Kaufhof-Abriss in der Südstadt: Edeka drückt aufs Gas

24.6.2017, 05:11 Uhr
Von außen betrachtet, tut sich rund um den ehemaligen Kaufhof am Aufseßplatz herzlich wenig. Doch der Schein trügt: Bei Edeka wird fieberhaft gearbeitet, damit hier 2018 auch - wie angekündigt - die Abrissbagger anrücken können.

© Stefan Hippel Von außen betrachtet, tut sich rund um den ehemaligen Kaufhof am Aufseßplatz herzlich wenig. Doch der Schein trügt: Bei Edeka wird fieberhaft gearbeitet, damit hier 2018 auch - wie angekündigt - die Abrissbagger anrücken können.

Spätestens seit der Schließung ihres geliebten "Schockens" haben die Südstädter vor allem eins gelernt: Hochtrabende Versprechungen von Bauherren und ehrgeizige Zeitpläne sind immer mit Vorsicht zu genießen. Bestes Beispiel sind die Ankündigungen des Metro-Konzerns. Nach der Schließung seiner Kaufhof-Filiale im Juni 2012 sollte der an dem exponierten Standort gemeinsam mit einem renommierten internationalen Partner ein neues Einkaufszentrum errichten - und das bis 2016!

Doch die Jahre gingen ins Land, ohne dass am Aufseßplatz irgendetwas voranging, bis die Immobilie schließlich 2016 veräußert wurde. Die Pläne der neuen Eigentümerin, der Edeka-Gruppe, klingen verdächtig ähnlich: Auch sie will das angejahrte Gebäude abreißen und hier ein modernes Einkaufszentrum hochziehen. Und auch hierbei tut sich bislang nur verdächtig wenig. Seit das Vorhaben im Herbst 2016 erstmals vorgestellt wurde (der Stadtanzeiger berichtete), scheint das Projekt stillzustehen.

Mehrere Meilensteine erreicht

Ein Eindruck, der so manchen Südstädter bereits umtreibt. "Ja, allmählich landen schon Anfragen von Menschen bei uns, die wissen wollen, wie und wann es denn jetzt vorangeht", berichtet Susanne Wolf. Doch über Stillstand kann die Edeka-Projektentwicklerin nicht klagen. Im Gegenteil: 2017 haben sie und das Team, das an dem Großvorhaben arbeitet, schon mehrere Meilensteine erreicht.

Über Mieter für den neuen Einkaufstempel etwa braucht man sich bei Edeka nicht mehr den Kopf zu zerbrechen. Da einige Schlussverhandlungen gerade noch andauern, könne sie zwar erst in einigen Tagen auch Namen nennen, so Wolf. Die Mieter in spe seien aber "alle bekannte, namhafte Unternehmen. Sobald diese - und somit auch das Waren- und Dienstleistungsangebot des neuen Einkaufszentrums - stehen, soll auch der konkrete Namen des Projekts, das bislang unter dem Arbeitstitel "Schocken-Center" läuft, geklärt werden.

Auch was die Pläne und Entwürfe für den Bau angeht, liege man gut im eigenen Zeitplan. Momentan sei zwar der Architekt noch am Zeichnen, so Wolf. Fest steht schon einmal: Im Erdgeschoss ist ein Edeka-Vollsortimenter vorgesehen. Ein barriererfreier "Markt der Generationen" mit niedrigeren Regalen und weiten Gängen, zwischen denen sich auch Menschen mit Rollatoren, Kinderwägen oder Rollstühlen gut bewegen können. Im Unter- und Obergeschoss sind die weiteren Ladenflächen für die Mieter.

Was sich zudem andeutet: Aus den bis zu 50 Wohnungen, die Edeka auf Wunsch des Bürgervereins wie auch der Stadt über den Parkdecks im zweiten und dritten Stock zu integrieren versprach, könnten sogar "bis zu 70" werden, schätzt die Projektentwicklerin vorsichtig. Was definitiv nach oben geht, ist das Investitions-Budget. Mit rund 60 Millionen Euro will Edeka laut Susanne Wolf sogar mehr ausgeben als anfangs geplant.

Genau Wort halten werde das Unternehmen dagegen bei der Gestaltung des Gebäudes: Das Aussehen der Fassade wird, wie gegenüber der Stadt angekündigt, im Rahmen eines Wettbewerbs festgelegt. Was den Bauantrag angeht, hofft man bei Edeka, dass die "bisher äußerst konstruktive Zusammenarbeit" mit dem Baureferat auch beim Genehmigungsverfahren andauert. Eine positiv beschiedene Bauvoranfrage hat das Unternehmen schon einmal in der Tasche.

2018, so lautet weiterhin das erklärte Ziel der Edeka-Planer, sollen am Aufseßplatz auch die Abrissbagger endlich losrollen. Spätestens das dürfte auch den letzten Skeptiker überzeugen, dass hier ab 2020 wirklich das "neue Herz für die Südstadt" schlägt.

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