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Frankens Schausteller protestieren: Rollende Demo in Berlin

Es soll auf die dramatische Situation aufmerksam gemacht werden - 02.07.2020 10:23 Uhr

An diesem Donnerstag wollen Hunderte von Schaustellern in der Bundeshauptstadt auf ihre dramatische Situation aufmerksam machen und ihrer Forderung nach Zulassung von Volksfesten, wenn auch mit Hygieneregeln, Nachdruck verleihen.

© Mohssen Assanimoghaddam, dpa


Das Verbot von Großveranstaltungen bis mindestens Ende Oktober komme einem Berufsverbot gleich, protestiert der Deutsche Schaustellerbund (DSB), der rund 5000 Familienunternehmen vertritt. Während fast alle Bereiche des öffentlichen Lebens nach und nach wieder Fahrt aufnehmen, bleibe dies den Schaustellern weitgehend verwehrt. "Wenn Cafés, Biergärten und Restaurants sich um das Wohl ihrer Gäste kümmern dürfen, kann auch eine kleine Stadt aus Kirmesgeschäften, aufgebaut unter freiem Himmel und an frischester Luft, stattfinden", heißt es in einem Aufruf des Verbands zu der Großkundgebung. Er sieht in dem pauschalen Verbot "auch der kleinsten Kirchweih, der kleinsten Dult oder Kirmes" eine eklatante Ungleichbehandlung gegenüber anderen Gewerbetreibenden.


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Dem Ärger darüber wollen die Betroffenen zum einen mit einem Konvoi von Zugmaschinen und anderen Schaustellerfahrzeugen in einer Art "rollender Demo" Luft machen – auf einer Route, die unter anderem am Bundeswirtschafts-, Gesundheits- und Finanzministerium vorbeiführt.

Die Hauptkundgebung, zu der Hunderte von Schaustellern aus ganz Deutschland erwartet werden, ist für 13 Uhr am Brandenburger Tor angesetzt. Mit einem traditionellen Fahneneinmarsch wollen die Schausteller ihre Geschlossenheit in der existenziellen Krise unterstreichen. "Wenn unsere Kinder gemeinsam im Planschbecken sitzen dürfen, muss es auch möglich sein, gemeinsam Karussell zu fahren", betont DSB-Präsident Albert Ritter und zieht noch einen weiteren Vergleich: "Wenn es erlaubt ist, dicht gedrängt im Flugzeug nach Mallorca zu fliegen, muss es erst recht gestattet sein, im Autoscooter nebeneinander zu sitzen."

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Wolfgang Heilig-Achneck

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