Montag, 24.02.2020

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Heiraten in Nürnberg: Ansturm auf die schönsten Locations

Mit der Schnapszahl ins Glück: Viele Paare wollen ein besonderes Datum - 18.01.2020 08:09 Uhr

Der Trausaal in der Kaiserburg ist ohnehin schon ein beliebter Ort für Heiratswillige. In diesem Jahr dürfte das Interesse noch einmal steigen. © Foto: Stadt Nürnberg/Christine Dierenbach


Es fängt bei der Partnerwahl an und hört beim Wetter am Tag der Trauung auf. So mancher erhofft sich zusätzlich ein Quäntchen Glück von der Wahl des richtigen Datums der Eheschließung, genauer gesagt von einer Schnapszahl.

Nach etwa 25 Jahren im Dienst weiß das auch Judith Maschlanka, die Leiterin der Eheschließungsabteilung im Standesamt, nur zu gut. "Man kann ja bereits im Kalenderjahr zuvor einen Termin für die Trauung reservieren. Und da zeichnete sich im vergangenen Jahr schnell ab, dass der 20.2.2020 ein beliebter Tag werden wird", sagt sie.


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Was so mancher als Maskottchen für die Ehe sieht, als praktische Gedächtnisstütze für den Hochzeitstag nimmt oder als Gag empfindet, stellt die Verwaltung jedes Mal aufs Neue vor organisatorische Herausforderungen. Normalerweise finden jeden Tag allein im Rathaus insgesamt elf Trauung statt: die erste um 8.45 Uhr, die letzte um 11.45 Uhr. Maximal 15 Minuten darf der Spaß jeweils dauern, dann ist das nächste Paar an der Reihe. Doch das ist zuweilen schwierig. "Es ist ärgerlich, wenn die Leute nicht pünktlich sind und dann nicht verstehen, dass wir nicht auf sie warten können", sagt Judith Maschlanka.

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In Nürnberg kann man im Rathaus und in den drei Bürgerämtern in Katzwang, Großgründlach und Fischbach heiraten. Aber auch das Pellerschloss, das Fembohaus, das Tucherschloss, die Kaiserburg oder das Schürstabhaus sind Orte, an dem man sich vor einem Standesbeamten das Ja-Wort geben kann. Ab Februar wird dies auch im DB Museum möglich sein.

Im Rathaus stehen dafür zwei Trausäle zur Verfügung. Und die wird Judith Maschlanka am 20.2.2020 ausnahmsweise beide öffnen. "Wir wollen ja möglichst viele Menschen trauen", wie sie sagt. Und das gleicht bei etwa zweieinhalbtausend Hochzeiten im Jahr und steigender Tendenz grundsätzlich zuweilen auch ein wenig einer Fließbandarbeit.

Noch fünf freie Termine

"Wir leben nun mal in einer Großstadt", sagt Judith Maschlanka, die das Pensum am 20.2.2020 gelassen nimmt und vorgesorgt hat: So werden dann auch am Nachmittag Termine angeboten und nochmal neun zusätzliche Trauungen am Vormittag möglich sein. Statt zwei Standesbeamten sind an diesem Tag fünf im Einsatz — auch Judith Maschlanka selbst. Noch gibt es fünf freie Termine, wie sie sagt. Doch die dürften schnell vergeben sein.

So groß die Freude darüber sein mag, gerade an diesem Tag einen Termin bekommen zu haben, Realismus ist dennoch angeraten. "Wir weisen die Paare bereits bei der Terminvergabe hin, dass sie an diesem Tag nicht die einzigen sind und sehr viel los sein wird", sagt die Standesbeamtin. Man werde dennoch versuchen, die Zeremonie festlich zu gestalten — wenn es das Paar denn möchte. "Manche wollen nur ihre Unterschrift machen und gleich wieder los". Doch das ist nicht die Regel. "Meist sind es schöne Feiern und man hat oft selbst Gänsehaut-Momente", sagt sie.

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Dabei spielt es keine Rolle, an welchem Tag sich Paare das Ja-Wort geben. "Es steht und fällt mit dem Brautpaar und nicht mit dem Datum, ob es ein schöner Moment ist." Sie selbst hat über 10 000 Paare getraut. Da gibt es kaum etwas, was es nicht gab: geplatzte Nähte am Hochzeitskleid, ein Brautpaar im Jogginganzug, genervte Hochzeitsgäste oder Paare, die überhaupt nicht erscheinen. Nur ein "Nein" hat Judith Maschlanka noch nie zu hören bekommen.

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