Frankens X-Akten: UFO-Sichtung mit Handy festgehalten

19.8.2016, 08:22 Uhr
Fliegende Untertassen über Franken? Eher unwahrscheinlich.

Fliegende Untertassen über Franken? Eher unwahrscheinlich. © colourbox.de/andrea crisante

"Hallo, wir sind fünf Leute und haben ein unbekanntes Flugobjekt gesehen", meldet sich der Nutzer bei der Nürnberger Zeitung. Im Anhang: ein Video, auf dem ein mysteriöses Licht am Nachthimmel steht. Dazu dröhnt eine laute Maschine im Hintergrund. Ein Hubschrauber? "Die suchen bestimmt irgendwen", mutmaßt eine Person in dem Video. "Das sieht echt komisch aus. Und so sieht kein Hubschrauber oder Helikopter aus", sagt jemand anders.

Auf dem Video lässt sich nicht viel erkennen. Ein pixeliger Punkt bewegt sich in der Dunkelheit. Dazu Motorengeräusche. "Wir haben gedacht, dass es eine Sternschnuppe war oder so", schreibt der Nutzer. Allerdings kommt der kleine Punkt in der Aufnahme näher. Und soll auf einer Stelle stehengeblieben sein.(Hier geht es direkt zum auf Facebook geposteten Video.)

"Was denken Sie eigentlich darüber, was es ist? Können Sie nicht kontrollieren, ob da im Flugraum um diese Uhrzeit was unterwegs war. Ein Hubschrauber oder so?" Einfache Fragen.

Allerdings sind die Antworten nicht so schnell zu bekommen. Eine Nachfrage bei der Polizei Mittelfranken läuft ins Leere. Es gab in dem Bereich in Unterasbach keinen Einsatz eines Helikopters, heißt es.

Nächster Versuch: Anruf beim Flughafen in Nürnberg. Auch dort bekommen wir keine Antworten, stattdessen den Tipp, es doch mal der Deutschen Flugsicherung zu versuchen. Einen Griff zum Telefon später tun wir genau das. Doch auch dort leitet uns nur jemand weiter. Wir landen schlussendlich beim Anrufbeantworter der Gesellschaft zur Erforschung des UFO-Phänomens. Und hier gibt es Antworten. Wir müssen unsere Fragen nur per Mail schicken,wie die Stimme auf der Maschine sagt.

"Es wird sich vermutlich um einen Hubschrauber gehandelt haben", schreibt Hans-Werner Peiniger, Experte für Sichtungen von unbekannten Flugobjekten. "Zu Beginn des Videos war der Scheinwerfer des Helikopters in die Richtung der Zeugen gerichtet, so dass sie nur das helle Licht sahen." Als er die Flugrichtung ändert, verblasst dann das Licht und die vorher überstrahlten Positionslichter seien sichtbar. Jedoch: Vermutungen. Peiniger braucht die Originaldatei vom Handy, um eine endgültige Antwort zu geben.

Manche Fälle bleiben offen

In Mittelfranken gibt es immer wieder Meldungen über Sichtungen von unbekannten Flugobjekten - wie die UFO-Datenbank zeigt. "Aber gefühlsmäßig nicht mehr als aus anderen Regionen Deutschlands", so Peiniger. Jeden Tag kommt etwa eine Meldung über eine Sichtung bei dem Verein rein.

Hauptgründe sind dabei keine Außerirdischen auf Erkundungstouren, sondern Himmelslaternen, LED-Beleuchtungen, Flugzeuge, Meteore - und sogar die ISS. Mittlerweile gibt es noch einen anderen häufigen Grund: Drohnen. "Seit dem die Quadro- und Multikopter vergleichsweise preiswert geworden und relativ leicht zu fliegen sind, kommt es immer häufiger vor, dass sie zu UFO-Sichtungen führen", schreibt Peiniger.

Jedoch gibt es auch Fälle die offen bleiben, bei denen es keine Erklärung gibt. Noch nicht. Denn manchmal dauert es eine ganze Weile, bis alle Informationen gesammelt sind und sich die Sache aufklärt.

So wie in Unterasbach. Mit der Originaldatei dauert es sogar nur wenige Minuten und eine Antwort von Peiniger ist da: "Das Video wurde am 11.08.2016, um 23:25 Uhr aufgenommen. Eine Überprüfung der Luftlage hat ergeben, dass sich zum betreffenden Zeitpunkt der Polizeihubschrauber Edelweiß 3 der Polizeihubschrauberstaffel Bayern nahe Unterasbach befand." Die Wahrheit ist irgendwo dort draußen - auch wenn sie manchmal viel unspektakulärer als bei "Akte X" daherkommt.

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