Mittwoch, 18.09.2019

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Nürnbergs Feuerwehr stellt sich auf mehr Waldbrände ein

Dichtes Netz an Rettern ermöglicht schnelles Eingreifen - doch reicht das? - 11.09.2019 05:45 Uhr

Im Umland sind Waldbrände gerade zur Sommerzeit keine Seltenheit, hier ein Feuer im Landkreis Kronach. © News5 / Fricke


Ausmaße von Waldbränden wie in Portugal, Griechenland oder Spanien gibt es in Deutschland noch nicht. Dennoch wurden 2018 laut Umweltbundesamt deutschlandweit 1708 Waldbrände gezählt, der höchste Wert seit 15 Jahren. Experten warnen immer lauter vor den häufigeren Trocken- und längeren Hitzeperioden als Folgen des Klimawandels. Beide Faktoren begünstigen derartige Brände.

Das kann Nürnbergs Feuerwehrsprecher Thomas Schertel nur bestätigen: "Im Vergleich zu früher erreichen wir immer öfter die höchste Waldbrandwarnstufe (5). In diesem Jahr wurden bereits im April Temperaturen bis 30 Grad gemessen." Bis in den Mai hinein habe es nicht geregnet. "Die drastische Trockenheit fördert die Ausbreitung der Brände."Ursachen sind meist Zigarettenkippen, glühende Rest-Grillkohle, Lagerfeuer oder Brandstiftung.

Nürnberger Feuerwehr "gut aufgestellt"

Die Hauptlast solcher Einsätze liegt aber bei den freiwilligen Feuerwehren, in Bayern gibt es davon 7672. Berufsfeuerwehren gibt es lediglich sieben. Das ehrenamtliche Personal ist zwar hochmotiviert, aber nur bedingt ausgebildet und oft unzureichend ausgerüstet.

Sind die Einsatzkräfte der Berufs- und der freiwilligen Feuerwehr ausreichend vorbereitet auf mehr Waldbrände, die künftig noch dramatischere Ausmaße haben können? Für Thomas Schertel sind sie derzeit "gut aufgestellt", das dichte Netz an Feuerwachen ermöglicht ein schnelles Eingreifen. Ob das für die kommenden Jahre ausreicht, bezweifelt er.

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Vor allem, wenn er an die Brandbekämpfung aus der Luft denkt. Dass es in Deutschland keine einsatzbereiten Löschflugzeuge gibt, die sehr große Mengen Wasser aufnehmen können, ist aus seiner Sicht kein Kritikpunkt. Es fehlen hierzulande sowieso große Wasserflächen, aus denen die Maschinen während des Fluges ihre Tanks befüllen können.

Viel brauchbarer seien Hubschrauber. Doch die sind rar und gehören nicht zur Ausstattung der Feuerwehr, die müssen Einsatzleiter von der Landespolizei, Bundespolizei oder Bundeswehr anfordern. "Die schicken aber nur dann einen, wenn einer frei ist. Das hängt von deren Einsatzlage ab“, sagt Schertel und macht keinen Hehl daraus, dass es in Bayern viel zu wenige sind. 18 Feuerwehren im Freistaat haben zwar die dafür nötigen Außenlast behälter mit einem Fassungs vermögen bis zu 4000 Liter.

"Den Behälter haben wir schnell an den Einsatzort geschafft", so der Feuerwehrsprecher. Doch der alleine hilft nicht, wenn der Helikopter fehlt, der ihn für das Löschen der Brände aus der Luft mitnehmen soll.


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