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Nürnberger Band Schleuse legt neues Album vor

Verspielter akustischer ProgFolk mit einem Schuss Dramatik - 11.04.2013

Musikalisch bestens aufgelegt präsentiert sich die Band Schleuse auf „Knowledge About The Jaybird“. © PR


Es hat sich einiges getan, seit die Band Schleuse 2011 mit dem Mini-Album „Bestir“ erstmals auf sich aufmerksam machte. Nicht nur, dass die Gruppe, gegründet vor vier Jahren, inzwischen komplett aus der fränkischen Schweiz nach Nürnberg gezogen ist und letzten Sommer im offiziellen Programm des traditionsreichen Bardentreffens zu sehen war – mit Bekassine Records haben die Musiker zudem ihre eigene Plattenfirma gegründet. Genauer gesagt Sänger und Gitarrist Michael Winkler hat dies gemacht – zusammen mit Hans-Christian Lehner von der Nürnberger Formation Masques. „Knowledge About The Jaybird“, das erste vollständige Studioalbum, ist auch die erste Veröffentlichung auf dem neuen Label.

Bekassine, Jaybird (englisch für Eichelhäher) – wo man hinblickt Vögel. „Das kommt aus meiner Kindheit“, erklärt Michael. „Vor allem mein Bruder Jan, Gitarrist bei Schleuse, kannte wirklich jeden Vogel und hatte auch viele Bücher dazu. In vielen Schleuse-Liedern, vor allem in den alten, kommen ständig Vögel vor.“

Textlich flatterhaft, musikalisch allerbestens aufgelegt: Auf „Knowledge About The Jaybird“ kredenzen die Brüder Winkler (beide Gesang und Gitarre) zusammen mit Lukas Drobny (Cello, Akkordeon), Felix Buchner (Kontrabass, Banjo) und Tim Pförtner (Schlagzeug) erneut verspielten akustischen ProgFolk – mit noch einem Schuss mehr Dramatik sowie einem herrlich knarzenden Cello als zusätzlichem Farbtupfer. Stilistisch klingt das mal nach den leisen Geschichten von Nick Cave, dann wieder nach dem DarkCountry von Woven Hand und immer wieder dezent auch nach Jethro Tull ohne Querflöte.

Die Scheibe wurde in neun Tagen im „Theater Kuckucksheim“ in Heppstädt bei Höchstadt aufgenommen, als die Bühne gerade Sommerpause machte. „Wir wollten uns einen guten Ort suchen, an dem wir uns wohl fühlen“, sagt Michael. Und wie klingt so ein Theater? „Anders. Vor allem ein wenig verwaschen, was nicht negativ ist, sondern sehr charmant. Natürlich geht man da nicht einfach rein und legt los. Wir haben schon Vorkehrungen getroffen, Teppiche ausgerollt und was an die Decke gehängt…“

Aufgenommen wurde digital. Für die Zukunft ist es jedoch ein Ziel, alles analog zu machen. „Weil das eine Möglichkeit ist, dieser ganzen digitalen Wunderwelt zu entfliehen“, sagt Michael. „Für mich ist das auch ganz stark eine Mentalitätsfrage: Wenn eine Band gar nicht die Möglichkeit hat, hinterher am Computer alles gerade zu rücken, sondern ihre Lieder live einspielen muss, dann braucht sie im Studio halt keine 20 Versuche, sondern vielleicht nur fünf.“

Die Musiker von Schleuse zumindest haben genau so gearbeitet. Auf „Knowledge About The Jaybird“ wurde alles in einem Stück eingespielt und nur der Gesang separat aufgenommen und über die Musik gelegt. Bis auf die Nummer „Quixotic“, die umarrangiert wurde, sind alle Titel neu.

Selbstredend, dass das Album auch auf Schallplatte erscheinen wird – gehört inzwischen ja wieder zum guten Ton. So zufrieden die Musiker mit den Aufnahmen sind: Die Platte markiert eine Zäsur, ist der erfolgreiche Abschluss der Schleuse-Gründungszeit. Jetzt will die Band ein neues Kapitel aufschlagen: Was derzeit im Proberaum an Liedern entsteht, ist deutlich reduzierter und folgt viel mehr als bisher einem roten Faden. Am Sonntag, 14. April, wird die Band Schleuse „Knowledge About The Jaybird“ sowie ihre Plattenfirma in der Badstraße 8 in Fürth vorstellen. Los geht’s um 14 Uhr, mit von der Partie sind neben den Gastgebern die Augsburger Aux’ Neoclas (Klassik goes Elektro) sowie A Prouder Grief (Endzeit-Kunstrock).www.schleuseband.de und  www.bekassinerecords.de.
 

STEFAN GNAD

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