Nürnberger Zoll findet 34 Kilo Gold: Schmuggler verurteilt

12.5.2021, 10:04 Uhr
Goldschmuck kommt Schmuggler in Nürnberg teuer zu stehen.

Goldschmuck kommt Schmuggler in Nürnberg teuer zu stehen. © e-arc-tmp-20120320-133026-0001.jpg, NN

Im April vor zwei Jahren kontrollierten die Zoll-Mitarbeiter am Flughafen einen älteren Mann, der mit seinem Gepäck zielstrebig durch den Gang für zollfreie Waren lief. Beim Blick in seine Koffer staunten auch die Zöllner: Der Mann, der von Zürich nach Nürnberg geflogen war, hatte in seinen beiden Handgepäckstücken Goldschmuck versteckt. Und zwar jede Menge.

Gold im wert von 1,3 Millionen

Das Gold wiegt insgesamt 34 Kilogramm. Einen glaubhaften Verzollungsnachweis für die Einfuhr in die EU konnte der 58-Jährige aber nicht machen. Im Gegenteil: Er verzettelte sich mit einer Reihe falscher Angaben.

Ein Ermittlungsverfahren wegen des Verdachts auf Steuerhinterziehung wurde eingeleitet, der Goldschmuck im Wert von knapp 1,3 Millionen Euro sichergestellt. Die Nürnberger Mitarbeiter des Zollfahndungsamt München übernahmen die aufwändigen Ermittlungen, "auch im Ausland musste schließlich gefahndet werden", sagt Zoll-Sprecherin Martina Stumpf.

Weltweite Fahndung

Die Spuren führten von der Schweiz bis in die Türkei, nach Dubai und in die Niederlande. Auf diese Weise konnten die Beamten feststellen, dass ein Bruder des Schmugglers am Tag vor dessen Ankunft in Nürnberg eine gleichgroße Menge Goldschmuck aus Dubai ausgeführt hatte.

Auch weil es keine Nachweise gibt, dass der Schmuck zu irgendeinem Zeitpunkt in der EU ordnungsgemäß verzollt und versteuert worden war, wurde gegen die Brüder nun vom Amtsgericht Nürnberg ein Strafbefehl verhängt. Wegen gewerbsmäßigem Schmuggel erhielten die beiden jeweils ein Jahr Freiheitsstrafe mit drei Jahren zur Bewährung.


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Die hinterzogenen Abgaben in Höhe von knapp 285.000 Euro haben sie inzwischen bezahlt.

Gold finden die Mitarbeiter des Zolls am Flughafen immer wieder einmal, sagt Martina Stumpf, "aber in kleineren Mengen, zum Beispiel für Hochzeiten". Hier aber handele es sich um gewerbsmäßigen Schmuggel in einer Menge, "die wohl auch viele andere Zollämter an Flughäfen noch nicht gesehen haben".