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Gegen Muslime gehetzt: Geldstrafe für Nürnberger Theologen

Cran hatte "Koraner" als "tickenden Terror-Zeitbomben" bezeichnet - 16.04.2019 21:08 Uhr

Ernst Cran bei einem seiner umstrittenen Pegida-Auftritten. © Screenshot Youtube


Ende der 90er Jahre rockte er als Bass-Gitarrist der "Groben Popen" im Talar durch eine Kirche und wurde vom Landeskirchenrat dafür ins Gebet genommen, und als der evangelische Theologe die jungfräuliche Geburt und die Auferstehung Jesu als "gravierende theologische Fehler" bezeichnete, wurde er von der evangelischen Kirche nicht übernommen. Statt ein Leben im Pfarrhaus zu führen, machte sich Ernst Cran 2003 selbstständig, trat als konfessionsfreier Theologe und Bestattungsredner auf.

Cran eckt gerne und oft an – vor Jahren fühlte er sich von den Amtsträgern der Amtskirche nicht verstanden, jetzt reißen jene Zuhörer, denen die Auftritte des 62-Jährigen auf der Pegida-Bühne missfallen, seine Sätze aus dem Zusammenhang, wie er über seinen Anwalt vor dem Landgericht Nürnberg-Fürth schildern lässt.


Ist Reden halten Kunst? Trauerredner Cran siegt vor Gericht.


"Es gibt keine gemäßigten Koraner. Es gibt nur einen Islam und es gibt nur einen Koran. Der Bazillus des Terrors, um der Unterwerfung der Ungläubigen willen, steckt bereits in den Wurzeln der koranischen Ideologie und dieser Bazillus wird jedem Koraner von der ersten Sure ab eingeflößt und macht jeden Koraner zu einer tickenden Terror-Zeitbombe", sagte er am 30. November 2015 in Dresden in einer Rede für Pegida, das Amtsgericht Fürth verurteilte ihn wegen Volksverhetzung zu 95 Tagessätzen à 35 Euro, 3325 Euro sollte Cran, der als Rentner Erwerbsunfähigkeitsrente bezieht, zahlen. Er legte Berufung ein, das Landgericht reduzierte auf 90 Tagessätze.

Koran als "Befehlsbuch"

Dass er bewusst wahrheitswidrig erklärt, es würde sich bei allen Muslimen um potenzielle Attentäter handeln, sahen die Richter der zweiten Instanz ebenso wie das Amtsgericht. Seine Aussage würdige Muslime pauschal herab. Cran selbst bestreitet eine grundsätzliche Abneigung gegen Muslime, der Koran jedoch sei ein "Befehlsbuch", in dem gefordert werde, Frauen zu unterdrücken und Nichtgläubige zu töten. 

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