Empowerment

Nürnbergerin kämpft bei "Miss Germany" gegen Diskriminierung

NN-Redaktion Gesellschaft
Anette Röckl

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12.8.2021, 15:10 Uhr
Verena Hamann hat es unter die Top 160 Bewerberinnen zur "Miss Germany"-Wahl geschafft. Ihre Botschaft, mit der sie die Menschen erreichen möchte: "Diskminiert andere nicht und limitiert euch selbst nicht!"

© e-arc-tmp-20210812_094604-4.jpg, NNZ Verena Hamann hat es unter die Top 160 Bewerberinnen zur "Miss Germany"-Wahl geschafft. Ihre Botschaft, mit der sie die Menschen erreichen möchte: "Diskminiert andere nicht und limitiert euch selbst nicht!"

Sie hat ein offenes Lachen und steht zu ihren Kurven: Verena Hamann aus Nürnberg hat es unter die Top 160 der "Miss Germany"-Wahl geschafft. Neben ihrer positiven Ausstrahlung hat die 25-Jährige auch eine positive Botschaft. Sie wirbt für eine Gesellschaft ohne Diskriminierung. In Social Media setzt sie sich auf ihrem Instagram-Kanal dafür ein, 27.100 Follower hat die Fränkin dort. Auch bei der Miss-Wahl möchte sie die Aufmerksamkeit auf das Thema lenken. Sie habe sich beworben, "um lauter zu werden", sagt sie. "Im World Wide Web gibt es eigentlich täglich Diskriminierung. Ich erlebe es selbst in Form von Sexismus, Fettfeindlichkeit oder Misogynie und werde auch Zeugin von Rassismus. Das ist schrecklich und leider tief verankert in uns. Ich konnte da noch nie ruhig bleiben und muss es immer benennen, wenn ich es lese oder höre."

Selbstbewusst zu Kurven stehen

Selbstliebe, Toleranz und Gemeinschaft, für diese Werte möchte sie stehen, schreibt die Nürnbergerin auf ihrer Profilseite der "Miss Germany"-Wahl. "Ich möchte in einer Gesellschaft leben, die zufrieden ist. Eine Gesellschaft ohne Neid und Missgunst. Ein achtsamer Umgang miteinander ist dabei besonders wichtig, denn jeder kämpft oft einen Kampf, den man auf den ersten Blick nicht sehen kann."

Die Wahl hat in den letzten Jahren einen neuen Weg einschlagen: Statt ein reiner Schönheitswettbewerb zu sein, rückt man die Botschaften der Kandidatinnen, von Empowerment von Frauen bis Nachhaltigkeit, in den Vordergrund. Das Aussehen soll nicht mehr das wichtigste Kriterium der Bewertung sein. Bei den Bewerberinnen gebe es keine Beschränkung hinsichtlich Größe, Aussehen, Gewicht oder Identität, wird auf der Seite der Miss-Wahl betont.

"Sei du selbst, alle anderen gibt es schon!"

Die 25-Jährige möchte auch ein Vorbild sein und zeigen, das man auch mit einem runderen Körper glücklich und schön sein kann.

Die 25-Jährige möchte auch ein Vorbild sein und zeigen, das man auch mit einem runderen Körper glücklich und schön sein kann. © e-arc-tmp-20210812_094604-7.jpg, NNZ

Die Nürnbergerin, mit den langen brünetten Haaren, versteckt ihre Kurven nicht, sondern setzt sie auf Instagram in Szene. Selbstbewusst zeigt sie sich, wie sie ist, auch neben dünnen Mädchen im Bikini. "Ich merke, dass es oft betont wird, wenn man Plus-Size ist und finde, dass es wichtig wäre, es irgendwann nicht mehr zu betonen, weil jede Körperform richtig und wichtig ist. Lebensfreude funktioniert genauso gut mit einem runden Körper, ohne Abstriche!", sagt die Fränkin. Als Mädchen hätte sie sich fülligere Frauen als Vorbilder gewünscht. "Das bewegt einfach mehr in einem selbst, da Mobbing ja leider an der Tagesordnung war, wenn man nicht dem 'Ideal' entsprach. Menschen, die da aus diesem vermeintlichen Ideal fallen, wären hilfreich gewesen."

Ihre Botschaft an alle ist klar: "Du bist gut so, genau wie du bist. Deine vermeintlichen ,Makel' machen dich zu der Person, die du bist! Das, was du selbst an dir nicht magst, wird von anderen vermutlich geliebt. Trau dich! Sei mutig. Sei du selbst, denn alle anderen gibt es schon!"

Im September werden alle 160 Teilnehmerinnen zu einem Kennenlernen-Treffen nach Hamburg eingeladen. 20 Kandidaten kommen ins Halbfinale, im Finale am 19. Februar im Europa-Park sind es dann nur noch zehn Kandidatinnen. Mal sehen, wie weit es die selbstbewusste Nürnbergerin schafft.

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