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Eigene Uni für Nürnberg: Freude und Skepsis in der Politik

Grüne und Freie Wähler dämpfen die allgemeine Euphorie - 18.05.2017 05:56 Uhr

Auf diesem Areal an der Brunecker Straße soll der neue Uni-Campus entstehen. © Bischof & Broel


Es ist so, als dürfte Nürnberg endlich mitspielen in der ersten Liga: Nürnberg sei bislang die einzige bayerische Großstadt ohne eigene Universität gewesen, sagte Fraas im Wirtschaftsausschuss des Stadtrats. Das soll sich nach dem Beschluss des bayerischen Kabinetts vom Dienstag ändern. "Das ist sehr positiv für die Stadt", stellte Fraas fest und erklärte auch gleich, weshalb: Es gebe mehr Studierende, mehr Lehrende und es sei gut für die Standortentwicklung. Im Sog einer Universität mit starkem Technikfokus könnten sich neue Hightech-Unternehmen ansiedeln.

Der Wirtschaftsreferent betonte jedoch auch, dass es wichtig sei, "etwas Besonderes zu schaffen": eine Universität mit eigenständigem Profil, "das es in Nordbayern so noch nicht gibt". Jetzt gehe es darum, ein Konzept zu erstellen, fuhr er fort.

Auch die SPD begrüßte die Ankündigung des Kabinetts ausdrücklich. SPD–Stadtrat Thorsten Brehm warf allerdings die Frage auf, mit wie viel Motivation sich die Erlanger Universität oder die Technische Hochschule in Nürnberg an den Planungen beteiligen werden. Diese würden sich womöglich schwertun, sich konstruktiv einzubringen, weil sie Konkurrenten seien.

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Die Technische Fakultät ("TechFak") der Friedrich-Alexander-Universität wächst und wächst. Der Platz ist knapp - doch die geplante Verlagerung einzelner Standorte von Erlangen nach Nürnberg gestaltete sich schwieriger als gedacht. Es gab Pläne, Begehrlichkeiten und Ängste - dann übernahm Ministerpräsident Horst Seehofer und präsentierte Anfang Mai in Nürnberg eine überraschende Lösung.


Die neue Universität soll international ausgerichtet sein und sich an Zukunftsthemen wie Mobilität, Robotik oder Energie orientieren. Zudem ist ein Forschungsbetrieb von Siemens zum autonomen Fahren im Gespräch. In die Planungen will Fraas aber nicht nur Siemens einbinden, sondern auch andere Unternehmen, die standorttreu seien und Arbeitsplätze schaffen würden, wie er in Anspielung auf die Abzugspläne von Siemens sagte. Thomas Pirner von der CSU-Fraktion sieht den Beschluss als "absolut positives Signal". "Der neue Hightech-Campus hat einen wirtschaftlichen Mehrwert und wird ein weiterer wichtiger Standortfaktor unserer Stadt", ergänzte Barbara Regitz, bildungspolitische Sprecherin der Fraktion, via Pressemitteilung.

Auch die Grünen und die Freien Wähler goutierten den Kabinettsbeschluss, dämpften die allgemeine Euphorie aber etwas. "Es ist noch kein Riesenjubel. Es mache skeptisch, wenn so plötzlich etwas Neues aus dem Hut gezaubert werde", sagte Britta Walthelm von den Grünen. Und Freie-Wähler-Stadtrat Hartmut Beck appellierte an die Stadt, beharrlich dranzubleiben am Thema, "nicht dass das Ganze eine Beruhigungspille vor wichtigen Wahlen ist".

Sowohl die Stadt als auch der Freistaat sprechen sich für den Standort am ehemaligen Südbahnhof an der Brunecker Straße aus. Da das aber noch nicht vertraglich besiegelt ist, mache die Stadt mit ihren bisherigen Planungen für das Areal weiter wie gehabt, betonte Baureferent Daniel Ulrich. Sollte die Uni tatsächlich an die Brunecker Straße kommen, dann sollte das Areal laut Thorsten Brehm "ganz neu gedacht werden". Die SPD plädiert für einen Ideenwettbewerb. 

Sabine Stoll

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