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Mittwoch, 11.12.2019

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Fall 19: Feuer brannte tiefes Loch ins Budget

Verkohlte Einrichtung von junger Familie muss komplett ersetzt werden - 30.11.2019 14:13 Uhr

Die Nürnberg Berufsfeuerwehr – hier bei einem anderen Einsatz – war auch bei dem Küchenbrand rasch zur Stelle und verhütete Schlimmeres. Die Familie trägt dennoch schwer an dem Schaden; eine Versicherung konnte sie sich nicht leisten. © Friedrich/News5


Von der in die Jahre gekommenen Dunstabzugshaube hatte sich nämlich ein Filter gelöst und war prompt in den Topf gefallen. Im Nu habe sich das Fett entzündet, erzählt die junge Mutter.

Zum Glück konnte ihr Lebensgefährte die Flammen mit Hilfe eines Feuerlöschers und einer Decke ersticken, auch die Feuerwehr rückte an. Doch mit den Folgen des Brandes kämpft die Familie bis heute. "Ich musste fast alles wegschmeißen", sagt die junge Mutter. Auf der Arbeitsplatte und an den Wänden hatte sich ein dicker Rußfilm gebildet, der Löschschaum legte die Elektrogeräte lahm, sämtliche Plastikutensilien wurden unbrauchbar. Auch im Flur sind die Rauchspuren noch zu sehen.

Weil der Herd nicht mehr funktioniert, bleibt die Küche in der Dreizimmerwohnung seit Wochen kalt – obwohl drei kleine Kinder zu versorgen sind. Doch derzeit weiß Natalie F. noch nicht, wie sie das Geld für die Renovierung aufbringen soll. "Als ich das ganze Ausmaß des Schadens gesehen habe, musste ich erst mal heulen." Die Nürnbergerin war erst 17 Jahre alt, als sie vor vier Jahren zum ersten Mal Mutter wurde. "Ich wollte früh Kinder haben", betont sie, "damit ich mit ihnen viel und möglichst lange gemeinsam etwas machen kann."

Harmonisches Bild

Und es sieht so aus, als hätte sie gewusst, worauf sie sich einlässt. Kaum selbst erst erwachsen geworden, kommt sie mit der neuen Rolle gut zurecht. Zahlreiche Fotos an den Wohnzimmerwänden zeigen eine glückliche Kleinfamilie, die mittlerweile noch weiter gewachsen ist: Zwei Jahre später kam ein zweites Mädchen auf die Welt. Die Beziehung zum Vater hielt jedoch nicht.

Mit ihrem neuen Partner hat Natalie F. noch einen gemeinsamen, elf Monate alten Sohn. Mit ihm zusammen möchte sie auch in eine größere Wohnung ziehen, doch bislang sucht die fünfköpfige Familie vergeblich nach einem neuen Domizil. "Viele Vermieter wollen keine Kinder", sagt die 21-Jährige. "Die suchen dann für eine Fünfzimmerwohnung ein älteres Ehepaar." Dabei hat die junge Frau noch weitere Zukunftspläne.

Keine größeren Rücklagen

Im September will sie eine Ausbildung zur Bürokauffrau beginnen, in Teilzeit, damit sie trotzdem noch genügend Zeit für den Nachwuchs hat. Unterstützt wird sie dabei von den Vätern. Beide Männer kümmern sich rührend um den Nachwuchs und helfen der jungen Mutter, so gut es geht, auch finanziell – leider alles andere als selbstverständlich.

Größere Rücklagen kann sie von ihrem Budget jedoch nicht bilden. Bei der Küchenrenovierung will die Weihnachtsaktion deshalb helfen, auch, damit die Kinder ein schönes und möglichst unbelastetes Weihnachtsfest feiern können. Während die beiden Jüngeren von dem Brand zum Glück nicht viel mitbekommen haben, erzählt die vierjährige Sophie (Name geändert) bis heute von den Flammen. "Immer wenn sie Rauch sieht, will sie die Feuerwehr rufen."

Info

Wie bei anderen Reportagen, schildert die Weihnachtsaktion auch dieses Schicksal beispielhaft für ähnliche Fälle; allein aus Nürnberg wurde sie nach drei Bränden um Unterstützung bedürftiger Mieter gebeten – zum Glück kamen stets alle Bewohner mit heiler Haut davon.

Die "Freude für alle"-Spendenkonten:

Sparkasse Nürnberg: DE63 7605 0101 0001 1011 11
Sparkasse Fürth: DE96 7625 0000 0000 2777 72
Sparkasse Erlangen: DE28 7635 0000 0000 0639 99
Postbank Nürnberg: DE83 7601 0085 0400 0948 54.

Alle Spendernamen werden veröffentlicht (außer bei dem Vermerk "anonym").

Barspenden nehmen gerne die Geschäftsstellen der Zeitung in Nürnberg (Mauthalle), Fürth und Erlangen an.

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