Sonntag, 19.01.2020

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Kampf gegen Kaugummis: Bekommt Nürnberg "Gum Walls"?

Sör hat sich intensiv mit dem Thema beschäftigt - Straßen verschandelt - 15.01.2020 05:55 Uhr

In Berlin gibt es bereits mehrere dieser "Gum Walls". © Paul Zinken/dpa


Diese unappetitlichen, ausgespuckten Asphaltkleber sind ein Ärgernis. Und ein ästhetisches Problem. Sie verschandeln ganze Fußgängerzonen. Auf der Suche nach einem Gegenmittel testen manche Kommunen sogenannte Gum Walls, also Kaugummiwände. Ist das auch eine Lösung für Nürnberg?

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Alexander Liebel kann sich zur Entsorgung solcher Kaugummireste durchaus Gum Walls vorstellen. Zumindest einmal als Testlauf mit drei Wänden in der Altstadt. "In einigen Städten wurde inzwischen erfolgreich das Projekt umgesetzt", verweist der FDP-Stadtrat auf Stuttgart, Duisburg oder Frankfurt. Auch mehrere Städte in Dänemark und den Niederlanden sollen bereits positive Erfahrungen gemacht haben, so der Liberale. Bereits im Oktober hatte Liebel einen Test angeregt.

Besonders die Altstadt ist betroffen

Beim Servicebetrieb Öffentlicher Raum (Sör) hat man sich in den letzten Wochen intensiv mit dem Thema beschäftigt. Denn auch für die Reinigungstrupps in der Altstadt sind Kaugummis ein echter Aufreger. "Die meisten dieser Hinterlassenschaften befinden sich im Altstadtbereich, besonders in den hochfrequentierten Fußgängerzone", heißt es in einer Stellungsnahme für den Sör-Ausschuss am 22. Januar. Bisher hätte die Entfernung der ausgespuckten Kaugummireste durch Handreiniger oder Kehrmaschinen nur bedingt Erfolg gehabt.


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Selbst wenn die Reste entfernt werden können, hinterlassen sie auf vielen Böden unschöne Flecken. Immer wieder bekommt Sör Angebote von Firmen, die Abhilfe bei der Reinigung der Böden versprechen. Doch keine Maschine habe bisher im Testbetrieb der versprochenen Erfolg gezeigt. Kosten und Nutzen stünden in keinem Verhältnis zueinander.

Sör hat Einwände

Der Servicebetrieb hat sich mit Gum Walls befasst. Dazu sollen – siehe Foto – Kaugummis etwa auf Smileys gedrückt werden, um sie zu entsorgen, oder in einen Auffangbehälter geworfen werden. Die Andrückblätter können dann wie bei einer Flipchart-Tafel abgerissen werden.

 

 

Doch Sör hat gegen die Gum Walls, auch nach Rücksprache mit anderen Kommunen, einige Einwände. Die Blätter müssten häufiger am Tag abgerissen werden. Sie sehen auch nicht sehr appetitlich aus. Die Stadt Frankfurt habe nach sechs Wochen Test weder positive noch negative Erfahrungen gemacht. Ein erstes Fazit werde dort erst im Sommer gezogen. Stuttgart habe nach einem Jahr keine signifikante Verbesserung verzeichnet. Sör verweist darauf, dass in der Nürnberger Altstadt über 500 Papierkörbe stehen, in denen Kaugummis entsorgt werden können. Aber die würden dafür kaum genutzt.


Bußgeld und Verwarnung: Was Müllsünder in Nürnberg erwartet, lesen Sie in diesem Artikel.

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