Kampfhähne sollten Crystal-Depot in Almoshof schützen

13.9.2017, 15:57 Uhr
Die beiden Drogendealer in Almoshof setzten sogar Kampfhähne zum Schutz ihrer heißen Ware ein (Symbolbild).

Die beiden Drogendealer in Almoshof setzten sogar Kampfhähne zum Schutz ihrer heißen Ware ein (Symbolbild). © Christiane Oelrich/dpa

In Almoshof geht es normalerweise recht beschaulich zu. Das, was die beiden 31 und 37 Jahre alten Brüder, die nun schweigend auf der Anklagebank vor dem Landgericht sitzen, dort aber angestellt haben sollen, passt eigentlich so gar nicht zu dem, was man im Knoblauchsland erwartet. Die Staatsanwaltschaft geht davon aus, dass die beiden rund vier Kilogramm Methamphetamin nach Nürnberg geschafft und weiterverkauft haben.

Auf die Schliche kamen die Ermittler dem Brüderpaar, nachdem ein Abhängiger auspackte. Der 29-Jährige brach im Crystal-Rausch zusammen – und erzählte danach den Beamten von dem Gelände an der Johann-Sperl-Straße in Almoshof. Dort will er mit dem jüngeren der beiden Brüder fast täglich Crystal konsumiert haben.

Es folgte eine Telefonüberwachung, bei der die Ermittler mitbekommen haben wollen, wie die beiden Brüder um "Minuten" - ein Codewort für Crystal - schachern.

Die Polizei rückte in Almoshof an. Dort sollen die beiden Brüder nicht nur ein reges Drogengeschäft betrieben haben. Gut ein halbes Dutzend riesiger Hunde soll das Gelände auch noch bewacht haben. Die Hunde waren aber nicht die einzigen tierischen Helfer, mit denen mögliche Diebe abgeschreckt werden sollen. Die Ermittler gehen davon aus, dass die Drogen in dem Bereich des Geländes verwahrt wurden, in dem auch Kampfhähne gehalten wurden. Ebenfalls auf dem Gelände: ein ganzes Waffenarsenal. Die Beamten stellten Pistolen, eine Schleuder und mehrere Messer (darunter auch ein etwa ein halbes Meter langes Buschmesser) sicher. Um die Hunde kümmert sich mittlerweile die Ehefrau des älteren der beiden Brüder – für die klickten Mitte Dezember vergangenen Jahres schließlich die Handschellen.

Drogen aus Tschechien

Die Beamten ermittelten weiter - die Staatsanwaltschaft geht in ihrer Anklage davon aus, dass der jüngere der beiden Brüder die Drogen aus der Tschechischen Republik nach Nürnberg holte, bevor sie in Almoshof aufgeteilt wurden. Für den Weiterverkauf sollen beide Brüder zuständig gewesen sein. Die Abnehmer: unter anderem Zuhälter und Prostituierte an der Frauentormauer, die immer wieder kleinere Mengen bestellten.

Aber nicht nur die Hunde und die Kampfhähne machen den Fall besonders: Der ältere der beiden Brüder soll dem jüngeren das Geld aus den Drogenverkäufen regelmäßig abgenommen haben. Weil der jüngere der beiden Brüder spielsüchtig sein soll, geht die Staatsanwaltschaft davon aus, dass er das Drogengeld bei seinem großen Bruder abgeben musste, damit er nicht alles verspielt. Vom großen Bruder bekam der 31-Jährige nach Ansicht der Anklagebehörde dann immer wieder Beträge zugeteilt.

Für den Prozess sind insgesamt vier Verhandlungstage angesetzt. Ein Urteil könnte Ende kommender Woche fallen.

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