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Pelikan-Flügel gestutzt: Tiergarten Nürnberg angezeigt

Aktionsgruppe Tierrechte Bayern hält das Vorgehen für "illegal" - 13.04.2019 06:00 Uhr

Ein Pelikan im Nürnberger Tiergarten. © Christian Langhans/Tiergarten Nürnberg


Die Aktionsgruppe behauptet, dass Krauskopf- und Rosapelikane am Schmausenbuck durch das Beschneiden von Schwungfedern an einer Seite am Fliegen gehindert werden. "Das ist illegal und für die Tiere pure Qual." Außerdem monieren die Aktivisten, dass zahlreiche Paviane blutige Wunden an Hals, Schnauze und Kopf sowie kahle Stellen im Fell hätten. Dies deute auf einen "desolaten Gesundheitszustand und Stress" hin, meint die Gruppe. Sie verweist auf einen Bericht auf nordbayern.de, nach dem sämtliche Paviane wegen Antibiotika-Gabe im Winter zwei Monate lang im Affenhaus bleiben mussten und nicht auf die Freianlage konnten.

Tiergarten-Direktor Dag Encke unterstreicht, dass bei den Pelikanen entsprechend dem Tierschutzgesetz keine Amputationen vorgenommen werden. Man müsse die Vögel jedoch an den Federn beschneiden, um ein Wegfliegen zu verhindern. Sonst käme eine Haltung der Pelikane im Freien ohne Voliere nicht in Frage.

"Rechtliche Patt-Situation"

Beim Stutzen der Schwungfedern gebe es eine "rechtliche Patt-Situation", meint Encke. Nach der Rechtsauffassung einiger Experten sei dies erlaubt, nach Einschätzung anderer nicht. Der Tiergarten schließt sich der erstgenannten Auffassung an. Die Nürnberger Staatsanwaltschaft hatte laut Tiergarten-Chef eine weitere Anzeige in gleicher Sache der Organisation Peta vor kurzem eingestellt. Damit halte er die Angelegenheit für erledigt.

Bei den Pavianen kann der Biologe kein außergewöhnliches, untypisches Verhalten feststellen. Auch in der Natur gebe es Auseinandersetzungen. "Das sind normale Revierkämpfe", erklärt der Direktor, der der rechtlichen Aufarbeitung gelassen entgegen sieht.

In den vergangenen Jahren wurde der Tiergarten mehrfach von Tierschutz-Aktivisten angezeigt. Die Staatsanwaltschaft hätte ihn jedes Mal eingehend befragt, so Encke. Die Anzeigen seien allesamt eingestellt worden.

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