Fahren Kinder wirklich mit dem Taxi zur Schule?

20.10.2018, 05:46 Uhr
Werden Flüchtlingskinder tatsächlich auf Kosten des Steuerzahlers mit dem Taxi zur Schule gefahren? (Symbolbild)

Werden Flüchtlingskinder tatsächlich auf Kosten des Steuerzahlers mit dem Taxi zur Schule gefahren? (Symbolbild) © NN

Tatsächlich kommt es vor, dass Taxiunternehmen Schulkinder befördern, wie der stellvertretende Jugendamtsleiter Georg Reif bestätigt. Und das hat seine Gründe. Das Nürnberger Stadtgebiet ist in Grundschulsprengel eingeteilt. Je nach Wohnort ist festgelegt, welche Grundschule die Kinder besuchen. Allerdings reichen nicht an jeder Schule die Betreuungsplätze aus, so dass ein Teil der Kinder nach dem Unterricht in Zentralhorten versorgt wird. Diese sind für die Schüler allerdings nicht immer ohne weiteres zu erreichen, da sie deutlich größere Gebiete mit mehreren Schulen umfassen.

Das Gleiche gilt für Förderschüler, die aufgrund ihres persönlichen Förderbedarfs ein Schulzentrum besuchen, das auf diesen Unterstützungsbedarf spezialisiert ist, wie Schröder erklärt.

Um die Kinder in die Horte zu bringen, sind laut Reif normalerweise Busse im Einsatz. In einigen Fällen rentieren sich Busse jedoch nicht. Wenn zwei Kinder aus einer Schule mit einem Bus zum Zentralhort befördert werden müssten, ist es laut Reif wirtschaftlicher, dafür ein Taxi zu bestellen.

So werden jährlich 50 bis 60 Kinder - davon 90 Prozent Förderschüler und zehn Prozent Zentralhortkinder - von der Schule mit dem Taxi zum Hort gefahren. Natürlich nicht jedes einzeln: Teilweise teilen sich auch zwei oder mehr Schüler ein normales oder ein Großraumtaxi. "Ob darunter auch Flüchtlingskinder sind, weiß ich nicht", sagt Reif. Das werde nicht erfasst.

Täglich 25 bis 35 Fahrten

Derzeit übernimmt die Taxizentrale Nürnberg die täglich 25 bis 35 Fahrten, auf denen circa 1200 Kilometer zurückgelegt werden. Bei den Strecken handelt es sich größtenteils um Fahrten von der Schule zum Hort, also um die Hinfahrten. "Taxibeförderungen für Zentralhortkinder sind die Ausnahme und werden nur von uns in Auftrag gegeben, wenn ein Bustransfer nicht wirtschaftlich ist", stellt die Leiterin des Jugendamts klar.

Der Stadtrat hat im Jahr 2013 einen Beschluss für den Transport der Kinder zu Förder- und Zentralhorten gefasst. Für das Kalenderjahr 2018 sind laut Georg Reif allein für die Taxifahrten 120.000 Euro veranschlagt.

Die Busfahrten für Zentralhort-Kinder wurden zuletzt ab dem Schuljahr 2017/2018 für drei Jahre vergeben. Bis Ende des Schuljahres 2019/2020 sind private Busunternehmen und der OVF, ein regionaler Nahverkehrsbetrieb der Deutschen Bahn AG, auf Tour. Wie es danach weitergeht, ist laut Jugendamtsleiterin Kerstin Schröder derzeit noch offen.

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