FDP-Bundestagsabgeordnete im Podcast

Horch amol: Katja Hessel und ihre Präferenz für Armin Laschet

19.5.2021, 18:08 Uhr

Der politische Aufstieg von Katja Hessel kann sich sehen lassen. 2008 wurde sie als Neuling in den Landtag gewählt und fand sich wenige Wochen später als Staatssekretärin im bayerischen Wirtschaftsministerium wieder. Mit Herz, Leidenschaft und Sachverstand, so definiert Hessel ihren Arbeitsstil. "Und in München war ich dann ausnahmsweise mal zur richtigen Zeit an der richtigen Stelle", sagt die 49-Jährige lachend im Podcast "Horch amol".

Nach fünf Jahren war allerdings Schluss, denn die FDP verpasste den erneuten Sprung in das Landesparlament. Für Katja Hessel ging es 2017 im Bundestag weiter und dort war es nicht zuletzt "ihre Freude an Zahlen", die ihr den Posten als Vorsitzende des Finanzausschuss einbrachte. Als Mitte vergangenen Jahres der Wirecard-Skandal die Republik erschütterte, stand Hessel auf einmal im Blickpunkt der parlamentarischen Aufarbeitung. "Mit der normalen Arbeit des Finanzausschuss hatte das nichts mehr zu tun", macht sie deutlich.

Vorladung bei Scholz und Altmaier

Für Aufsehen sorgte nicht zuletzt die Vorladung von Finanzminister Olaf Scholz und Wirtschaftsminister Peter Altmaier sowie des damals noch amtierenden BaFin-Chefs Felix Hufeld. Letzterem warf Hessel vor, "nicht die Wahrheit gesagt zu haben und wer das Parlament belügt, der muss gehen", erinnert sie sich an den genauen Wortlaut zurück, der juristisch wohlüberlegt formuliert war.

Ein Untersuchungsausschuss folgte und Katja Hessel ließ auch hier nicht locker. Für die Rechtsanwältin und Steuerberaterin ist es kaum zu verstehen, warum es den Firmeninhabern so leicht gefallen ist, mit windigen Belegen ein Vermögen von 1,9 Milliarden Euro vorzugaukeln. "Wir dachten wohl alle, wir bekommen hier so ein bayerisches Silicon Valley. Das Geschäftsmodell hat keiner richtig hinterfragt und es war ein massiver Betrugswille vorhanden", erläutert Hessel die Gemengelage.

Im Podcast mit NN-Chefredakteur Michael Husarek und Online-Chef Matthias Oberth ist zu spüren, dass die gebürtige Nürnbergerin Blut geleckt hat. Für die kommende Bundestagswahl hat sie einen sicheren Listenplatz und wird aller Voraussicht nach wieder in den Bundestag einziehen. Auf die Frage, ob es dann einen weiteren Karrieresprung gibt, antwortet Katja Hessel diplomatisch. Zum einen, weil ja nicht ausgemacht ist, dass die FDP an einer Regierungsbildung beteiligt sein wird, zum anderen fühle sie sich auch in anderen Themenfeldern wohl und übernehme gerne die Rolle, die ihr am Ende zugedacht wird. Dass ihre Hartnäckigkeit und ihr Faible für Zahlen eine gute Grundlage für einen wie auch immer gearteten Posten in der nächsten Legislaturperiode wäre, bestreitet Hessel dabei keineswegs.

Tendenz zu Laschet

Wenn es auf die FDP als Königsmacher ankäme, so tendiert sie zu einem Bundeskanzler Armin Laschet. "Ich bin zwar vom Alter her ein Kind einer sozial-liberalen Koalition", so Hessel, aber wenn es um die Finanz- oder Steuerpolitik geht, sieht sie "eine extrem überschaubare Schnittmenge" mit der SPD und den Grünen.

Welche Machtkonstellation im Herbst zum Zuge kommt, wird die Bundestagswahl zeigen, was aber gut sein könnte, ist die Tatsache, dass sich aus ihrem Stimmbezirk Nürnberg-Nord im September gleich fünf Abgeordnete nach Berlin aufmachen werden: Brigitta Heinrich (SPD), Tessa Ganserer (Grüne), Titus Schüller (Linke) und Katja Hessel haben sichere Listenplätze ergattert. Lediglich Sebastian Brehm (CSU) muss zittern, wenn er nicht das Direktmandat holt. Hessel drückt deshalb Brehm - der ebenfalls im Finanzausschuss sitzt - die Daumen. "Das wäre doch eine tolle Sache, wenn wir mit so vielen Parlamentariern aus Nürnberg-Nord in Berlin vertreten sind."
Doch hören Sie selbst...

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