Samstag, 21.09.2019

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Freiluft-Party am Wöhrder See: Kärwa wird zum Open-Air-Erfolg

Feier fand erstmals ohne Festzelt statt - Notfall-Konzept wegen Bauarbeiten - 25.08.2019 20:19 Uhr

Bier, Sonne und beste Open-Air-Stimmung sorgten bei den Besuchern für ausgelassene Stimmung. © Stefan Hippel


"Wir sind zufrieden mit der Besucherzahl dank des hervorragenden Wetters", bilanzierte Wirt Hermann Schuhmann nach den ersten drei Tagen. Mit der Open-Air-Kirchweih feiert er in Wöhrd eine Premiere. Zuvor hatte er auf dem Wöhrder-See-Parkplatz immer ein großes Festzelt aufstellen können. Aufgrund der angespannten Baustellensituation am nördlichen Wöhrder See (mit zahlreichen Zäunen wegen des Café-Neubaus) musste der bunte Reigen am Nordufer diesmal komplett im Freien stattfinden.


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Doch weit und breit vermisst am Samstagnachmittag keiner der Anwesenden ein Festzelt. "Das hat schon ein Gesicht", lobt Anwohnerin und "Kirchenhüterin" Christa Attmannspacher, die fast täglich mit dem Fahrrad am Wöhrder See unterwegs ist und zur "Barthel-Wache" in die Bartholomäuskirche davondüst. Das beliebte Kirchen-Café der evangelischen Barthlomäus-Gemeinde ist diesmal vom Pavillon um 20 Meter zum Parkplatz verlegt worden – weg von der Bühne, mitten im Biergarten. Und dort wurde es am Sonntag sehr gut angenommen.

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Jahrelang stieg die Kirchweih im Nürnberger Stadtteil Wöhrd traditionell im Festzelt direkt am See. Dieses Jahr haben die Bauarbeiten am Nordufer die Festwirte zum Umdenken gezwungen - und damit eine gelungene Premiere möglich gemacht.


Das Ehepaar Stumpe aus dem Stadtteil Rennweg findet das neue Open-Air-Konzept ebenfalls "wunderbar". Dem können Walter und Maria Geißler vom Vorstadtverein Laufamholz, die mit dem Fahrrad angereist sind, nur zustimmen: "Ohne Zelt hat so ein schattiger Biergarten am Wöhrder See einen besonderen Charme, das ist ein ganz anderer Flair", sagt Walter Geißler.

Lärmbeschwerden blieben bisher aus

Allerdings geben beide zu bedenken, dass der Biergarten bei Regen wohl leer gewesen wäre. Die Sorge plagte auch Festwirt Schuhmann. Deshalb hat er im kleineren Versorgungszelt auf dem Parkplatz einige Not-Biergarnituren wetterfest aufgestellt, die an diesem Nachmittag aber unbesetzt bleiben. "Zu 95 Prozent" seien die rund 1200 Sitzplätze mit 50 Sonnenschirmen im Freien bei der Eröffnung der Wöhrder Kärwa besetzt gewesen, berichtet Schuhmann.

Am Samstagabend, als die Band "Saitenspinner" zusätzlich Fans anlockte, war quasi kein Platz frei. Da die Bühne um etwa 20 Meter in Richtung See verschoben worden war, strahlten die Lautsprecherboxen nach Westen – zum Wöhrder Talübergang hin. Ein gelungener Schachzug, denn Lärmbeschwerden landeten bis dato weder beim Wirt noch beim Vorstadtverein Wöhrd. Die Schausteller auf dem See-Parkplatz finden das neue Konzept durch die Bank gut, wobei manche die beengte Situation durch die Baustelle kritisieren.

Freiluft-Ansatz als Alleinstellungsmerkmal?

Knut Engelbrecht, Vorsitzender des Vorstadtvereins Wöhrd, findet das neue Open-Air-Konzept "grundsätzlich gut". "Es passt – und natürlich haben wir dieses Jahr ein Riesenglück mit dem Wetter gehabt", betont er. Wenn das so gut weiterlaufe, kann der Freiluft-Ansatz in Wöhrd "ein Alleinstellungsmerkmal sein", betont Engelbrecht. Angesichts der Großbaustelle am Nordufer mit beengtem Platzangebot ist er ohnehin froh, dass die Kärwa "überhaupt stattfinden konnte". Nach Engelbrechts Beobachtungen hat sich heuer auch das Publikum verändert: "Mehr jüngere Leute und mehr Familien finden den Weg auch mit Kinderwagen an den Wöhrder See." Aber auch für Ältere, die mit Gehhilfen und Rollstuhl unterwegs sind, seien gekommen. "Eine Kärwa für alle Generationen", lautet sein Fazit.

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Ein kühles Bier in der Hand, den Geruch von Zuckerwatte in der Nase - und den Wöhrder See samt Stadtstrand in Laufweite: Es gibt wohl kaum einen schöneren Platz für eine Kärwa als den Nürnberger Stadtteil Wöhrd. Am Samstag nahm das Fest so langsam an Fahrt auf - und wir waren mit der Kamera dabei.


Der traditionelle Senioren-Nachmittag wird am heutigen Montag nachmittags stattfinden. Die Schuhmanns laden die Bewohner(innen) im "Wastl" zu Getränken, Bratwust mit Kartoffelsalat oder Kraut ein, erwartet werden 200 bis 300 Senioren. Am morgigen Kärwa-Dienstag gibt es nach Einbruch der Dunkelheit wieder ein Großfeuerwerk über dem Wöhrder See, das Hermann Schuhmann aus eigener Tasche finanziert. "Das lasse ich mir was kosten und das ist es mir für die Wöhrder wert", sagt er. Und aus Erfahrung weiß der Festwirt: "Da spiegelt sich das Feuerwerk im Wasser, da haben viele eine Gäste eine Gänsehaut!" 

SEBASTIAN MÜLLER

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