Mittwoch, 18.09.2019

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Leben in Thon: Ländliches Idyll und Nähe zum trendigen Kiez

Persönlicher Blick der NZ-Redakteure auf unser Nürnberg - 11.09.2019 15:42 Uhr

Der Wochenmarkt auf dem Kobergerplatz ist für die Menschen in der Nordstadt – und auch für die Bewohner von Thon – eine lieb gewordene Institution. © Roland Fengler


Lärm und Hektik der Großstadt nach Feierabend hinter sich zu lassen, tut oft sehr gut. Bei mir in Thon ist das möglich. Gleichzeitig schätze ich es sehr, dass ich ganz leicht und auch zu Fuß in den Trubel der Großstadt zurückkehren kann, wenn mir danach ist. Denn bis zum Friedrich-Ebert-Platz brauche ich keine 15 Minuten zu Fuß.

So zählt auch die Nordstadt zu meinem Kiez. Durch die U-Bahn-Anbindung ist der Stadtteil gefühlt noch enger an das Zentrum von Nürnberg herangerückt, auch wenn viele Bewohner immer noch der Straßenbahnlinie 9, die sich durch die Pirckheimerstraße zog, nachtrauern.

Einige Entwicklungen hier stoßen aber auch fast uneingeschränkt auf große Zustimmung. Familien mit Kindern zum Beispiel schätzen den großen Spielplatz am Friedrich-Ebert-Platz, der vor einigen Jahren neu errichtet wurde. Bis in die Abendstunden und am Wochenende ist hier viel los.

Live-Musik bei "Tante Betty" und leckeres Eis

Mein absoluter Favorit in der Nordstadt ist aber die Schweppermannstraße. Sie bietet so viele Gelegenheiten, es sich dort gutgehen zu lassen! Gleich am Anfang der Straße befindet sich zum Beispiel die „Tante Betty Bar“. Die Plastikblumen in den Kübeln an den Fensterbrettern verraten einen gewissen Eigensinn – und sie unterscheidet sich tatsächlich von vielen Kneipen in der Umgebung.

Denn bei Tante Betty kommt die Musik meistens nicht aus einer Stereoanlage, hier finden regelmäßig Jazz-Konzerte statt. Und da kann es schon mal passieren, dass die Menschen nicht nur in der Kneipe selbst, sondern auch auf der Straße an einem der Tische, die zur Bar gehören, Platz nehmen, um der Live-Musik zu lauschen.

Wenn ich durch die Schweppermannstraße laufe, denke ich immer an den Prenzlauer Berg. Das ist ein trendiger Stadtteil in Berlin, angesagt vor allem bei vielen Familien. Auch hier im Norden Nürnbergs trifft man auf viele Kinder mit ihren Eltern. Am deutlichsten sieht man es in der Nähe des Kaulbachplatzes, im kleinen Eiscafé „Il Gelato“. Ist es warm, zieht es die Menschen aus der Nachbarschaft wie magnetisch an, sie stehen einfach auf der Straße und schlecken an ihrem Eis. Die Atmosphäre ist meist sehr entspannt und man kommt ganz leicht miteinander ins Gespräch.

Der Wochenmarkt ist eine feste Institution

Gleich gegenüber, ebenfalls in der Schweppermannstraße, befindet sich ein weiteres kleines Lokal, das schöne Café „Flora“. Somit wird der Kaulbachplatz für viele im Sommer zum Freiluft-Wohnzimmer.

Nur einen Katzensprung von dort entfernt befindet sich der Kobergerplatz. Er punktet nicht gerade mit liebevoller Gestaltung, aber jeden Freitag findet hier ein Wochenmarkt statt, der für sehr viele Menschen aus der Nordstadt eine feste Institution ist. Hier kennt jeder jeden und die Menschen kaufen nicht nur Produkte aus der Region, sondern verbringen auf dem Markt auch gerne etwas Zeit. Es gibt einige Bänke, aber auch einen fahrenden Bäcker, der für die Dauer des Wochenmarktes Bänke und Tische aufstellt. An denen sitzt es sich gut bei Kaffee und Kuchen.

Das Großstädtische und das Persönliche treffen hier aufeinander und sind kein Widerspruch, es lebt sich fast so beschaulich wie auf dem Land. In meinem Kiez habe ich beides und muss mich nicht entscheiden. Wie schön. 

Ella Schindler

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