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Hakenkreuze an Schulen: Gostenhof besonders betroffen

Auch in Langwasser gehören rechte Schmierereien "leider zum Stadtteilbild" - 12.11.2015 06:00 Uhr

Nicht nur in Gostenhof werden Schulgebäude mit rechten Parolen beschmiert. © Stefan Hippel


„In Gostenhof sind 2015 alle Schulgebäude betroffen, am häufigsten die Turnhalle in der Rothenburger Straße“, heißt es im Jugendamt.

Nicht immer haben die Schmierereien einen rechtsextremen Hintergrund, oft sind sie allgemein beleidigend. Doch in der Reutersbrunnenschule war zu Anfang des Jahres ein Hakenkreuz in der Hoftür eingekerbt. Die Grünen-Stadtratsfraktion war sauer, weil es nicht sofort entfernt wurde. Sie stellte einen Antrag für den Jugendhilfeausschuss, der heute über das Thema diskutieren wird.

In Langwasser gehören rechte Schmierereien ebenfalls „leider zum Stadtteilbild“, teilt das Jugendamt mit. Rechte nehmen besonders gern die Außenwand des Familienzentrums in der Imbuschstraße her, um unweit des Spielplatzes ihre Parolen anzubringen. Rechte verstreuen in Langwasser auch immer wieder auf Gehwegen vor Schulen Kärtchen mit staatsfeindlicher Symbolik, die sich laut Jugendamt nur mühsam einsammeln lassen. In Langwasser hat sich bereits ein Arbeitskreis gegen Rechts gegründet, um den Extremisten nicht das Feld zu überlassen.

Auch in Eibach und Herpersdorf fanden sich Schmierereien mit rechtsextremem Hintergrund. Und zwar an den Horten in der Hinterhofstraße und in der Van-Gogh-Straße. 2014 stieg die Zahl der rechten Straftaten in Mittelfranken um neun Prozent. In Nürnberg nahmen die Delikte laut Polizei kaum zu (2013 waren es 86, ein Jahr später 89 rechte Straftaten). Bei den meisten handelte es sich um das Schmieren und Zeigen von Kennzeichen verfassungswidriger Organisationen oder das Rufen verbotener Parolen.

Eine rassistische und mehrere rechtsextreme Schmierereien wurden 2015 auch von Schulen in der Altstadt entfernt. In Eibach mussten am Schulzentrum in der Pommernstraße drei Fälle rechter Hetze verfolgt werden. 

Ute Möller

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