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Sonntag, 20.09.2020

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Legionellen-Alarm: Duschverbot in der Fürther Straße

Bei einer Untersuchung schlug ein Test an - Filter schafft Abhilfe - 10.08.2020 15:37 Uhr

Das Schreiben der Hausverwaltung landete vergangenes Wochenende in den Briefkästen der Bewohner in der Fürther Straße 271. "Hinweis auf festgestellten Legionellenbefall", steht über dem Brief, der nordbayern.de vorliegt - und in dem ein Duschverbot für das Haus im Westen der Stadt angekündigt wird. Bereits im Juni seien erste Proben im Rahmen einer gesetzlich vorgeschriebenen Untersuchung genommen worden, um einen möglichen Befall im Warmwassernetz zu überprüfen. Der Test des Umweltlabors Euofins schlug an.

Weil die Kontamination, die bei dem ersten Test festgestellt wurde, durchaus bedenklich war, musste erneut eine Probe genommen werden. Und da kam alles noch schlimmer. "Bei dieser weitergehenden Untersuchung wurden 20 Wasserproben entnommen", heißt es in dem Schreiben. Dabei sei nun "eine extrem hohe Kontamination" festgestellt worden. Sie liegt bei über 17.000 sogenannten koloniebildenen Einheiten, auch KBE genannt, pro 100 Milliliter Wasser. Das bayerische Landesamt für Gesundheit (LGL) sieht bei einer Belastung von über 10.000 KBE "Sofortmaßnahmen zur Gefahrenabwehr" vor - und dazu gehört eben jenes Duschverbot, das jetzt in dem Komplex in der Fürther Straße ausgesprochen wurde.

4500 Menschen sterben Jahr für Jahr an einer Legionellen-Infektion, schätzen Experten. Die Bakterien sind also durchaus gefährlich, können Husten, Schüttelfrost und hohes Fieber auslösen.

Filter für 70 Euro schafft Abhilfe

Wie es für die Anwohner weitergeht? Fraglich. Derzeit werden Bekämpfungsmaßnahmen durchgeführt, teilt die Hausverwaltung WBT in dem Schreiben mit. Einen konkreten Zeitplan nennt das Unternehmen dabei nicht, nennt aber eine Alternative: "Ein Duschverbot ist nicht zu berücksichtigen falls ein Duschkopf mit Sterilfilter (...) verwendet wird." Den gebe es bereits für 70 Euro im Handel zu kaufen.

Der Ärger in dem Wohnblock ist dennoch groß, berichtet die Bild-Zeitung. "Ich werde die Miete kürzen", sagte eine Anwohnerin gegenüber dem Blatt. Eine andere Mieterin nimmt es gelassen: "Ich dusche kalt. Für die Haare koche ich mir vorher Wasser ab."


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tl

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