Große Kreativität auf kleinstem Fleck

9.11.2015, 21:47 Uhr

© Rudi Ott/Theater Mummpitz

Dort muss auf ein paar Quadratmetern Bühne immer wieder eine neue Welt erschaffen werden. Auch dort muss es möglich sein, etwa eine stark befahrene Kreuzung oder ein Meer darzustellen. Dazu braucht man eine ganze Menge Kreativität.

Diese Arbeit übernehmen sogenannte Bühnenbildner. Sie sind sehr wichtig, denn ein Theaterstück lebt nicht nur davon, was Schauspieler darstellen. Es hängt auch davon ab, in welcher Umge­bung sie es tun. An großen Theatern gibt es eigene Werkstätten, in denen die notwendigen Dinge für das Bühnenbild angefertigt werden. Kleinere Theater haben diese Möglichkeit nicht. Aber auf die Fantasie der Bühnenbildner ist Ver­lass.

Es lohnt sich, im Garten der Oma zu stöbern

„Ich verwende oft Sachen, die es schon gibt“, erzählt Maria Pfeiffer. Gera­de läuft im Kindertheater Mummpitz das Stück „Tischlein deck dich“ über die Abenteuer eines Jungen namens Anton. Dafür hat Pfeiffer das Bühnenbild gestal­tet. Passende Gegenstände fand sie bei ihrer Oma im Garten und auch in der Scheune eines Antiquitätenhändlers. Eine Zinkwanne, ein Korb und ein paar Kleinigkeiten mehr – schon hat der Zuschauer das Gefühl, einen ländlichen Hinterhof vor sich zu haben.

Und wie stellt man im Handumdrehen ein Wirtshaus dar? Dazu hatte Pfeiffer eine einfache und zugleich pfiffige Idee: „Wir haben dafür einen Sonnenschirm genommen und eine Lampionkette da­rauf befestigt.“ Während bei großen Bühnen die Aus­stattung schon vor den Proben in Auf­trag gegeben wird, entsteht das Bühnen­bild bei kleineren Theatern während der Proben für die neue Aufführung, sagt die Bühnenbildnerin: „Wir experimentieren viel. Es macht Spaß, miteinander kreativ zu arbeiten.“

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