Kann jeder ein Star sein? Roman über den Traum vom Ruhm

7.6.2016, 16:24 Uhr
Tibor Baumann finanziert sein Buch über Crowdfunding.

Tibor Baumann finanziert sein Buch über Crowdfunding. © Franziska Wagenknecht

Erscheinen soll der Episodenroman im vergleichsweise jungen Kladde Verlag mit einer sehr zeitgemäßen Idee: Fans und potentielle Leser entscheiden selbst, ob ein Werk erscheint oder nicht – über ein Crowdfunding.

"Man möchte ein hochwertiges Buch auf den Markt bringen, aber zu einem normalen Preis", sagt Tibor Baumann, der die 18-monatige Arbeit schon 2015 beendet hatte, dann aber feststellen musste, dass sich die Verlagssuche schwierig gestaltet, zum Beispiel, weil das Buch relativ viele Bilder beinhalte.

Bilder, aber vor allem auch eigene Erfahrungen, die Tibor Baumann im Laufe seiner Filmemachertätigkeit gemacht hat, im Zuge derer er unter anderem für die Interviews für das Komparsencasting des Franken-Tatorts zuständig war.

So setze sich das Buch unter anderem wie ein Mosaik zusammen aus Begegnungen mit verschiedensten Künstlern und Menschen, die rauf wollen auf die große Bühne, die das "jeder kann ein Star werden" der großen Sender und Produktionsfirmen glauben, glauben wollen, und dann mit viel Glück für drei Minuten mal ein Star sind.

Angelehnt an Andy Warhols "15 Minutes of Fame" geht es also darum, dass Menschen ihren Stars und Sternchen hinterherträumen, dass sie ein solches (vermeintlich) glanzvolles Leben auch für sich wollen, dass sie dem Traum hinterherjagen, viel riskieren, viel aufgeben und nur sehr wenige auch "die Ruhe haben, das durchzuhalten". Viel mehr erfährt man nicht über das Buch, für dessen Veröffentlichung man nun einen Betrag ab zehn Euro beisteuern kann. Aber: Kennt man mehr als den Klappentext, den man im Laden überflogen hat, bevor man das Buch für 9,99 Euro mitnimmt?

"Die erste Auflage des Romans", sagt Tibor Baumann, "muss über Crowdfunding finanziert werden", schließlich läge die Kostenschwelle mit Layout, Satz undsoweiter mit 10.000 Euro relativ hoch.

Wer mitmacht, wer also etwas beisteuert zur Realisation, der bekommt freilich wie bei Crowdfundings so üblich, nicht nur das veröffentlichte Werk, für das man quasi nur in Vorleistung gegangen ist, sondern ein Dankeschön: signierte Bücher oder eine Wohnzimmerlesung.

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