Montag, 19.04.2021

|

zum Thema

Harpyien aus Brasilien im Nürnberger Tiergarten gelandet

Zoobesucher bekommen seltene Vögel nicht zu sehen - 02.12.2020 20:19 Uhr

Harpyien sind die mächtigsten Greifvögel der Welt und können bis zu neun Kilogramm schwer werden. Sie leben auf hohen Urwaldbäumen, ihr Lebensraum ist bedroht. Hier ist ein Exemplar aus dem Tiergarten Nürnberg zu sehen.

30.08.2020 © Foto: Jörg Beckmann/Tiergarten


Beide Tiere, ein Männchen und ein Weibchen, stammen aus dem Zoopark Roberto Ribas Lange von Itaipu Binacional in Brasilien. Dort sind sie Anfang 2018 geschlüpft. Bevor die beiden Vögel nach Deutschland reisen konnten, musste ein zweijähriges, internationales Genehmigungsverfahren durchlaufen werden.

Beachtliche Zuchterfolge

Der Tiergarten Nürnberg ist bei der Zucht von Harpyien weltweit bedeutend. Bereits Anfang der 1980er Jahre begann die erfolgreiche Zucht mit dem Harpyienpaar Esmeralda und Enrico. Das Paar zog elf Küken, vier weibliche und sieben männliche, groß; vier weitere Küken starben.

Die Nachkommen dieses Nürnberger Zuchtpaares leben heute am Schmausenbuck. Das sind Evita, Jorge und Domingo. Weitere Nachkommen befinden sich in Zoos wie in Berlin, aber vor allem auch in Ecuador, Peru und Brasilien. Zuletzt überführte der Tiergarten die männliche Harpyie Vito am 11. August 2020 in den Parque Condor in Ecuador.

Bilderstrecke zum Thema

(Fast) ausgestorben: Diese Tiere leben im Tiergarten Nürnberg

In der freien Wildbahn sind viele Tiere vom Aussterben bedroht. Oft sind die letzen lebenden Tiere nur noch in Zoos zu finden. Der Tiergarten Nürnberg beteiligt sich an mehr als 30 Europäischen Erhaltungszuchtprogrammen (EEPs) und an verschiedenen Wiederansiedlungsprojekten von Tieren in freier Natur. Wir zeigen euch, welche seltenen Tierarten es in Nürnberg zu bestaunen gibt.


Die Tiere sind potenziell vom Aussterben bedroht. Durch die zunehmende Abholzung des Regenwalds in Südamerika nimmt ihre Population rapide ab. Die mächtigen Greifvögel mit einem Gewicht von vier bis neun Kilogramm und einer Flügelspannweite von bis zu zwei Metern sind auf den tropischen Regenwald angewiesen.

Harpyien leben auf den hohen Urwaldbäumen, auf denen sie ihre Horste für die Jungenaufzucht bauen. Außerdem finden sie dort ihre großen Beutetiere wie Affen und Faultiere. Die Vögel verharren oft tagelang auf ihrem Baum und schwingen sich nur in die Lüfte, wenn sie sich auf Nahrungssuche begeben, berichten Raubvogel-Experten aus Nürnberg.

Forschungsprojekte zu Verhalten und Fortpflanzung

Die Nürnberger Zoo-Mitarbeiter führen auch verschiedene Forschungsprojekte mit Harpyien durch. Dabei geht es um Verhaltensversuche, um Studien zu Vorlieben der Tiere und zur Fortpflanzung.

Das Fachwissen zu den Greifvögeln wird aber nicht nur am Schmausenbuck genutzt: Auch Schutzprojekte im natürlichen Lebensraum der Tiere in Brasilien profitieren davon, berichtet der Tiergarten.

Bilderstrecke zum Thema

Kleine Bären und große Gorilla-Herzen: Wie sich die Aufzucht im Tiergarten verändert hat

In den 1960er Jahren präsentierten Tierpfleger am Schmausenbuck die kleinen Braun-, Eis- und Klauenbären. Auch ein Spaziergang war damals möglich - Passanten konnten die Tierbabys streicheln und füttern. Doch die Aufzucht hat sich weiterentwickelt: Heute beschränken Pfleger den Kontakt auf das Nötigste, um Fehlprägungen zu vermeiden. Eisbär-Baby Flocke war eine der letzten Ausnahmen. Sie ist bereits selbst stolze Eisbären-Mutter. Seit dem Herbst 2019 scheint das Experiment, ein Neugeborenes in seiner Gorilla-Gruppe aufwachsen zu lassen, zu funktionieren.


nn/cg

Seite drucken

Seite versenden



Um selbst einen Kommentar abgeben oder empfehlen zu können, müssen Sie sich einloggen oder sich zuvor registrieren

Ihr Kommentar

Ihr Kommentar:

Bitte beachten Sie unsere Netiquette.

weitere Meldungen aus: Nürnberg