13°

Donnerstag, 24.09.2020

|

zum Thema

Kein Mindestabstand auf der U1? Kritik wegen überfüllter Ersatzbusse

Nürnberger beklagen fehlende Mindestabstände während der Sanierungsarbeiten - 29.07.2020 12:24 Uhr

Schienenersatzverkehr bei Bauarbeiten ist im Prinzip nicht ungewöhnlich. In Zeiten von Corona und überfüllten Ersatzbussen sind einige Fahrgäste jedoch wegen mangelnder Schutzmaßnahmen verunsichert.

© Stefan Blank


Wer in diesen Tagen mit der U-Bahn-Linie U1 von Langwasser Süd nach Fürth Hardhöhe fährt, sollte etwas mehr Zeit einplanen. Seit Montag saniert die VAG Betonlängsbalken, der Streckenabschnitt zwischen den Haltestellen Frankenstraße und Hasenbuck bleibt noch bis zum 6. September komplett gesperrt. Dass Manfred Seidl aufgrund der Arbeiten am Hasenbuck in einen Ersatzbus steigen musste, hätte ihn nicht weiter gestört. Wie das Ganze allerdings ablief, ärgert ihn noch immer.

Bilderstrecke zum Thema

48 Stationen: Die Ein-und Aussteiger an den U-Bahnhöfen in Nürnberg und Fürth

Insgesamt 48 Stationen fahren die Linien U1, U2 und U3 der Nürnberger U-Bahn an. Dabei transportieren sie jeden Tag Hunderttausende Menschen - doch wie viele Fahrgäste genau nutzen eigentlich welchen U-Bahnhof? Wo steigen am meisten Leute ein und aus, wo am wenigsten? In dieser Bildergalerie gibt es die Antworten.


"Es ist schon absurd", schimpft der Nürnberger: "In den U-Bahnbereichen erfolgen ständig Durchsagen, dass man sich an die Anordnung der Bayerischen Staatsregierung halten soll bezüglich Maskenpflicht und Mindestabstand." Umso unverständlicher ist es für ihn, dass gerade in dieser Zeit "ein Ersatzverkehr mit sowohl früh als auch abends total überfüllten Bussen eingesetzt" werde. Laut Seidl herrschte "absolutes Chaos". Sarkastisch ergänzt er: "Corona lässt grüßen. Nächster Hotspot-Halt: Nürnberg, bitte alle einsteigen!"

Mindestabstand Fehlanzeige

Manfred Seidl ist bei weitem nicht der einzige Fahrgast, dem die Zustände Sorgen bereiten. Eine aufgebrachtes Ehepaar beklagt gegenüber der Redaktion fehlende Sicherheitskräfte vor Ort. Die Leute hätten sich in die Ersatzbusse gequetscht, ohne auf Abstandsregeln zu achten.


Endstation 2025? Nürnberger U-Bahn-Ausbau droht ein Ende


"Auch bei uns sind einige wenige Beschwerden über die verschiedenen Kanäle angekommen, insbesondere gestern", räumt VAG-Sprecherin Elisabeth Seitzinger am Dienstag ein. Insgesamt sei es am zweiten Tag der Sanierungsarbeiten aber schon deutlich besser gelaufen. "Nach unserer Erfahrung gibt es bei jeder Baustelle in den ersten Tagen eine Anlaufphase. Wir sind in den ersten Tagen immer wieder vor Ort, um zu überprüfen, ob wir nachsteuern müssen."

Wie gut kennen Sie die Nürnberger U-Bahn?

© Mark Johnston, ARC

Mehrere hunderttausend Nürnberger nutzen sie jeden Tag. Aber wie viel wissen Sie tatsächlich über die Nürnberger U-Bahn, die Sie tagtäglich von A nach B bringt?

© Karlheinz Daut

© Stefan Hippel

Frage 1/10:

Wie viele U-Bahnlinien gibt es in Nürnberg und Fürth?

© Günter Distler

Frage 2/10:

Welche Aussage über die Nürnberger U-Bahn stimmt?

© Friedl Ulrich

© Friedl Ulrich

Frage 3/10:

In welchem Jahr fuhr die erste U-Bahn in Nürnberg?

© Edgar Pfrogner

© Stefan Hippel

Frage 4/10:

Was machte die Inbetriebnahme der U3 zu einer deutschlandweiten Neuheit?

