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Dienstag, 20.04.2021

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Hightech fürs Herz: Neue Anlaufstelle im Theresien-Krankenhaus

Sämtliche Angebote sind jetzt unter einem Dach vereint - 07.03.2021 17:27 Uhr

Während der Untersuchung im Herzkatheterlabor sind die Patienten bei Bewusstsein.

03.03.2021 © Roland Fengler, NNZ


Wenn es um seinen neuen Arbeitsplatz geht, kommt Prof. Dr. Dieter Ropers kaum aus dem Schwärmen heraus. Der Wechsel sei so ähnlich wie der Tausch eines VW-Käfers gegen einen Tesla, sagt der Chefarzt mit Blick auf das neue Angebot im Untergeschoss des St. Theresien-Krankenhauses. Kernstück des Zentrums ist das neue Herzkatheterlabor, in dem Patienten mit Verdacht auf eine Durchblutungsstörung des Herzmuskels untersucht werden.

Dafür führen die Spezialisten millimeterdünne Instrumente durch eine kleine Einstichstelle im Handgelenk oder in der Leiste ein, um die Herzkranzgefäße zu begutachten. Über diese sogenannten Katheter wird Röntgenkontrastmittel gespritzt, um die Gefäße darzustellen. Werden dabei Engstellen oder ein Verschluss festgestellt, können sie sofort im Rahmen der Untersuchung behandelt werden - etwa, indem ein sogenannter Stent eingesetzt wird. Dabei handelt es sich um kleine Metallröhrchen, die in die erkrankte Arterie eingeführt werden und die das Gefäß dann offen halten.

Chefarzt Prof. Dr. Dieter Ropers freut sich über die technische Ausstattung und die kurzen Wege im neuen Herzzentrum des St. Theresien-Krankenhauses.

03.03.2021 © Roland Fengler, NNZ


Die Patienten bekommen für die Untersuchung nur eine örtliche Betäubung, sagt der Leitende Oberarzt Artyom Yeganyan. Wenn der Befund unauffällig sei, könnten sie direkt im Anschluss nach Hause gehen. Und auch wenn ein Stent gesetzt werden musste, sei es in der Regel mit einer Nacht im Krankenhaus "zur Beobachtung" getan. Das Verfahren als solches existiert schon lange. Neu sei die moderne Technik, die mit sehr viel weniger Röntgenstrahlung auskomme, wie Ropers betont. Das sei schonender für Patienten und vor allem für die Mitarbeiter, die täglich damit arbeiten.

Zudem liefere die neue Anlage deutlich bessere Bilder. Neu ist auch die integrierte Ultraschalldiagnostik. Mit einem mikroskopisch kleinen Ultraschallkopf können die Mediziner die Gefäße betrachten und so ein exaktes Querschnittsbild der Gefäßwand bekommen. So könne man einen implantierten Stent genauer untersuchen oder das Ausmaß der Gefäßveränderungen noch besser beurteilen.

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Drei Monate Bauzeit liegen hinter dem Team um Prof. Ropers, der sich auch über die deutlich kürzeren Wege in der neuen Einrichtung freut. Das Herzzentrum liegt im Untergeschoss des Krankenhauses in unmittelbarer Nähe zur Zentralen Notaufnahme, zur Intensivstation und zur Überwachungseinheit. So könnten Patienten im Notfall schnell versorgt werden, betont der Chefarzt.


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Die Hygienebedingungen im neuen Herzkatheterlabor entsprechen denen in einem Operationssaal. So kann das Team dort beispielsweise Herzschrittmacher implantieren. Teil des neuen Zentrums ist aber auch die nicht-invasive Diagnostik etwa mit Belastungs- und Langzeit-EKG. Bei Verdacht auf einen Herzinfarkt wird Patienten rund um die Uhr geholfen.

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