Koks-Affäre: Auch Faschingsprinzessin im Visier der Justiz

18.1.2017, 16:36 Uhr
Fehlt Nürnbergs Narren bald das komplette Prinzenpaar? Nachdem Oliver I. im U-Haft sitzt, erhärtet sich jetzt auch der Verdacht gegen Assol I..

Fehlt Nürnbergs Narren bald das komplette Prinzenpaar? Nachdem Oliver I. im U-Haft sitzt, erhärtet sich jetzt auch der Verdacht gegen Assol I.. © Roland Fengler

Die Drogenaffäre in der Nürnberger Fastnacht weitet sich offenbar aus. Nach dem Nürnberger Faschingsprinz Oliver I. ist jetzt auch die Nürnberger Faschingsprinzessin Assol I. wegen Drogenverdachts ins Visier der Justiz geraten. Es bestehe der Verdacht, dass sie in die mutmaßlichen Drogengeschäfte ihres Mannes eingeweiht gewesen sei. Eine Sprecherin der Staatsanwaltschaft Nürnberg-Fürth bestätigte damit am Mittwoch entsprechende Informationen der Deutschen Presse-Agentur in Nürnberg.


Trotz Kokain-Skandal: Nürnbergs Narren feiern weiter


Es gebe Hinweise, dass die Ehefrau des inhaftierten 37 Jahre alten Nürnbergers "von der Drogenbeschaffungsfahrt ihres Mannes wusste und möglicherweise unterstützend tätig geworden ist", berichtete die Sprecherin der Anklagebehörde. Gegen die Frau werde daher "wegen des Verdachts der Beihilfe zum unerlaubten Handeltreiben mit Drogen in nicht geringer Menge" ermittelt. Die U-Haft bleibt Assol I - im Gegensatz zu ihrem Ehemann - allerdings erspart. Die Staatsanwaltschaft sehe keine Verdunklungs- oder Fluchtgefahr bei der Frau. Das Ehepaar war erst am 8. Januar offiziell als Nürnberger Prinzenpaar inthronisiert worden.

Oliver I. soll Koks geschmuggelt haben

Ihr Mann, der Nürnberger Faschingsprinz Oliver I., war bereits am vergangenen Freitag wegen des Verdachts auf Kokainschmuggel in Untersuchungshaft genommen worden. Die Ermittler werfen dem Nürnberger vor, 500 Gramm Kokain aus Spanien nach Deutschland geschmuggelt zu haben, was einem Marktwert von etwa 50.000 Euro entspricht. Das Rauschgift sei Ende vergangener Woche bei einer gezielten Polizeikontrolle in seinem Wagen entdeckt worden. Mittlerweile haben der Faschingsprinz die Beschaffungsfahrten auch eingeräumt, heißt es von der Staatsanwaltschaft.

Überrascht zeigte sich die Vorsitzende des Festausschusses Nürnberger Fastnacht, Angelika Wimmer. Auf die Frage, was die mögliche Ausweitung der Drogenaffäre für die laufende Kampagne bedeute und ob trotzdem noch weitere Auftritte der Prinzessin geplant seien, wollte sie sich nicht äußern.

Für die nächsten Tage sei eine Sitzung mit allen 17 Nürnberger Fastnachtsvereinen geplant. Die örtlichen Fastnachts-Organisatoren hatten zuletzt darauf gesetzt, dass die Prinzessin die vertraglich vereinbarten Auftritte des Prinzenpaars bei Fastnachtsveranstaltungen unbegleitet absolviert.

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