Dienstag, 28.01.2020

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Geldsegen für Altenpflege im Sebastianspital

Großzügige Spende für Tages- und Kurzzeitpflege - 09.12.2019 11:21 Uhr

Sozialreferent Reiner Prölß (li.) und Joachim Kottke, Vorstandsvorsitzender der Fritz-und-Dr.-Edith-Rieder-Stiftung, bei der Scheckübergabe in der Tagespflege im Sebastianspital. © Roland Fengler


Edith Rieder wollte nie ins Seniorenheim. Die gemeinnützige Stiftung, die aus ihrem Vermögen und dem ihres Mannes gegründet wurde, fördert deshalb die Jugend- und Altenhilfe, sagt der Vorstandsvorsitzende Joachim Kottke. "Sie wollte vor allem alte Menschen unterstützen, damit diese nicht ins Altersheim müssen."

Fritz Rieder baute nach dem Zweiten Weltkrieg ein großes Speditionsunternehmen in der Stadt auf und war ein "Ur-Nürnberger", wie Kottke betont. Das Paar starb kinderlos und wollte sein Vermögen einem guten Zweck zukommen lassen. Kottke ist der Vor-Vorgänger von Sozialreferent Reiner Prölß und hat das Nürnberg-Stift, zu dem das Sebastianspital gehört, bewusst ausgesucht. "Ich weiß, wo Bedarf ist."

Das freut vor allem seinen Nachfolger. "Für uns ist das eine wichtige Unterstützung", sagt Prölß. Sie zeige auch die Verbundenheit der Rieders mit der Stadt. "Und wir können den Stiftungszweck hier gut umsetzen."

Spezialbetten und höhenverstellbares WC

Die 100 000 Euro kommen drei Projekten im Sebastianspital zugute. Zum einen soll im Frühjahr die Dachfläche über dem Gymnastikraum der geriatrischen Reha zu einer Terrasse umgebaut werden. Es sei eine Begegnungsstätte mit Sitzgelegenheiten geplant, sagt Nüst-Werkleiter Michael Pflügner. Bewohner könnten dann dort zum Beispiel auch frühstücken.

Einen Teil des Geldes wollen die Verantwortlichen in die Ausstattung der Therapieräume der Tagespflege stecken. Der Schwerpunkt liegt hier auf Spaß, Freude, Entspannung und Aktivierung, sagt Leiterin Anne Weih. Sie will etwa Spezialbetten, ein höhenverstellbares WC samt Waschbecken und einen Bewegungstrainer anschaffen.

Das dritte Projekt, das durch die Spende realisiert wird, ist ein Übungszimmer mit moderner Ausstattung in der Kurzzeitpflege. Dort können Patienten und Angehörige nach einem Krankenhausaufenthalt auf den Alltag zu Hause vorbereitet werden und Tagesaktivitäten einüben, erklärt die Leiterin des Sebastianspitals, Indira Schmude-Basic.

Angeschafft werden sollen etwa Spezialbetten, zum Beispiel eines, das das nächtliche Durchschlafen durch einen sanften Positionswechsel fördert, eine Spezialmatratze, die Druckstellen vermeidet, oder ein Kleiderschrank, der auch für Schlaganfall-Patienten mit Lähmungen gut benutzbar ist. Die Bewohner können die Ausstattung dabei auch testen, um zu sehen, ob sich Bett oder Schrank für die eigene Wohnung eignen würden.

Judith Horn

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