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Kinder als Unfallopfer: Nürnberger Verein will aufklären

"Mit Kinderaugen sehen": "Klabautermann" startet neue Initiative - 03.11.2017 05:32 Uhr

Jörg Sturm, Oberarzt am Nürnberger Klinikum (links im Bild) unterstützt die Initiative von "Klabautermann". © Uwe Niklas


"Mit Kinderaugen sehen" heißt die Initiative des Vereins, der seit 15 Jahren bereits Nachsorge am Klinikum betreibt und nun auch in die Vorsorge einsteigt. Entstanden ist die Maßnahme in Kooperation mit der Sparda-Bank, die Mittel aus ihrem "Gewinn-Spar-Verein" zur Verfügung stellt.

Im Rahmen des Projekts bietet der Verein Workshops und Elternabende in Kindertagesstätten und Kindergärten an. In diesen machen Kinderkrankenschwestern und Kinderärzte des Klinikums den Eltern von Kleinkindern die Gefahren bewusst, denen der Nachwuchs zwischen sechs Monaten und drei Jahren besonders unterliegt.

Ausschlaggebend für die Initiierung des Projekts war, so die Vereinsvorsitzende Hanne Henke, "dass in dieser Altersgruppe bislang viel zu wenig geeignete Präventionsmaßnahmen existieren". Die Verantwortlichen haben zwei Situationen ausgemacht, in denen Kinder besonders unfallanfällig sind: Umzüge und fremde Wohnungen.

1,7 Millionen Kinder jährlich in ärztlicher Behandlung

"Die eigene Wohnung ist meistens ganz gut geschützt, aber sobald die Kinder zum Beispiel bei Großeltern oder Freunden sind, wo die Wohnungen nicht auf Kleinkinder eingerichtet sind, kommen die Kinder öfter zu Schaden", erläutert Irmi Klett, eine der Krankenschwestern, die Elternabende und Workshops abhält. Bei Umzügen seien vor allem die ersten Tage, an denen Steckdosen oder Regale ungesichert sind, besonders unfallträchtig.

1,7 Millionen Kinder werden in Deutschland jährlich wegen Unfallfolgen ärztlich versorgt, 200.000 von ihnen sogar stationär, etwa 66.000 dieser Kinder sind unter sechs Jahre alt. Jörg Sturm, Oberarzt in der Kinderchirurgie und auch am Projekt beteiligt, betont: "Länder wie Schweden oder die Niederlande sind Deutschland in Sachen Unfallprävention weit voraus". Bis zu 30 Prozent weniger Unfälle verzeichnen diese Staaten, da hier gesetzliche Vorschriften strenger sind.

An den Workshops interessierte Eltern und Kinderbetreuungseinrichtungen können sich an den Verein unter der Telefonnummer 8000117 wenden oder ihn per Mail unter info@klabautermann-ev.de kontaktieren.

Florian Zenger

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