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Ecolog: Das ist der Betreiber der Corona-Teststation am Nürnberger Flughafen

Unternehmen hat reichlich Erfahrung in Kriegsgebieten - 21.08.2020 18:34 Uhr

Ecolog hat bereits Erfahrungen mit Corona-Testzentren in Luxemburg. Das Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit hat das Unternehmen deshalb mit den Tests wie hier am Nürnberger Flughafen beauftragt.

21.08.2020 © Foto: Andrea Beck


Für die dortigen Einrichtungen und Testzentren an den Flughäfen München und Memmingen beauftragte das Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit (LGL) die Firma Ecolog International Deutschland. Das Unternehmen hat nach eigenen Angaben bereits in Luxemburg Corona-Massentests durchgeführt und kann somit Erfahrungen beim Betrieb von Testzentren vorweisen. Man könne bis zu 20.000 Tests pro Tag bereitstellen, so Firmensprecherin Kristin Blades. Das Unternehmen betreibt auch die Teststation am Nürnberger Flughafen, wo zuletzt immer wieder Kritik aufgrund der langen Wartezeiten auf die Ergebnisse aufkam.


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Gegründet wurde das Unternehmen ursprünglich als Militärdienstleister. 1998 organisierte Firmengründer und bis heute Vorstandsvorsitzender Nazif Destani die Versorgung von Bundeswehrsoldaten im Kosovo mit sauberer Wäsche und Toiletten. Später war Ecolog unter anderem an der Versorgung von internationalen Truppen in Afghanistan und im Irak im Einsatz. Bis heute sind Infrastruktur-, Logistik- und Technik-Dienstleistungen bei Militäreinsätzen und humanitären Hilfsaktionen ein Schwerpunkt.

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Weitere Kunden stammen nach Firmen-Angaben aus der Öl- und Gasbranche sowie dem Bergbau. "Wir sind in über 40 Ländern und an mehr als 150 Standorten tätig und haben einen Ressourcenpool von ungefähr 12.000 Mitarbeitern", so Blades. In Deutschland seien etwa 1000 Kräfte beschäftigt, davon etwa die Hälfte als fest angestellte Arbeitnehmer. Für die Auftragsabwicklung arbeite man zusätzlich mit Partnern vor Ort zusammen, so auch in Bayern.

Computer- und Sprachkenntnisse

Für die Testzentren musste Ecolog in kurzer Zeit Personal rekrutieren. Für das Unternehmen ist das nach eigenen Angaben kein Problem. Man habe, wie vom LGL verlangt, Personal mit medizinischen Hintergrund für die Testabnahme und Mitarbeiter mit guten Computer- und Sprachkenntnissen für die Datenverwaltung eingestellt.

In der Vergangenheit gab es immer wieder Kritik an der Vergabepraxis an Ecolog. Medien prangerten bereits mehrmals eine "freihändige" Vergabe ohne Ausschreibung an.


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Wegen der Dringlichkeit habe man die Teststationen für Reiserückkehrer befristet in einem erleichterten Verfahren ausgeschrieben, so Katrin Grimmer vom LGL. In zwei unabhängigen Vergabeverfahren habe man zwei Unternehmen gesucht, weil die Anforderungen am Flughafen anders seien. Für die Flughäfen bekam Ecolog den Zuschlag, für die Stationen an Autobahnen und Bahnhöfen Eurofins. Über Kosten und Erlöse der Testzentren wird derzeit nicht gesprochen. "Die entsprechenden Mittel für die Errichtung der Testzentren werden aus dem Sonderfonds Corona-Pandemie zur Verfügung gestellt", so die LGL-Sprecherin.


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Entscheidend bei der Vergabe an die Labore sei gewesen, dass "der Auftragnehmer das Know-how für das Durchführen von Abstrichuntersuchungen hat. Selbstverständlich ist ein fundiertes Wissen über SARS-CoV-2 notwendig", heißt es beim LGL. Dabei wurde nicht primär auf den Preis geachtet. Der Zuschlag wurde zu 80 Prozent nach der Laborqualität und nur zu 20 Prozent nach dem Preis erteilt, so die Behörde.

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