Vorausplanung

Freibad-Besuch in Nürnberg: Das müssen Sie vorab wissen

14.6.2021, 05:58 Uhr
Rettungsschwimmer Andreas Raum hat im Clubbad alles im Blick. Dort sorgen unter anderem abgetrennte Bahnen dafür, dass die Abstände beim Schwimmen eingehalten werden können.

Rettungsschwimmer Andreas Raum hat im Clubbad alles im Blick. Dort sorgen unter anderem abgetrennte Bahnen dafür, dass die Abstände beim Schwimmen eingehalten werden können. © Eduard Weigert, NNZ

Am Langsee geht es an diesem sonnigen Nachmittag gemütlich zu. Am Eingang schnell einen Zettel ausgefüllt oder per App eingecheckt, ein Ticket aus dem Automaten gezogen und schon steht dem Badespaß nicht mehr viel im Wege. Auf den Wiesen gibt es jede Menge Platz, ein wenig Überwindung kostet höchstens der Sprung ins mit gut 20 Grad noch etwas kühle Wasser. Doch an sehr heißen Tagen könnte es auch mal knapp werden mit den Karten, sagt Sabine Servatius, Betriebsleiterin des idyllischen Naturbades in Ebensee. "Maximal dürfen 600 Leute ins Bad, es kann vorkommen, dass wir keine Kapazitäten mehr haben."

Und das ist nicht nur am Langsee so. Zwar darf man bei den gegenwärtigen Infektionszahlen ohne Test ins Bad, doch die Besucherzahlen sind nach wie vor beschränkt, eine Registrierung ist Pflicht. Um die Obergrenzen einzuhalten, gehen die Freibäder unterschiedliche Wege. Ins Clubbad kommt man nur, wenn man zuvor ein Online-Ticket erwirbt. "Damit können wir dann gleichzeitig den Besuch dokumentieren", sagt Claus Swatosch, Vorstand des 1. FCN Schwimmen, der das Bad am Valznerweiher betreibt. So will der Verein an heißen Tagen lange Schlangen an den Eingängen vermeiden. Nur Mehrfachkarten werden an der Tageskasse verkauft. Einen Einlassstopp müssten die Besucher vermutlich aber nicht fürchten, betont Swatosch. "Im vergangenen Jahr waren wir nie voll." Auf den weitläufigen Areal gibt es genügend Platz.

Der Zugang zu den Becken ist dagegen genau geregelt. Ins große Becken dürfen gleichzeitig 80 Schwimmer, ins kleine nur 50. "Wir verteilen deshalb an den Zugängen Bändchen", so Swatosch. "Dadurch stellen wir sicher, dass nicht zu viele Badegäste gleichzeitig im Wasser sind." Zudem sind verschiedene Bahnen für sportliche Schwimmer abgeteilt, an den Außenseiten gibt es Doppelbahnen für alle, die es gemütlicher mögen. Das habe sich bewährt und komme gut an, sagt der Vereinschef. Auch der Coronaufschlag von einem Euro werde akzeptiert. "Die Leute sind einfach froh, dass sie ins Freibad gehen dürfen."

"Fast wie in einem Privatpool"

Im Clubbad gibt es dabei keine Stundenbegrenzung, die städtischen Freibäder dagegen verkaufen nur Tickets für begrenzte Zeitfenster. "Wir müssen ja auf die Abstände achten", betont Joachim Lächele, Leiter von NürnbergBad. An sonnigen Nachmittagen sind vor allem West- und Stadionbad deshalb schnell ausgebucht. Maximal zwei Tage im Voraus werden die Tickets online oder an der Kasse des Südstadtbades verkauft. "Natürlich würde ich mir das anders wünschen", sagt Lächele. "Aber wir müssen uns an die Vorgaben halten." Die Besucher hätten dafür reichlich Platz, bei schönem Wetter sei das ein Traum. "Das ist fast wie in einem Privatpool." Und so könne man einen sicheren Badbesuch gewährleisten. "Aus wirtschaftlicher Sicht rentiert sich das natürlich nicht."

Mehr noch als die Stadt kämpfen jedoch die privaten Bäder mit den finanziellen Folgen der Pandemie. Durch einen Corona-Aufschlag von 1,50 Euro habe man die Zusatzkosten im vergangenen Jahr zwar teilweise kompensieren können, sagt Corinna Weidlich, stellvertretende Vorsitzende des Sportvereins SB Bayern 07, der das gleichnamige Freibad am Pulversee betreibt. "Aber dieses Jahr kommen leider nicht so viele neue Mitglieder zu uns. Und auch das hängt mit Corona zusammen." Die Mitgliedsbeiträge sind aber ein wesentlicher Teil der Finanzierung, "deshalb hoffen wir auf zusätzliche Hilfen", so Weidlich. Denn derzeit könne der Verein nur die notwendigen Reparaturen finanzieren, etliche Arbeiten müsse man verschieben. "Wir haben zu wenig Spielraum und können überhaupt keine Rückstellungen bilden."

Schwimmkurse und Aquafitness

Eine Terminbuchung ist im Bayern07-Bad nicht nötig, ob es noch freie Kapazitäten gibt, zeigt ein Ampelsystem auf der Homepage an. Am Eingang muss man sich lediglich digital oder per Zettel registrieren, das Badevergnügen ist zeitlich unbegrenzt. Auch im Langseebad müssen die Besucher nicht auf die Uhr schauen und können bleiben, so lange sie wollen oder bis das Bad schließt. Demnächst möchte Sabine Servatius im Nichtschwimmerbecken auch Schwimmkurse und Aquafitness anbieten. In allen Bädern sind in der Regel am Eingang, in Umkleiden und Duschen und am Kiosk FFP2-Masken Pflicht.