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Neue Airline kommt: Bald noch mehr Nachtflüge am Airport?

Ab 2020 will der Flughafen höhere Gebühren für nächtliche Starts erheben - 19.09.2019 05:01 Uhr

Seit Jahren schwelt die Diskussion um Nachtflüge am Airport Nürnberg. © Oliver Acker/digitale-luftbilder.de


Ab Herbst dieses Jahres und Sommer 2020 will sie Flüge nach Spanien, Griechenland, Italien, Ägypten, Israel und verstärkt in die Türkei anbieten. Die Fluggesellschaft glaubt an die Zukunft von Regionalflughäfen wie in Nürnberg. Dass es im Knoblauchsland kein Nachtflugverbot gibt, kommt ihr besonders entgegen.

Der Wegfall der pleitegegangenen Fluggesellschaften Air Berlin, Small Planet und Germania habe eine Lücke in den Flugplan gerissen, sagt Flughafen-Geschäftsführer Michael Hupe. Er ist optimistisch, dass sich mit dem Angebot von Corendon Airlines diese weitestgehend schließen lässt. "Der Kunde darf sich nächstes Jahr auf ein deutlich breiteres Programm freuen", fährt Hupe fort.

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Yildiray Karaer, Eigentümer von Corendon Airlines. © Foto: Corendon/PR


Corendon Airlines, die gemeinhin als Billigfluglinie bezeichnet wird, sich selbst aber nicht so sieht, zieht es mit gleich zwei Maschinen nach Nürnberg. Ein wichtiger Grund ist, dass hier kein Nachtflugverbot herrscht. "Das ist ein Vorteil von Nürnberg, dass hier 24 Stunden lang offen ist", sagt Fatih Tunc, Produktmanager der Airline. "Ein Flugzeug muss 18 Stunden lang in der Luft sein in der Hochsaison, damit es sich rechnet", ergänzt Thomas Braun, ebenfalls von Corendon Airlines.

Tunc und Braun sind zusammen mit Yildiray Karaer, Gründer und Geschäftsführer der türkischen Fluggesellschaft, derzeit auf Werbetour in der Stadt. Sie wollen das Flugangebot hiesigen Reiseveranstaltern und Reisebüros vorstellen. "Wir wachsen auf dem deutschen Markt", sagt Karaer. Und dieses Wachstum soll auch vom Knoblauchsland ausgehen, das die Airline bereits seit einigen Jahren anfliegt.

Elf Flüge pro Woche geplant

Ende September will Corendon Airlines ein erstes Flugzeug fest stationieren. Die Maschine soll dann fünf Ziele ansteuern: Fuerteventura, Gran Canaria, Teneriffa, Hurghada in Ägypten und Antalya in der Türkei. Elf Flüge pro Woche will Corendon anbieten und bis Ende März 2020 rund 45.000 Passagiere befördern. So das Ziel. Im Sommer kommenden Jahres soll dann ein zweites Flugzeug in Nürnberg dazukommen, das 51 Mal in der Woche am Albrecht-Dürer Airport abheben und 22 Ziele anfliegen soll: neben den genannten auch Flughäfen in Griechenland und Italien. Neu sind zum Beispiel Kreta und Tel Aviv, auch etliche neue Ziele in der Türkei sind dabei.

 

Die Touristenflieger sollen vor allem tagsüber abheben, spätabends sollen dann die im Flugjargon "ethnische Flüge" genannten Flüge stattfinden. Ihr Ziel? Destinationen in der Türkei, die nicht in erster Linie von Urlaubern angeflogen werden, sondern von den Nachkommen ehemaliger Gastarbeiter, die Freunde und Verwandte besuchen. "Ethnische Ziele laufen sehr gut", sagt Flughafen-Chef Michael Hupe und meint damit aktuell auch Flüge nach Rumänien oder Bulgarien.

"Können Flüge in der Nacht nicht quantifizieren"

Ob und wie viele Nachtflüge durch Corendon Airlines neu dazukommen, kann Flughafen-Sprecher Christian Albrecht noch nicht sagen. "Da der komplette Flugplan – Flugplanwechsel ist Ende Oktober – noch nicht feststeht, können wir die Flüge in der Nacht derzeit nicht quantifizieren." Nach dem aktuellen Stand entstehe aber kein zusätzlicher Nachtflugverkehr, fährt er fort.

Ab 2020 will der Flughafen die Preise für Nachtflüge erhöhen. Die Abstimmung mit den Airlines und der Genehmigungsbehörde laufe noch, so Albrecht weiter. In diesem Jahr rechnet der Airport laut Hupe mit rund 4,1 Millionen Passagieren und wird damit die Rekordmarke von 2018 deutlich verfehlen. Im vergangenen Jahr nutzten 4,46 Millionen Menschen den Nürnberger Flughafen.

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