-1°

Dienstag, 13.04.2021

|

zum Thema

Gefährlicher Halt: Nürnberger Tram-Station soll endlich saniert werden

Viel Verkehr - für viele Ältere und Gehbehinderte ist der Einstieg mühsam - 01.03.2021 05:51 Uhr

Die Straba-Haltestelle in der Scheurlstraße ist seit Jahren gefährlich.

15.02.2021 © Michael Matejka, NNZ


Noch heute hält die Straßenbahn hier mitten in der Straße. Wer einsteigen will, muss diese überqueren. Und ist auf gnädige Autofahrer angewiesen, die anhalten. Das klappt nicht immer.

Wer schlecht zu Fuß ist, hat die buchstäblich größte Hürde noch vor sich: die 30 Zentimeter hohe Stufe, die beim Einstieg in die Straßenbahn zu nehmen ist. Für viele Ältere und Gehbehinderte ist das mühsam. Eine barrierefreie Haltestelle sieht anders aus. Dabei ist hier viel Verkehr. Weil der Allersberger Tunnel gesperrt ist, fahren im Moment alle Straßenbahnlinien zwischen Bahnhof und Schweiggerstraße durch die Scheurlstraße.

Sanierung ist überfällig

Auch Ümit Sormaz spricht von "einer gefährlichen Ecke". Und zwar nicht nur für die, die öffentliche Verkehrsmittel nutzen, sondern für alle, die hier aufeinander treffen, Fußgänger, Autofahrer und Radler, zählt der Vorsitzende des Bürgervereins Nürnberg-Süd auf. Vor allem für Radfahrer fehle ein eigener Streifen, wie entlang der Allersberger Straße. "Eine Sanierung ist überfällig."

Bilderstrecke zum Thema

Mobil in der Region: Wie, wann und wie oft wir unterwegs sind

Wir sind immer unterwegs: Ins Büro, zum Einkaufen, abends in Richtung Kino... Mal steigen wir dafür ins Auto, mal bringt uns die Straßenbahn schneller ans Ziel. Für diese Bilderstrecke haben wir tief im Zahlen-Archiv der Stadt, des VGN oder beim Landesamt für Statistik gegraben - und interessante Zusammenhänge gefunden.


Nun soll sie endlich kommen. Die Stadt hat kürzlich den Straßenplan beschlossen und einen Zeitplan festgelegt. 2022 soll die Sanierung starten, zunächst mit ebenfalls überfälligen Kanalbauarbeiten. Anschließend beginnt die Arbeit an den Gleisen, die hier ebenfalls in schlechtem Zustand sind.


Kehrt die Straßenbahn zurück in die Pirckheimerstraße?


Danach wird die Scheurlstraße kräftig umgebaut. Wie viel zu tun ist, zeigt eine Bestandsaufnahme der Stadt. Parkbuchten fehlen, außerdem "jegliche Ordnung der Verkehrsflächen und Sichtfelder für Fußgänger an Einmündungen". Und Grün, da sind sich Ümit Sormaz und die Mitarbeiter der Stadt einig. Die Kreuzungen sind überdimensioniert, besonders an der Glockenhofstraße, durch die früher ebenfalls die Straßenbahn gefahren ist.

Breite Gehwege

Das alles soll sich ändern. Für Fußgänger wird es künftig breite Gehwege geben, dazu sollen sie die Straße sicherer überqueren können. Die Fußgängerampel bleibt deshalb. Durch eine Mindestbreite zwischen Fahrbahnrand und der Schiene hoffen die Verkehrsplaner auf mehr Sicherheit für Radfahrer.

Bilderstrecke zum Thema

Rein und raus: Das ist Nürnbergs Top Ten der U-Bahnhöfe

Die U-Bahn gehört zu den beliebtesten Verkehrsmitteln in Nürnberg. Rund 100 Millionen Fahrgäste sitzen im Jahr in verschiedenen Linien im Untergrund der Stadt. Doch welche Haltestellen sind besonders beliebt? Wo steigen die meisten Fahrgäste ein und aus? Das hat die VAG nun in einem Ranking bekanntgegeben.


Auch der - wenngleich sehr kurze - Radstreifen vor der Kreuzung zur Allersberger Straße soll breiter werden. Die Stadt setzt zudem darauf, den Radverkehr zu verlagern, indem sie die Strauchstraße für Radler in beide Richtungen öffnen. Dazu sind neue Abstellplätze für Fahrräder eingeplant. Die Autofahrspuren sollen künftig in beide Richtungen gleich breit sein.

Vor allem wird der Zugang zur Straßenbahn verbessert, sie hält künftig am Straßenrand. Die Haltestelle wird barrierefrei. Radfahrer können den fast sechs Meter breiten Bereich neben der Straße nutzen, damit sie nicht über die Schienen fahren müssen.

Die Scheurlstraße soll tatsächlich ein bisschen grüner werden, auch wenn "Baumpflanzungen aufgrund der Leitungssituation äußerst schwierig" sind, wie es in der Analyse heißt. Trotzdem hat sie Stadt zehn Standorte für neue Straßenbäume gefunden.

Die Anwohner scheinen mit den Plänen zufrieden. Im zwischenzeitlich beendeten Planfeststellungsverfahren hat es keine Anfragen gegeben. 3,2 Millionen Euro soll der Ausbau kosten. Die Regierung von Mittelfranken hat Mittel für den Bereich der Haltestelle in Aussicht gestellt, auch die N-Ergie und andere Spartenträger werden sich an den Kosten des Straßenbaus beteiligen.

Und der Bürgerverein? Ist glücklich. "Wir finden das super", sagt Ümit Sormaz. Wenn sie jetzt nicht wieder fünf Jahre warten müssen.

28

28 Kommentare

Seite drucken

Seite versenden



Um selbst einen Kommentar abgeben oder empfehlen zu können, müssen Sie sich einloggen oder sich zuvor registrieren

Ihr Kommentar

Ihr Kommentar:

Bitte beachten Sie unsere Netiquette.

weitere Meldungen aus: Glockenhof