© Edgar Pfrogner

Frage 5/10:

Wie viele Kilometer Liniennetz werden von der U-Bahn befahren?

Frage 6/10:

Welche U-Bahnstation ist mit solchen blauen Kacheln verfliest?

© Michael Matejka

© Ralf Lang

Frage 7/10:

Was macht die Verbindung der U2 zum Flughafen zu einer Besonderheit?

© Friedl Ulrich

© Rudolf Contino

Frage 8/10:

Wer gilt als Vordenker der Nürnberger U-Bahn?

© Alexander Pfaehler

Frage 9/10:

Wie viele U-Bahnhöfe gibt es insgesamt in Fürth und Nürnberg?

Frage 10/10:

Welche Station ist das?

© Mark Johnston, ARC

Eine U-Bahn fasst nach VAG-Angaben circa 580 Personen, in einen Gelenkbus passen "nur" etwa 110. Deshalb sind laut Seitzinger während der gesamten Betriebszeit ab der Frankenstraße beziehungsweise dem Hasenbuck mehrere Busse im Einsatz, die unmittelbar nacheinander abfahren. "In der Morgenspitze hatten wir heute neun Busse im Einsatz, jetzt am Nachmittag acht, wovon zwei als Verstärker bereit stehen. In jedem Fall sind tagsüber immer drei Busse im Team unterwegs, um die Fahrgäste eines U-Bahn-Zuges aufzunehmen. Der vierte kommt bei Bedarf dazu, um Fahrgäste aufzunehmen." Servicepersonal sei vor Ort, um die Situation zu steuern.

Weniger Fahrgäste wegen Corona

"In jedem Fall wäre es aber wichtig, dass die Fahrgäste selbst bereit sind, in den zweiten und dritten, vielleicht auch vierten Bus zu steigen", betont Seitzinger. "Denn diese sind nach unseren Beobachtungen sichtbar leerer. Die Busse 2 und 3 fahren dem ersten schnellstmöglich hinterher."

Ähnliches ist auch Ludwig Baum in der Nerzstraße aufgefallen. Voll sei meistens nur der erste Ersatzbus. „Zwei Drittel der Busse, die durch meine Straße donnern, sind leer“, ärgert sich der Anwohner über den zusätzlichen Lärm, dem er derzeit von früh morgens bis zum Betriebsschluss ausgesetzt ist. „Ich weiß nicht, wie ich das sechs Wochen aushalten soll.“

Da die Sommerferien begonnen haben, sind laut VAG-Angaben derzeit weniger Personen unterwegs. Bedingt durch das Coronavirus liege die Auslastung der U-Bahn laut Elisabeth Seitzinger aktuell bei 60 bis 70 Prozent dessen, was man vor der Krise gewohnt war.

Zuletzt hatte die VAG die Sanierung von Betonlängsbalken so abgewickelt, dass die Arbeiten ausschließlich nachts erfolgten und keine einzelnen Bahnhöfen oder Streckenabschnitten gesperrt werden mussten. Dies, erklärt die VAG, sei aufgrund der baulichen Besonderheit des Streckenabschnitts im aktuellen Fall allerdings nicht möglich gewesen.

Bilderstrecke zum Thema

Maskenpflicht in Bayern: So verhalten sich die Nürnberger

Am ersten Tag der Maskenpflicht in Geschäften und Bussen und Bahnen halten sich die Nürnberger an die Regel zum Schutz vor Corona-Infektionen. Wir haben uns am Montagmorgen am Hauptbahnhof und in den U- und Straßenbahnen umgesehen.



Verpassen Sie keine Nachricht mehr! In unserem neuen täglichen Newsletter "Mittags um 12 - Zeit für die Region" erfahren Sie alles Wichtige über unsere Region. Hier kostenlos bestellen. Montags bis freitags um 12 Uhr in Ihrem Mailpostfach.

 

Die Nürnberger Nachrichten werden heuer 75 Jahre alt. Lesen Sie als Neukunde die NN oder die Heimatzeitungen für nur 25 Euro pro Monat, exklusiv zum NN-Geburtstag! Mehr erfahren.

Der Artikel wurde am Mittwoch um 12.25 Uhr aktualisiert.

Seite drucken

Seite versenden


weitere Meldungen aus: Nürnberg