Das kann man "angenehm saftig" finden, oder "etwas zu feucht". Einig ist sich die Lokalredaktion, dass den Pabst-Elisen etwas mehr Würze nicht schaden würden. "Neutral, nichts im Vordergrund", bemängeln einige. Einer konstatiert gar einen "muffigen" Geschmack. Über Geschmack kann man aber trefflich streiten. "Sehr süß, sonst gut", so die Meinung einer wohlwollenden Kollegin über die Lebkuchen von Josef Weisel. Insgesamt schaffen es die Pabst-Elisen trotzdem nur auf eine mäßige Note 3,8. © Stephanie Siebert

Flach und hell die Elisen der Lebküchnerei Mirus an der Pirckheimer Straße (fünf Stück à 60 Gramm kosten 8,75 Euro) fallen optisch auf. Die Nussstücke sind ziemlich groß – was den Lebkuchen ein wenig wie einen Meisenknödel aussehen lässt.
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Lebküchnerei Mirus: Note 2,5

Flach und hell die Elisen der Lebküchnerei Mirus an der Pirckheimer Straße (fünf Stück à 60 Gramm kosten 8,75 Euro) fallen optisch auf. Die Nussstücke sind ziemlich groß – was den Lebkuchen ein wenig wie einen Meisenknödel aussehen lässt. "Glasiert sind sie sicher schöner als nackt", sagt ein Kollege. Die groben Nüsse kommen bei vielen Kollegen recht gut an. Während einige die Konsistenz loben, ist er anderen nicht saftig genug. Auch beim Geschmack ist sich die Redaktion uneins. Während einige zu viel Orangeat und Zimt herausschmecken, loben andere gerade die Ausgewogenheit und die gute Würze. Insgesamt bekommt Mirus für die Elisen eine beachtliche Note 2,5. © Roland Fengler

Weil am Rand ein klein wenig von der Oblate herausschaut, sehen die Elisen der Konditorei Beer an der Breiten Gasse (fünf Stück à 65 Gramm kosten 9,50 Euro) ein wenig wie kleine Ufos aus – und die sind auch noch recht hell geraten. Knusprig sind sie trotzdem – eine Spur zu sehr, wie einige Kollegen finden. Geschmacklich erinnert der Lebkuchen an Marzipan – mit Zitrone. Das relativ starke Zitronenaroma ist einigen Kollegen zu scharf, andere empfinden es als fad.
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Konditorei Beer: Note 3,5

Weil am Rand ein klein wenig von der Oblate herausschaut, sehen die Elisen der Konditorei Beer an der Breiten Gasse (fünf Stück à 65 Gramm kosten 9,50 Euro) ein wenig wie kleine Ufos aus – und die sind auch noch recht hell geraten. Knusprig sind sie trotzdem – eine Spur zu sehr, wie einige Kollegen finden. Geschmacklich erinnert der Lebkuchen an Marzipan – mit Zitrone. Das relativ starke Zitronenaroma ist einigen Kollegen zu scharf, andere empfinden es als fad. "Es schmeckt, als habe der Bäcker etwas machen wollen, womit er nichts falsch macht", meint einer – gewinnen kann man damit nicht. Insgesamt kommt der Beer-Elisen auf eine durchschnittliche Note 3,5. Besser schnitt das Cafe Beer bei Johann Lafer ab: Der Sternekoch kürte die Familie, die auch allerlei Plätzchen im Angebot hat, zu Nürnbergs bestem Weihnachtsbäcker. © Eduard Weigert

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Lebküchnerei Woitinek: Note 3,5

"Am schönsten von allen", findet eine Kollegin die Elisen der Lebküchnerei Woitinek (fünf Stück à 80 Gramm kosten 7,95 Euro). Das Weihnachtsgebäck muss man übrigens gar nicht selbst im Laden an der Peter-Henlein-Straße abholen, man kann sie sich auch auf dem Christkindlesmarkt kaufen oder über den Online-Versand bequem nach Hause schicken lassen. Wenn man das Paket dann aufreißt, darf man sich über Elisen freuen, die richtig nach Handwerk aussehen. Für die Redaktion könnten die Lebkuchen etwas saftiger sein. Eine etwas kürzere Backzeit wäre vielleicht auch nicht schlecht, wie einige Kollegen bemängeln. Die Würze kommt bei einigen gut an – andere empfinden jedoch einen etwas unangenehmen Nachgeschmack. Insgesamt kommen die Woitinek- Elisen daher nur auf eine mittelmäßige Note 3,5. © Roland Fengler

Mitten im Knoblauchsland werden die Elisen von Karl Walz gebacken (auf dem Foto präsentiert Andrea Walz die Leckereien). Die kleine Bäckerei ist auch in der Nachbarstadt beliebt. Etliche Fürther decken sich auch an der Höfleser Hauptstraße mit Lebkuchen ein. Im Redaktionstest schneiden die Minilebkuchen (fünf Stück à 40 Gramm für 4,50 Euro) mittelmäßig ab.
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Bäckerei Karl Walz: Note 2,7

Mitten im Knoblauchsland werden die Elisen von Karl Walz gebacken (auf dem Foto präsentiert Andrea Walz die Leckereien). Die kleine Bäckerei ist auch in der Nachbarstadt beliebt. Etliche Fürther decken sich auch an der Höfleser Hauptstraße mit Lebkuchen ein. Im Redaktionstest schneiden die Minilebkuchen (fünf Stück à 40 Gramm für 4,50 Euro) mittelmäßig ab. "Putzig" sehen sie aus, meint ein Kollege. "Sehen aus wie Aufbackbrötchen", ein anderer. Die Elisen sind innen saftig, außen leicht knusprig. Die Kleinen schmecken sehr süß. Für manche Kollegen ist es schon zu viel der Süße. Die starke Haselnussnote kommt dagegen gut an. Auffallend ist der Nachgeschmack – die Elisen schmecken dann sehr pfeffrig. Fazit eines Kollegen: "ist bestimmt bio und vollkorn". Insgesamt kommen die Elisen von Karl Walz auf eine ansehnliche Note 2,7. © Steffan Hippel