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Nürnberg gehört zu den wenig fahrradfreundlichen Städten

ADAC: Überdurchschnittlich viele schwere Unfälle mit Radfahrern - 28.08.2014 09:13 Uhr

Nürnberg schnitt beim ADAC-Test zur Fahrradfreundlichkeit nur durchschnittlich ab.

09.04.2013 © Eduard Weigert


Radfahrer haben es in deutschen Großstädten nicht leicht. Beim Fahrrad-Test des ADAC in zwölf Metropolen erreichten München und Stuttgart als beste Städte lediglich die Gesamtnote „durchschnittlich“, wie der Autoclub am Donnerstag mitteilte. Nürnberg landet in dem Ranking nur im Mittelfeld auf den sechsten Platz. In jeder Stadt fuhren die Tester zehn Routen mit durchschnittlich 28 Kilometern Länge ab.

Positiv fiel dem ADAC in Nürnberg vor allem die Sicherheit und der Komfort der Testrouten auf. So waren die Schutzstreifen und Radwege teilweise deutlich breiter als die Richtlinienvorgabe, etwa an der Äußeren Bayreuther Straße. Für  linksabbiegende Radfahrer wurden laut Bericht teilweise gute und sichere Lösungen, zum Beispiel in der Pfälzer Straße, gefunden. Auch bei dem großen Angebot von Mieträdern konnte die Frankenmetropole punkten.

Dass es jedoch noch großen Nachbesserungsbedarf in Sachen Sicherheit auf Radwegen gibt, stellte am Donnerstag der ADFC Nürnberg vor. In einer Online-Umfrage wurden die Nürnberger nach den zehn dringendsten Projekten in Sachen Radwege befragt. Neben der Situation für Radfahrer vor dem Nürnberger Hauptbahnhof, bemängelten die Befragten vor allem die Radwege am Marientunnel und an der Bayreuther Straße.

Der ADAC lobt in seinem Test die Stadt Nürnberg, dass es die Möglichkeit gebe, das Fahrrad in den öffentlichen Verkehrsmitteln mitzunehmen. Auch die Stadt wurde lobend erwähnt, erhält doch die kommunale Radverkehrsförderung von allen Kriterien des Tests die meisten Punkte.

Überdurchschnittlich viele schwere Unfälle

Sorgen bereitet dem ADAC jedoch besonders eine Sache: Die überdurchschnittlich vielen schweren Unfälle mit Radfahrern in Nürnberg. Beispielsweise kam im April dieses Jahres ein Fahrradfahrer im Marientunnel nach einem Unfall mit einer Straßenbahn ums Leben und im Januar wurde ein Radfahrer in der Rothenburgerstraße bei einem Zusammenstoß mit einem Auto schwer verletzt.  Am 28. Oktober 2013 starb eine 44-jährige Radfahrerin an der Ecke Gleißbühlstraße/ Blumenstraße nach der Kollision mit einem Lkw.

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Auch die Serviceangebote der Stadt werden stark bemängelt und das Fehlen von Fahradstationen und gesicherten Abstellplätzen in Bike&Ride-Anlagen.

Schlusslichter in Sachen Fahrradfreundlichkeit sind beim ADAC-Test Dresden und Dortmund. Drei Tester waren im Auftrag des ADAC im Herbst 2013 in Berlin, Dortmund, Dresden, Düsseldorf, Frankfurt am Main, Hamburg, Hannover, Köln, Leipzig, München, Nürnberg und Stuttgart unterwegs. Auch Daten der Kommunen flossen ein, etwa zu Unfallzahlen.

Bereits 2004 testete der ADAC mehrere Städte. Einige von ihnen hätten ihr Niveau trotz leicht gestiegener Anforderungen gehalten, etwa Dresden, Nürnberg, Leipzig und Frankfurt, sagte Testleiterin Simone Saalmann. Stuttgart konnte sich sogar etwas verbessern. Leicht verloren haben Hannover und Dortmund. Berlin, Hamburg, München, Düsseldorf und Köln waren damals nicht getestet worden.

In Nürnberg wurden folgende Strecken getestet: Humboldtplatz – Hefnersplatz/ Altstadt; Kaulbachplatz – Gewerbegebiet Nordostpark; Humboldtplatz – Sigena- und Pirckheimer Gymnasium/ Gibitzenhofstraße; Großweidenmühle – Königstraße; Lorenzer Platz – Großweidenmühle; Hauptbahnhof – Universität Erlangen-Nürnberg/ Regensburger Straße.

dpa/smo

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