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Lebensmittelretter bekämpfen Verschwendung bei Rock im Park

Initiative sammelt Gegenstände, die viele Besucher sonst zurücklassen würden - 09.06.2019 18:26 Uhr

Jasmin Beyer (rechts) und Sigrid Huber vom Projekt "Lebens-mittel-retten" hatte einst die Idee, auf Rock im Park aktiv zu werden. An ihrem Stand können Rocker funktionsfähige Gegenstände spenden, die sie nicht mehr brauchen. © Johannes Handl


Die Schlange ist ganz schön lang, die Paletten fein säuberlich mit Leergut gefüllt, die Säcke ebenfalls. Wer für sein Dosenbier Pfand zurück möchte, muss sich am Lidl-Store erst einmal ganz hinten anstellen. Es geht aber auch schneller - und mit einem noch besseren Gefühl. Denn nur wenige Meter vom mobilen Festival-Supermarkt entfernt haben Jasmin Beyer, Sigrid Huber und ihre Kollegen ihren Stand aufgebaut. Wer hier seine Trinkbehälter abgibt, erhält zwar kein Geld, unterstützt dafür aber soziale Projekte. 

"Die Idee hatte ich vor ein paar Jahren", sagt Jasmin Beyer, die erste Vorsitzende des Projekts. Die Gruppe engagiert sich gegen Verschwendung und möchte dazu beitragen, Müll zu vermeiden. An ihrem Stand sammelt sie gebrauchsfähige Gegenstände, die die Parkrocker sonst zurücklassen würden, wie die Erfahrung der vergangenen Jahre zeigt. Um Obdachlosen zu helfen, leiten die Lebensmittelretter nach dem Festival alles, was zusammenkommt, an die "Nürnberger Engel" und die "Heinzelmännchen für OHA" weiter.

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Gerade erst ist wieder ein Hänger voller Lebensmittel und Hygieneartikel abgeholt worden. Schon stapeln sich die nächsten Kisten und Paletten mit Dosenravioli und weiteren klassischen Festival-Köstlichkeiten. Seit Donnerstag sind die Lebensretter rund um die Uhr im Einsatz. "Ich habe insgesamt vielleicht zehn Stunden geschlafen", sagt Beyer am Sonntagnachmittag Sie weiß, dass sich die Strapazen lohnen. Denn auch nachts kommen immer wieder Rocker vorbei, um ihren Becher, eine Dose oder andere gut verwendbare Gegenstände abzugeben.

Viele spenden Dosen

Die Sache mit dem Pfand sei so ursprünglich eigentlich gar nicht vorgesehen gewesen, erklärt Beyer. Das Hauptaugenmerk galt zunächst den am Montag abreisenden Parkrockern. Manche haben sich aber auch schon am Sonntag auf den Heimweg gemacht und zuvor Campingstühle oder Zelte vorbeigebracht. 

Die Dosen-Kreationen, die manche Rocker hervorzaubern, können sich sehen lassen, stellen die Helfer manchmal aber sogar vor ungeahnte Probleme. So bemerkten sie nach Rock im Park 2018 erst zu Hause, dass sich unter dem Pfand eine gebastelte Giraffe aus Dosen befand, die sich gar nicht so einfach wieder in ihre Einzelteile zerlegen ließ. So langatmig die Aufgabe im Vorjahr auch war, inzwischen kann Beyer darüber wieder herzhaft lachen.

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