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Gähnende Leere: Corona-Krise trifft auch die Königstorpassage

130.000 Menschen durchqueren normalerweise die Passage am Hauptbahnhof - 07.02.2021 05:55 Uhr

Die Leerstände in de Königstorpassage machen der Stadtreklame bislang noch keine Sorgen, doch vielen Geschäften geht es wegen des Lockdowns schlecht.

05.02.2021 © Foto: Michael Matejka


Normalerweise herrscht hier zu den Stoßzeiten dichtes Gedränge. 130.000 Menschen durchqueren dann Tag für Tag die Königstorpassage. An diesem Mittag aber ist es ruhig in der Köpa. Nur wenn gerade eine U-Bahn angehalten hat, steigt die Zahl der Passanten sichtbar an. Die meisten eilen schnell nach draußen, schließlich sind viele Geschäfte in der Köpa Corona-bedingt ohnehin gerade dicht.

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Einige davon sind sogar auf Dauer geschlossen, doch Katja Strohhacker beunruhigt das nicht. "Wir haben für alle Geschäfte bereits wieder Interessenten", sagt die Geschäftsführerin der Stadtreklame, die für die Vermietung der 24 Geschäfte in der Passage zuständig ist.


Alkoholverbot in der Königstorpassage verlagert Problem


Drei davon sind derzeit nicht vermietet, die Gründe dafür sind laut Strohhacker vielfältig. Manche hätten schon vor der Pandemie Probleme gehabt und seien dann erst recht in Schwierigkeiten gekommen. Für andere passte der Standort nicht. Letzteres gilt zum Beispiel für die Filiale eines Kontaktlinsenanbieters, die schon seit einiger Zeit verwaist ist.

Auch die Filiale eines Backshops ist geschlossen, ebenso ein Gemüseladen, dessen Betreiberin nach vielen Jahren endgültig aufgehört hatte. Ein Nachfolger war zwar schnell gefunden, doch dieser gab schnell wieder auf. Jetzt wird der Laden modernisiert, eine Donut-Kette will hier eine neue Filiale eröffnen.

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Eine gewisse Fluktuation sei normal, betont Strohhacker. "Doch insgesamt ist der Standort sehr begehrt." Was auch daran liegt, dass die Stadt in den vergangenen Jahren in Sicherheit und Sauberkeit der Passage investiert hat. Mehr Licht, häufigere Reinigungszyklen und einheitliche Gestaltungsrichtlinien für die Geschäfte haben das Erscheinungsbild verbessert. Weil vor ein paar Jahren die Zahl der Straftaten deutlich gestiegen war, ist auch die Polizei stark präsent, seitdem ist die Kriminalität in der Köpa rückläufig. "Ich bin zufrieden, wie es sich entwickelt hat", betont Strohhacker.

Lage für Stadtreklame kritisch

Allerdings spürt auch die Stadtreklame die Auswirkungen der Pandemie. Etlichen Händlern habe man schon im ersten Lockdown die Miete gestundet, so die Geschäftsführerin. "Für den ein oder anderen ist die Situation existentiell, weil die Überbrückungshilfen zu spät kommen." Auch in den U-Bahn-Verteilergeschossen am Plärrer und am Rathenauplatz, wo die Stadtreklame ebenfalls vermietet, sei die Lage kritisch. "Einige Läden sind in ihrem Fortbestand gefährdet."

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