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Genossen geben sich kämpferisch

SPD-Spitzenkandidat Martin Schulz kommt nach Nürnberg - 05.07.2017 21:07 Uhr

Thorsten Brehm, Gabriela Heinrich und Martin Burkert (von links) wollen im Wahlkampf das Gespräch mit den Menschen suchen. © Foto: André Fischer


Der SPD-Unterbezirksvorsitzende Thorsten Brehm erinnerte daran, dass 2005 Gerhard Schröder seinen Wahlkampf ebenfalls in Nürnberg abschloss und aus einer abgeschlagenen Position heraus fast noch den Wahlsieg errang. An diese kämpferische Haltung Schröders möchte die SPD in den nächsten Wochen anknüpfen. Neben Brehm zeigten sich auch die Bundestagskandidaten Martin Burkert und Gabriela Heinrich optimistisch, dass die SPD aus dem Umfragetief wieder herauskommt. "Als der Hype um Martin Schulz sich breit machte, war es uns immer bewusst, dass die Werte auch wieder etwas absacken können", sagte Brehm. Seinen Optimismus begründet er mit dem Wahlprogramm der SPD. "Es gibt eine inhaltliche Alternative zur Union. Man muss sich nur informieren." Da die Union sich inhaltlich kaum festlege, verweigere sie die Debatte über die Zukunft des Landes, kritisiert Brehm. Die Wahl sei noch nicht entschieden. Laut Burkert stand auf dem Höhepunkt der Umfragewerte für Schulz der Mandatsrechner der bayerischen SPD bei 30 Abgeordneten, die in den Deutschen Bundestag hätten einziehen können. Derzeit sind es nur 20, bei der letzten Wahl kamen 22 SPD-Abgeordnete nach Berlin.

Burkert befürchtet eine Materialschlacht in Nürnberg. Da die beiden Wahlkreise in den vergangenen Jahrzehnten in der Regel stets sehr knapp ausfielen, konzentrieren sich SPD und CSU auf Nürnberg. Angeblich, so Burkert, will auch Kanzlerin Merkel am 22. September ihren Wahlkampf in Nürnberg beschließen. Doch auch die eher kleinen Parteien konzentrieren sich vor allem auf den Nürnberger Norden. Die AfD habe schon sehr viele Werbeflächen für Wahlplakate gebucht, so Burkert. Nach den Worten des SPD-Bundestagsabgeordneten schwimmt die AfD regelrecht in Geld: "Sie hat 2016 mehr Spenden bekommen als alle anderen Parteien zusammengenommen." Nach Auskunft der Stadtreklame stehen aber für alle Parteien noch genügend Werbeflächen zur Verfügung.

Die SPD investiert rund 150 000 Euro für ihren Wahlkampf in Nürnberg. Bis zu 120 ehrenamtliche Helfer sind unterwegs. "Wir wollen keinen klassischen Häuserwahlkampf machen, aber mit den Bürgern ins Gespräch kommen", sagt Heinrich. Die SPD-Bundestagskandidatin geht in die Stadtteile und versucht mit den Menschen zu reden, um ihnen zu zeigen, dass sie ein "guter Interessenvertreter Nürnbergs in Berlin ist". Auch Burkert kündigte an, vor allem vor Firmen und im U-Bahnbereich für die Ideen der SPD zu werben. Auch will er die Anliegen der Bürger nach Berlin tragen. Neu sind kurze Filme, mit denen Heinrich und Burkert für sich werben und die für die sozialen Netzwerke gedacht sind. "Wir wollen Politik darstellbar machen", sagte Burkert.

Für Heinrich stehen die Themen Freiheit, Würde und Menschenrechte im Vordergrund. Außerdem soll es ein Rückkehrrecht von Teilzeit auf Vollzeit geben. Wer eine Meisterprüfung macht, der müsse genauso unterstützt werden wie ein Bafög-Empfänger. "Wir wollen außerdem den Einstieg in die Bürgerversicherung und damit die Zweiklassenmedizin beenden." Zwingend notwendig sei ein Einwanderungsgesetz. Burkert fordert die Einführung einer Mindest- oder Solidarrente: "Nach 35 Arbeitsjahren muss die Rente mindestens zehn Prozent über der Grundsicherung liegen." Kindergartengebühren sollen abgeschafft und mehr Güter mit der Bahn transportiert werden.  

André Fischer

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