#fillthebottle: Nürnberger ruft zum Kippen sammeln auf

2.9.2019, 13:55 Uhr
Till Neumann von der Band Zweierpasch hat mit seinem Bruder bei einer Aktion rund 15.000 Zigarettenstummel gesammelt.

Till Neumann von der Band Zweierpasch hat mit seinem Bruder bei einer Aktion rund 15.000 Zigarettenstummel gesammelt. © Patrick Seeger, dpa

Raucher schmeißen Zigarettenkippen häufig achtlos weg. Dabei stecken in den Filtern viele giftige Stoffe. Zudem zersetzen sie sich sehr langsam. Gegen die Kippenflut gehen jetzt einige Menschen vor. Auf den Social-Media-Plattformen wie Twitter oder Instagram posten vor allem jüngere User unter dem Hashtag #fillthebottle ("Füll die Flasche") Fotos von Plastikflaschen, in denen Zigarettenstummel stecken, die sie gesammelt haben.

"1,5 Liter Kippen in nur 29 Minuten am James-Simon-Park in Berlin. Wer schafft mehr?", schreibt Anton Beierhuber auf Twitter. "Die wohl sinnvollste Social-Media-Challenge des Jahres", kommentiert Denny Kondic die Challenge. Der Trend erinnert ein wenig an Plogging. Die Kombination aus Joggen und Müllsammeln schwappte im Frühjahr 2018 von Schweden zu uns und fand seither einige Nachahmer.

Seine Ursprünge hat die #fillthebottle-Bewegung in Frankreich. Unter #fillthebottle finden sich auf Instagram bereits über 4000 Beiträge, wo User ihre vollen Zigarettenflaschen präsentieren. In Nürnberg ist der Trend mittlerweile auch angekommen.

Der Nürnberger Alex Cio, laut eigenen Angaben Filmemacher und Onlineaktivist, hinterfragt jedoch die Challenge. Zwar finde er es cool, dass sich Menschen die Zeit nehmen, um die Zigarettenüberreste aufzusammeln, sagt er in einem Video auf Youtube, doch wie sinnvoll ist es, diese in eine Flasche zu stecken?

In dem Clip macht er den Vergleich. Einmal sammelt er Kippen in einer Plastikbox, danach in einer Einwegflasche. Dabei stellt er fest, dass es viel komplizierter ist und mehr Zeit kostet, die Filter in den engen Flaschenhals zu werfen. Beim Entsorgen ist es genau dasselbe Problem. Die Zigarettenstummel müssen dann wieder denselben Weg durch die schmale Öffnung nehmen.

Das Problem tritt allerdings nur auf, wenn man versucht, die gesammelten Stummel getrennt vom Behältnis zu entsorgen. Denn die Einwegflasche gehört je nachdem wieder zurück in den Supermarkt oder in den Gelben Sack, die Zigaretten in den Restmüll. Vermutlich macht sich nicht jeder die Arbeit, die Kippen wieder herauszupulen. Und das ist wiederum nicht im Sinne der Umwelt.

Daher schlägt Cio eine abgewandelte Version von #fillthebottle vor. Denn der Gedanke dahinter ist ja grundsätzlich gut. Unter dem Hashtag #100kippenchallenge ruft er ebenfalls zum Zigaretten sammeln auf - jedoch ohne Flasche. Er empfiehlt stattdessen ein größeres Behältnis wie etwa eine alte Eisschachtel. So tut man sich beim Sammeln leichter, das Mülltrennen klappt auch besser und die Box kann zudem wiederverwendet werden.

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