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First Lego League in Nürnberg: Wenn Roboter Blumen gießen

Jugendliche zeigten, was sie technisch drauf haben - 21.11.2017 14:33 Uhr

Da war viel Fingerspitzengefühl gefragt: 18 Teams traten bei der First Lego League in der Technischen Hochschule Nürnberg mit ihren selbstgebauten Robotern gegeneinander an. © Foto: Stefan Hippel


Die Blume lässt den Kopf hängen – und mit ihr Jonas, Louis, Niklas, Lukas, Luca und Greta. Die 14– und 15–Jährigen wissen: Jetzt wird’s eng. Denn eigentlich hätte sich die Blume mit Hilfe eines ordentlichen Schlucks Wasser nach oben recken sollen. Doch der Gärtner spielt nicht mit.

Der Gärtner ist ein Roboter und – genauso wie Blume und Wasser – aus Lego. Genauer: Lego Technic. Gebaut von Jonas, Greta und Co., den RoboSaurs, wie sich das Team von der Realschule Marktheidenfeld nennt. Seit August haben die sechs Schüler auf diesen Moment hingearbeitet und an ihrer Maschine gebastelt.

Sie nutzten jede Vertretungsstunde und viele Stunden ihrer Freizeit, um aus Lego-Teilen, Sensoren, einem Motor und einem kleinen Computer einen eigenen Roboter zu basteln. Das Ergebnis ist ein grauer, spinnenartiger Kasten mit zwei Greifarmen, der nach nur einem Knopfdruck ein Eigenleben entwickelt – und (fast) nicht mehr zu bremsen ist.

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Lego Robot-Game in Nürnberg: Jugendliche zeigen ihre Technikwunder

Bei der First Lego League in Nürnberg traten am Sonntag insgesamt 18 Teams mit ihren Robotern gegeneinander an. Die kleinen Technik-Wunderwerke bastelten die Jugendlichen selbst. In langer Vorarbeit bauten sie sogar Sensoren und Motoren ein, um das Thema "Hydro Dynamics – Vorkommen, Nutzung, Lagerung und Bewegung von Wasser" möglichst kreativ umzusetzen.


Das ist gut so. Denn das ist bei der First Lego League eine der wichtigsten Regeln, wissen Roland Bittner und Peter Maurer. Die beiden arbeiten bei Semikron Elektronik in der Sigmundstraße – heute aber sind sie als Schiedsrichter in die Räume der Technischen Hochschule Nürnberg in die Wassertorstraße gekommen. Genauso wie 18 Teams aus Schwabach, Parsberg, Cham und Bayreuth.

Und mit ihnen 18 Roboter, die auf zwei im Hörsaal aufgebauten Spielfeldern einen Parcours überwinden müssen – ohne dass die Bastler eingreifen. "Der Roboter muss selbstständig fahren, ohne Funk und Fernbedienung", sagt Bittner. Mit einer einstündigen Schulung sind die Schiedsrichter auf den Regionalwettbewerb Nürnberg, einen von über 100 in Deutschland, Österreich und der Slowakei, vorbereitet worden.

Die RoboSaurs treten in der Prüfung "Hydro Dynamics – Vorkommen, Nutzung, Lagerung und Bewegung von Wasser" an. Sie schaffen es bis ins Finale. Auch da kann ihr Roboter zwar einen (Lego-)Wasserhahn aufdrehen und ein (Lego-)Rohr austauschen, aber die Plastik-Blume will den Kopf nicht heben: Der blaue Baustein – das Wasser – springt aus der Vorrichtung.

Passiert. Mit Platz zwei kann das Team aber mehr als zufrieden sein. Schließlich sind sie zum ersten Mal dabei – und können wiederkommen. Für Lena Somschor vom European Center for Power Electronics, dem Ausrichter, steht auch gar nicht das Gewinnen im Vordergrund, sondern die Begeisterung der jungen Menschen für die Technik. Diese zu wecken, sei auch an diesem Tag wieder gelungen, freut sie sich. 

Timo Schickler E-Mail

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