Begrenzte Teilnehmerzahlen bei Beerdigungen

Nürnberg: Volle Discos, aber weiter Beschränkungen auf dem Friedhof

Johannes Handl
Johannes Handl

Lokalredaktion

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12.10.2021, 09:58 Uhr
Auf bayerischen Friedhöfen gelten weiterhin Beschränkungen. Wollen mehr als 50 Personen an einer Beerdigung teilnehmen, ist eine Meldung nötig.

Auf bayerischen Friedhöfen gelten weiterhin Beschränkungen. Wollen mehr als 50 Personen an einer Beerdigung teilnehmen, ist eine Meldung nötig. © epd-bild/Friedrich Stark, NN

Wenn geliebte Menschen von uns gehen, beginnt eine extrem schwere Zeit. Bevor die Trauerbewältigung beginnen kann, müssen zunächst unzählige bürokratische Angelegenheiten geregelt werden.

Als eine Nürnberger Leserin vor wenigen Tagen die Beerdigung ihres verstorbenen Mannes organisieren wollte, wurde ihr mitgeteilt, dass die Teilnehmerzahl auf dem Friedhof auf 50 begrenzt ist. Diese Vorgaben konnte die Witwe kaum glauben. "In Discos darf innen wieder gefeiert werden, aber eine Trauergesellschaft limitiert man? Das ist doch hanebüchen!", ärgert sie sich. "Das hat mein Mann nicht verdient."

Obwohl inzwischen selbst Stadien wieder voll ausgelastet werden dürfen, hat sich die Lage bezüglich der Bestattungen formell nicht geändert, da dieser Bereich von den Lockerungen und Erleichterungen nicht betroffen ist. "Die Friedhöfe sind eine kritische Infrastruktur für die Daseinsvorsorge. Wir müssen sehr darauf achten, dass diese reibungslos läuft, und daher auch Infektionsrisiken für das Personal minimieren", sagt die Gesundheitsreferentin Britta Walthelm. Demnach begrenzt die Friedhofsverwaltung derzeit die Höchstteilnehmerzahlen an Beisetzungen nicht nur in den Trauerhallen, sondern auch im Freien.

Zahl reicht meistens aus

"Grundsätzlich ist für uns eine Maximalzahl von 50 Personen gerade noch gut handelbar, zumal wir auch damit rechnen müssen, dass sich die Teilnehmer/innen verschiedener Trauerfeiern auf den Friedhöfen begegnen", sagt Walthelm. Sie betont, dass diese Teilnehmerzahl beim weit überwiegenden Teil der Trauerfeiern mehr als ausreichend sei. Nur in Ausnahmefällen komme eine größere Trauergemeinde zusammen.

"Sollte im Einzelfall zu erwarten sein, dass mehr Teilnehmer/innen kommen, ist das kein Problem", sagt Walthelm. "Wir bitten hier lediglich um eine Vorabinformation, damit wir besser planen und unsere Abläufe darauf einrichten können." So könnten zusätzliche Kräfte eingesetzt werden, um die Sicherheit der Trauergäste zu gewährleisten. Dieses Modell, erklärt Walthelm, funktioniere schon seit vielen Wochen "und es gab keine Beschwerden".


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Die Leserin kann also aufatmen. Da sie sich an den Bestattungsdienst gewandt und den Ausnahmefall angemeldet hat, dürfen mehr als 50 Personen an der Urnenbestattung auf dem Südfriedhof teilnehmen.

Details zu den Einschränkungen bei Trauerfeiern in Trauerhallen und Beisetzungen finden Sie hier.

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