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Encke: "Delfine bekommen vom Baulärm so gut wie nichts mit"

Direktor des Nürnberger Tiergartens weist Kritik von ProWal zurück - 20.03.2014 18:26 Uhr

Die Delfinlagune des Nürnberger Tiergartens ist immer wieder Gegenstand von Kritik. © Michael Matejka


"Der Baulärm stört uns, weil wir ihn hören, wobei er nicht erheblich ist. Delfine haben ein ganz anderes Hörvermögen, sie hören im Wasser und bekommen von dem Baulärm, den wir draußen hören, so gut wie nichts mit, weil während der Arbeiten keine Verbindung zu dem Beckenkörper vorhanden war", äußerte Encke gegenüber dem Nürnberger Radiosender N1 und wies damit die scharfe Kritik von ProWal zurück.

Gegenüber unserer Online-Redaktion ging der Tiergartendirektor noch weiter ins Detail. Die Feststellung der Lärmbelastung sei ein sehr komplexer Vorgang - man könne sich nicht einfach mit einem Messgerät neben das Becken stellen, so Encke. Um wirklich festzustellen, wie deutlich die Delfine die Geräusche der Baustelle wahrnehmen, müsse man Hydrophone verwenden, die den hörbaren Frequenzbereich der Meeressäuger auffangen.

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Außerdem sei das Verhalten der Delfine, das in dem Video zu sehen ist, völlig normal und habe nichts mit Angst oder Panik zu tun. "Das ist ganz normales Sozialverhalten, das die Tiere auch zeigen, wenn nicht nebenan gebaut wird. Wenn die Delfine ihre Rangordnung ausmachen, bedrängen sie sich auch hin und wieder gegenseitig", erklärt Encke und fährt fort: "Der Bau der Lagune hat drei Jahre gedauert. Die Tiere wissen, wie eine Baustelle klingt und lassen sich davon nicht mehr beeindrucken."

Der angedrohten Anzeige wegen Tierquälerei von ProWal sieht Encke mit Gelassenheit entgegen. Zwar werde der Tiergarten sehr oft angezeigt, bislang allerdings sei jede einzelne als gegenstandslos abgewiesen worden.

Es war nicht das erste Mal, dass Andreas Morlok aus Radolfzell mit seiner Organisation den Nürnberger Tiergarten ins Visier nahm. In der Vergangenheit hatte Morlok den Tiergarten bereits als Müllhalde bezeichnet, die Platzverhältnisse in der Delfinlagune kritisiert und den Vorwurf erhoben, im Delfinarium werde Chlor zur Wasseraufbereitung verwendet. Haltbar war nach Aussage von Direktor Encke keiner dieser Vorwürfe.

Er sieht in den wiederholten Vorwürfen von ProWal die Kampagne eines Einzelnen, die der Tiergarten und er aber hinnehmen müssten. Ein juristisches Vorgehen sei daher weder rechtlich möglich noch geplant. 

Christian Urban

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