Samstag, 28.11.2020

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Künstlerdasein unter Palmen

Der Nürnberger Multimedia-Kreative Momoshi residiert derzeit auf Teneriffa - 22.03.2014 13:15 Uhr

Peter Herr alias Momoshi lebt und arbeitet momentan auf der Kanaren-Insel Teneriffa.

21.03.2014 © Kai Kappes


In Ungarn ist er geboren. In Nürnberg und Algerien aufgewachsen. In Tschechien und München hat er gelebt. Fünf Sprachen beherrscht er. Momentan wohnt er auf Teneriffa, in einer Villa direkt am Meer.

Aber nur für den Winter. Denn Momoshi, der mit bürgerlichem Namen Peter Herr heißt, hat große Pläne: Im Frühling geht es weiter nach England. Da malt er eine Villa in Sandbank an. Im Sommer fliegt er nach Berlin und Nürnberg. Wo er im Herbst ist? Das weiß er selbst noch nicht. Gerade sitzt er jedenfalls auf seiner Terrasse. Hier malt er besonders gern, erzählt er. Mit Blick auf die von Palmen gesäumte Bucht. Die beeindruckenden, bis zu 500 Meter hohen Felswände, die dem Ort Los Gigantes seinen Namen geben, sind nicht fern.

Voller Lebensfreude

Hier malt und zeichnet der Weltenbummler aus Nürnberg und dreht auf dem Vulkan Teide seine eigene Version von Pharell Williams Song „Happy“.

21.03.2014


Lebensfroh sind seine Bilder. Knallbunt und extrovertiert seine Figuren. Die runden Formen kommen an. Denn auch bei der Kunst ist Momoshi ein Global Player: Als Projektionsfläche für seine Kunst dient ihm nicht nur die klassische Leinwand. In Nürnberg verkaufte er T-Shirts mit seinen Motiven. In der Klaragasse hatte er eine Dauerausstellung in einer Kneipe. Seine Kunstwerke verkauft er mittlerweile über seinen Onlineshop. Zur Weltmeisterschaft in Südafrika hat er einen riesigen Momoshi-Ball durch 15 deutsche Städte und afrikanische Länder rollen lassen. Bei Musikvideos sorgte er für die passende Grafik. Sein neuestes Projekt: Er dreht auf dem Vulkan Teide und an der Küste vor Teneriffa eine eigene Version von Pharell Williams „Happy“. Dazu bemalt er beinahe nackte Frauen mit seinen Motiven, die zum Hit des US-amerikanischen Sängers tanzen.

Pläne hat Momoshi viele, Ideen gar noch mehr. Eine Bar schwebt dem Lebemann vor, ausgestattet mit seiner Kunst, seine Motive sollen Wände, Möbel und Gläser zieren. Am liebsten hätte er gleich eine ganze „Mo-City“. Bilder dafür hätte er genug. Denn gemalt habe er eigentlich schon immer, erzählt er.

Die Eingebung, Künstler zu werden, kam ganz plötzlich und unerwartet an der Uni. Genauer: mitten in einer Vorlesung. „Wie ein Blitzschlag“, sagt er. Es ist schon einige Zeit her, da studierte der heutige 42-Jährige Amerikanistik, neueste Geschichte und Kunstgeschichte. Nicht besonders spannend, fand er. Gelangweilt kritzelte er auf seinem Block herum – und fand seine Berufung.

Anfänge auf dem Schreibblock

Auf seinem Schreibblock hatte er sein erstes Motiv erschaffen. Momoshi hielt es nicht mehr auf seinem Stuhl. Er rannte förmlich aus der Vorlesung. Noch am gleichen Tag kaufte er sich Farben, Leinwand und Pinsel und legte los. Die Uni schmiss er und war fortan Künstler. Das erste Bild hat er nie verkauft. Noch heute ist er stolz darauf.

An seinem Künstlernamen ist eine Frau schuld, erzählt Momoshi und setzt dabei ein breites Grinsen auf. Genauer genommen, eine Japanerin. Die hat er auf einer Party kennengelernt und wollte sie ein wenig mit seinem Künstlerdasein beeindrucken. Also hat er sich in der Nacht noch schnell eine eigene Homepage gesichert. Irgendwas mit japanischem Namen sollte es sein. Momoshi.de: sein kreatives Alter Ego war aus der Taufe gehoben. Wer des Japanischen mächtig ist, muss über die Titelwahl allerdings ein wenig lachen: Momoshi heißt wörtlich übersetzt „toter Pfirsich“.

Irgendwann, da will der Weltenbummler wieder fest in Nürnberg leben. In der fränkischen Metropole fühlt er sich einfach am wohlsten. „Denn da habe ich meine ganzen Freunde.“

VON KAI MIRJAM KAPPES

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